Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 22 (1858)
- Issue
- Heft 11 (8.3.1858)
- Date
- 1858-03-08
- Page
- Seite 147 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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147 verholten Forderung, daß nur geprüfte Mohclim zugelassen werden sollen, muß aber noch beigefügt werden, daß auch die geprüften nur mit dem bekannten silbernen Zangchen die Beschneidung vollziehen mögen, weil dies sowohl die richlige Ausführung der rituellen Vorschrift erleichtert, als auch die beste Sicherheit gegen die Gefahr zu tiefen Einschneidens gewährt. — Ihre Anführung, daß das Consistorium zu Paris und die württembergifche ifrael. Kirchenbehörde die Meziza verboten haben, kann zu voller Beruhigung der etwa noch Bedenklichen durch das Gutachten einer der anerkanntesten talmudischen Autoritäten der neueren Zeit bekräftiget werden. Dasselbe ist in der von Ihnen schon mehrmals rühmlich erwähnten Zeitschrift Kochbe Jzchak von M. E. Stern, I. Heft S. 41. in hebräischer Sprache enthalten, und sagt gleich in der Einleitung n^aipi:1? »'b Npn NS2 nsm «l- '2 pvs 13b 2*ND1!31 ns ''"s 1'IN pri73b s^ii3iiriv «INI bs rrriisvb rrs^n riiiriv:2 Hierauf wird mit Berufung auf Rabe und Kimchi auch sprachlich zu erhärten gesucht, daß NL*Li3 nicht lediglich ein Aussaugen mit dem Munde, sondern eine Auspressung deS Blutes im Allgemeinen bedeute. Endlich aber folgen die kühnen Worte *121113 'ti ib^sn in« 12*13 1i13Nb 0^12' 1373 NS3 NL->L13 N3B132 .12 ksto — Der Verfasser dieses interessanten Gutachtens ist der verstorbene Preßburger Rabbiner R. Moses Sofer s. A. und in Folge dessen hat der würdige Rabbiner L. Horwiz in Wien seine Zustimmung ertheilt, daß die Meziza mittelst eines in Wasser oder Wein getauchten Schwammes vollzogen werde. — Das ganze Gutachten sammt den dazu gehörigen deutschen Briefen nimmt die Seiten 37. bis 42. ein, und wird von Zedermann mit größter Befriedigung gelesen werden. Schott. Preußen. Berlin, im Februar. Ein kürzlich ergangenes Urtheil des Appellationsgerichtes erklärt die Vorsteher einer Shnagogengemeinde für mittelbare Staatsbeamte, deren Rechte als solche anzuerkennen sind. Wir werden den Tenor dieses wichtigen UrtheilS in Bälde ausführlich mittheilen« Oesterreichischer Kaiserstaat. Aus dem Tokayergebirge, im Februar. (Privatmitth.) Die Trauerbotschaft von dem Dahinscheiden des Herrn Dr. Friedrich Groß, welche bereits die Ztg. des Jdths. aus Wien brachte, ist auch in unser Gebirge gedrungen und kaum dürfte sich in Oberungarn eine Gemeinde finden, der das Verdienst des Verblichenen unbekannt geblieben wäre. Auch die hohe Regierung schlug die Leistungen des Verblichenen nicht gering an; wurde doch demselben wegen seiner vorzüglichen menschenfreundlichen Bemühungen als Augenarzt noch im vorigen Jahre auf der Rundreise unseres aüergnäbigsten Kaisers das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen. Der Dahingeschiedene hat jahrelang höchst uneigennützig ein Blindenhospital in Großvardein unterhalten und auch in anderer Beziehung in der israelitischen Gemeinde höchst segensreich gewirkt. Friede seiner Asche! Fast in allen größeren Gemeinden Ungarns werden die armen Schulkinder auch in diesem Wintersemester durch Kleidung und sonstige Unterstützung bedacht und geht der Schulvorstand in P^th mit würdigem Beispiele allen Schuldirectionen Ungarns voran. Der Handwerkervercin in S. a. Ujhely fängt an einige Lebenszeichen von sich zu geben und haben bereits mehrere arme Kinder ein Unterkommen als Lehrlinge bei einigen Schmieden gefunden. Die Frauenvereine stehen überall den Armenanstalten hülfreich zur Seite und wird überall Erfreuliches geleistet. In unserm Gebirge werden, nachdem die Schulen bereits ins Leben getreten sind, von der hohen Regierung Bezirksrabbiner ernannt und herrscht im Allgemeinen zwischen Rabbiner und Gemeinde ein gutes Einvernehmen. Die meisten unserer Gemeinden haben nicht nur für die sorgenlose Eristenz ihrer Rabbincn gesorgt, sondern auch sich verpflichtet, namhafte Summen bei dem Verheirathen der Kinder ihres Rabbi als Mitgift beizusteuern. In einem, von einem renommirtcn katholischen Schriftsteller Oesterreichs vor Kurzem herausgegebenen stylistischen Werke wird Jost'S freier Gedankenausdruck rühmlichst erwähnt; auch werden in mehreren Journalen des Inlandes die Werke des Institutes vom vorigen Jahre angelegentlichst dem christlichen Publikum empfohlen. Im Laufe des Monats erscheint von Dr. Blücher, vormaligem öffentlichem Universitätslehrer semitischer Sprachen an der k. k. Universität zu Lemberg, eine systematische hebräische Grammatik, mit Rücksicht ans den neuesten Lehrplan für israelitische Schulen im österreichischen Kaiserstaate.