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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-09-29 · Heft 40 (29.9.1851) · p. Seite 473

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 40 (29.9.1851)
Date
1851-09-29
Page
Seite 473 (sequence 5)
Language
German
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478 soll zwar jede Religionsgesellschaft ihre Angelegenheiten selbstständig ordnen. Wir achten das Prinzip, das hierin ausgcdrückt ist. Aber nur das Prinzip. Praktisch — lehrt eine dreijährige Erfahrung — ist dieser Paragraph — bei uns wenigstens — noch nicht ausführbar. Denn unsere Gemeinden — sich selbst überlassen — werden mit der Regelung ihrer Angelegenheiten jetzt nicht fertig werden. Schlimm genug, daß man's sagen muß. Doch, warum sollte man's verhehlen, wenn's wahr — leider! sehr wahr ist? —. Der Oberrabbiner Eg er in Posen ist sehr erkrankt, so daß bereits in vielen Gemeinden der Provinz öffentliche Gebete für seine Wiederherstellung abgehalten worden sind. Magdeburg, 22. September. (Privatmitth.) Am 14. h. wurde die hiesige neuerbaute Synagoge feierlichst eingeweiht, am 18. die in Burg. Der Dr. PHilippson hatte so die seltne Freude, zwei neue Betstätten in einer Woche zu weihen. Hamburg, 16. September. (Privatmitth.) Am 2. d. traf unser neuer Oberrabbiner Herr Anschel Stern, bisheriger Prediger zu Bad Homburg, hier ein, und gewann sich durch sein angenehmes Aeußere sofort viele Freunde. Er gehört der äußersten Rechten an und befriedigt in dieser Hinsicht alle Erwartungen. Ob die Beobachtung mancher, während des Bernaysschen Rabbinats obsolet gewordenen Observanzen ihm viele ausdauernd eifrige Anhänger, wenn nicht gar Nachahmer verschaffen wird, das muß die Zeit lehren. Eine gediegene, wenn auch einseitige Wissenschaftlichkeit erzeugt auf^alle Fälle Hochachtung nach allen Seiten hin. Am Sabbat Ki teze hielt er seine Antrittsrede über die bei solchen Gelegenheiten herkömmliche Stelle aus Maleachi, und am folgenden Sabbat eine Predigt über einen Vers aus Ki tabo. Ueber Erstere sind die Urtheile getheilt. Am 25. kommt das Gesetz über die Mischehen in die Bürgerschaft. Zu einer großen Reparatur an unserm Krankenhausgebäude, nebst einem Lrockenlegungskanal hat der hiesige Kaufmann Karl Heine 11,000 Mk. Bko. geschenkt. Oesterreichischer Kaiserstaat. Preßburg, im September. Bei Gelegenheit der feierlichen Einverleibung des Schloßgrundes und Zuckermandels (des früher jüdischen Viertels) in die preßburger Stadtgcmeinde hielt Herr Baron von Walterskirchen an die israelitische Kultusgemeinde eine gediegene Rede, in welcher besonders auf die weltliche und religiöse Stellung derselben zum Staate und der Gemeinde hingewiesen wird. Die Schlußworte derselben verdienen besonders hervorgehoben zu werden. Sie lauten: „Die religiösen Ueberzeugungen werden in Hinkunft, mögen sie auch noch so verschieden dastehen, wol das Palladium der innern Ueberzeugung bilden, nimmermehr aber zur Mißgunst, sondern zur Liebe und zum wechselseitigen Entgegenkommen entflammen. — Gegen jede im Einzelnen wol mögliche anderweitige Auffassung steht Ihnen aber der Hort des Gesetzes schirmend zur Seite, so wie die freudige Ueberzeugung, daß unter den Fittigen des Aars und bei dem Geiste, welcher die hohen Behörden belebt, die Gerechtigkeit nie ihrer Geltung ermangeln wird. — Indem ich Sie hiermit feierlich in Ihrer neuen Stellung zur Stadtgemeinde Preßburg als gleichberechtigt und gleichverpflichtet begrüße, schließe ich die erhebende, allen fühlenden Herzen erfreuliche Handlung mit dem Blicke nach oben, Segen herabflchend für unfern Monarchen, und aus überströmendem Herzen ausrufend: Es lebe Franz Joseph! unser erhabener, ritterlicher Kaiser! Hoch! Hoch! Hoch!" Asien, im September. Die Ernennungen der neuen Gemeinderäthe der Stadt Ofen, 36 an der Zahl, sind bereits dieser Tage höher» Orts erfolgt. Die Einsetzung des ofner Magistrats soll, wie wir hören, ebenfalls baldigst erfolgen. Unter denselben befinden sich auch drei Israeliten. Prag, 13. September. Die k. k. Kreisregierung hat mit Dekret vom 17. August l. I. die Wahlvornahme eines Ausschusses für die prager israelitischen Kultusgemeindeangelegenheiten, nach den von den Vertrauensmännern der prager Jsraelitengemeinde entworfenen Modalitäten bewilligt und sind die Vertrauensmänner ermächtigt worden, die Wahlen für die nächste Repräsentanz auszuschreiben. Die genehmigten Modalitäten bestimmen einen Ausschuß von 18

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