Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 21 (1857)
- Issue
- Heft 14 (30.3.1857)
- Date
- 1857-03-30
- Page
- Seite 187 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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187 dazu erwählten Unterrichtsvorsteher, der den Schülern die betreffenden Lehrer zuzuweisen und sich von Zeit zu Zeit von den gemachten Fortschritten zu überzeugen hat. Außer genanntem Unterrichtsvorsteher gehören noch 7 Personen zu dem die Vereinsangelegenheiten verwaltenden Vorstand, von dem die Hälfte jedes Jahr ausscheidet, welche durch eine neue, durch circulirende Zettel bewirkte Wahl ersetzt wird. §. 48. verpflichtet den Präses, allmonatlich eine regelmäßige, auf den motivirten Antrag jedes Vorstehers auch eine außerordentliche Sitzung anzuberaumen. In diesen regelmäßigen Sitzungen will §. 49. von den Vorstehern nicht nur über ihre specielle Wirksamkeit berichtet, sondern auch über Einnahme und Ausgabe, über die Aufnahme der ordentlichen Mitglieder, über die Wahl der zu besoldenden Lehrer, wie über Maßnahmen anderer Art conferirt wissen; und endlich verlangt §.51. jedes Jahr eine Generalversammlung, zu welcher sämmtliche Mitglieder durch den Vorstand einzuladen seien. In derselben soll vom Präses über die Gesammtwirksamkeit des Vereins, wie über seine Verwaltung im letzten Jahre Bericht erstattet, über den finanziellen Zustand desselben Rechnung abgelegt und den neugewählten Vorstehern ihr Amt übergeben werden. — . Dieses Alles statutengemäß und leider seit mehreren Jahren Bestimmungen, die wir auf dem Papier, nicht aber auch in der Wirklichkeit vorfinden. Frage mich daher nicht, lieber Leser, was gegenwärtig mit den ziemlich kräftigen Mitteln, mit den schönen Büchern und den Geldern geschieht, Schreiber dieses, vbschon selbst Mitglied des Vereins, kann doch nur mit einem bedenklichen „ich weiß nicht" antworten. Nur so viel vermag er mit Bestimmtheit und Gewißheit anzugeben, daß ihm trotz der obigen Paragraphen seit vier Jahren (!!) weder ein Wahlzettel noch eine Einladung zur Generalversammlung zugesandt wurde, daß seitdem weder solche stattgefunden, noch irgend ein Bericht vom Vorstand erstattet oder auch nur die Gründe angegeben wurden, warum dieses unterblieben. Bei einer solchen Gleichgültigkeit und Fahrlässigkeit kann es uns auch nicht Wunder nehmen, wenn jetzt die Neuankommenden, die ehedem sogleich zum Eintritt eingeladen wurden, erst nach langjährigem'Hiersein die Existenz eines solchen Vereins erfahren und sodann zu einer Betheiligung keine besondere Veranlassung und Neigung verspüren, wenn ferner die Abgehenden, die früher noch als außerordentliche Mitglieder ihre Beiträge nachsandten, jetzt nicht mehr an das Fortbestehen dieses Verbandes denken; würden doch selbst die hiesigen Mitglieder leicht verlernen, den Verein zu kennen, wenn sie nicht der Vereinsbote durch die Einkassirung der Gelder daran erinnerte, der statt, wie pflichtgemäß allmonatlich, nur jährlich einige Mal die Runde macht und gewöhnlich mit dem Bedauern, so lange das Vergnügen nicht gehabt zu haben, — statt einer Quittung ein halbes Dutzend verabreicht; natürlich müssen die Empfangnehmer auch das Bedauern ihrerseits betheuern, indem sie statt des Betrags von 2*/r Sgr. das Sechsfache zu zahlen haben.- Täuschen wir uns nicht, der Verein ist nicht mehr die Zierde der Berliner Theologen, ist nicht mehr das Förderungsmittel der Thora und Wissenschaft, und sollten nicht bald die nöthigen Vorkehrungömaßregeln getroffen werden, so wird sicherlich ein Paragraph ins Leben treten und zwar der die Auflösung des Vereins betreffende. —t. Berlin, im März. (Privatmitth.) Dem am 15. März vielfach gefeierten 50jährigen Dienstjubiläum des Professors Geheimraths August Böckh, des berühmtesten jetzt lebenden Philologen, haben seine früheren Zuhörer eine eherne Denktafel gewidmet, welcher auf Pergament die Namensrolle derselben beigefügt wurde. Wir finden in dieser auch folgende Namen bekannter Glaubensgenossen (ohne jedoch zu verbürgen, daß noch einige darunter sind, die wir nicht kennen): vr. L. Zunz, Director des jüdischen Seminars in Berlin, aus dem Jahre 1815. Baruch Auerbach, Director der jüdischen Waisenerziehungsanstalten in Berlin, aus dem Jahre 1819. vr. Michael Sachs, Rabbinats-Assessor in Berlin, aus dem Jahre 1827. vr. M. Jsler, Secretär der Stadtbibliothek in Hamburg, aus dem Jahre 1829. vr. L. Philippson, Rabbiner in Magdeburg, aus dem Jahre 1829. vr. F. Lebrecht, Lehrer in Berlin, aus dem Jahre 1831. vr. Moritz Pinner in Berlin, aus dem Jahre 1825. vr. Moritz Veit, Buchhändler in Berlin, aus dem Jahre 1825. Vr. Heinrich Weil, Professor in Besancon, aus dem Jahre 1837. —. Die von dem Vorstande der jüdischen Gemeinde aus Veranlassung der bevorstehenden Ersatzwahl für die Repräsentanten-Versammlung jetzt öffent- 14