Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 21 (17.5.1858)
- Date
- 1858-05-17
- Page
- Seite 292 (sequence 12)
- Language
- German
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dies meines Wissens die einzige von allen bei jener Feier gehaltenendie veröffentlicht worden. Herr vr. Wolff hatte am Eharfreitage in einer besondern Audienz die Ehre, ein Eremplär dieser Predigt dem Könige zu überreichen, der ihm mit warmem Händedruck und mit dm schmeichelhaftesten Worten dankte, und auf die Bemerkung Di°. Wolffs, daß er nicht nur seine eigenen Gefühle, sondern auch die der ganzen Gemeinde in der Predigt ausgesprochen, antwortete der König: „Ja, ich habe bereits von der schönen Feier in Ihrer Kirche gehört, bringen Sie dafür in meinem Namen der ganzen Gemeinde meinen wärmsten Dank und die Versicherung meines Wohlwollens." — Vorigen Sonnabend, °W3ir VriSn», feierte die hiesige Synagoge das 25jährige Jubiläum ihres Bestehens. In der bei dieser Gelegenheit gehaltenen Predigt verglich der bewährte Redner in einer sehr ansprechenden Weise das Verhältniß der Gemeinde zur Synagoge mit dem der Ehegatten am silbernen Hochzeitstage und kiüpfte an diesen Vergleich eindringliche Worte der Ermahnung und Belehrung. Diese Predigt ist zugleich mit zwei in früheren Jahren an diesem Sabbath gehaltenen und gleichfalls das Verhältniß der Gemeinde zur Synagoge besprechenden Predigten zum Besten der Synagoge im Druck erschienen. Es ist zu bedauern, daß die im Auslande so wenig gekannte dänische Sprache diese trefflichen Predigten, wie auch die andern von Herrn l>r. Wolff häufig im Druck erscheinenden Casualredcn dem größeren jüdischen Publikum unzugänglich macht. — Die seit 1793 hier gestiftete „Prämiengesellschaft zur Anbringung der mosaischen Jugend bei Künsten und Handwerken" hat so eben ihren Jahresbericht veröffentlicht. Die Gesellschaft zählt jetzt nur 89 Mitglieder, dagegen ein Vermögen von 57,540 Rthlr. Dieses bedeutende Vermögen macht es der Gesellschaft seit mehreren Jahren möglich, ihre Wirksamkeit zu erweitern und auch auf Christen auszudehnen. So erhielten im verflossenen Jahre 32 christliche Meister im Ganzen 7400 Rthlr. und 10 israelitische Meister 2950 Rthlr. als zinsentragendes Darlehen. 14 christliche und 1 jüdischer Geselle erhielten 3000 Rthlr. als zinsenfreies Darlehen zu ihrer Etablirung. 16 Lehrlinge und Gesellen wurden mit 209 Rthlr. zu Kleidungsstücken und 1 mit 25 Rthlr. zu nöthigem Werkzeug unterstützt. — Schließlich noch die freudige Mittheilung, daß jüngst ein Ungenannter der hier ick Jahre 1853 errichteten Rrligionsschule ein Legat von 1000 Rthlr. Übermacht hat. Wenn eS auch kaum zweifelhaft ist, von wem diese bedeutende Gabe gekommen, fürchte ich hoch durch Nennung eines Namens dem Edelsinn des einmal ungenannt sein wollenden Gebers zu nahe zu treten, und begnüge mich mit der bloßen Mittheilung der schönen That, die gewiß eben so eine öffentliche Anerkennung als eine anderweitige Nachahmung verdient. —r. Amerika. Eharlestoir, 6. April. (Privatmitth.) Eie werden bereits erfahren haben, daß der Herausgeber des Asmonean, Herr Robert Lyon, am 10. Marz plötzlich, nämlich innerhalb vier Stunden verstorben ist. Gestatten Sie mir eine literarische Bemerkung. Die Priorität für die Artangirung der portugiesischen Synagogenmelodien gehört nicht dem Herrn Sola in London. Dieselben wurden, als man die'Orgel in die hiesige Gemeinde vor 18 Jahren einsührte, von meinem Vorgänger, Herrn Poznomski und unserm damaligen Organisten, Herrn Da Costa, für den Chor und mit Orgelbegleitung in Musik gesetzt, und werden theilweise noch in meiner Gemeinde gesungen. Unser jetziger Organist, Herr Greatoven, der früher am hiesigen Dome als solcher fungirte, hat mich darauf aufmerksam gemacht, daß mehrere der Melodien, z. B. der mn für die trian 'a, so wie einige für sich auch in den Gregorianischen Hymnen befinden. Dies ist nicht ganz uninteressant für die Geschichte der Synagogenmusik. Was sagt Herr Seiner dazu? Ueber die Schweizer Angelegenheit haben wir seitdem nichts weiter gehört, wahrscheinlich sind die Negotiationen hierüber noch nicht abgeschlossen. — Auch sonst ist es still und ruhig in der amerikanischen Judenheit; hier und da hört man von der Errichtung neuer Gemeinden oder Wohlthätigkeitsanstalten. Nur in Philadelphia macht die Errichtung eines Oppositionsasyls für arme Und kranke Israeliten unter dem Patronate des Herrn Leeser und seiner Gemeinde viel Lärmen und hat zu sehr mißlichen und unangenehmen Discufsionen geführt, die nur dazu dienen, vivr, Vßn hervorzurnftn.