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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-09-29 · Heft 40 (29.9.1851) · p. Seite 474

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 40 (29.9.1851)
Date
1851-09-29
Page
Seite 474 (sequence 6)
Language
German
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474 gewählten Gemeindemitgliedern, welcher die Angelegenheiten der prager israelitischen Kultusgemeinde zu verwalten hat. Wien, im September. Der Gesammtvorstand der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde beschloß in einer gestern Abend abgehaltenen Berathung seine hiesigen Glaubensgenossen unter Hinweisung auf die im gestrigen Morgenblatte.der „Wiener Zeitung" erschienene Kundmachung des wiener Gemcinderaths mittelst Zirkulandum zur eifrigsten Betheiligung an der neuen Staatsanleihe aufzufordern. —. Die wiener Zeitungen heben wiederholt hervor, daß die Israeliten sich an dem neuen österreichischen Staatsanlehen besonders betheiligen, und dadurch ihre patriotischen Gesinnungen bethätigen. —. Mit dem Erlasse des k. k. Kriegsministeriums vom 23. März v. I. hat es von der frühem Uebung, nach welcher die jüdischen Soldaten für ihnen ertheilte Heirathsbewilligungen 25 fl. Taxe bezahlen mußten, das Abkommen erhalten. Nach einer neuesten Verfügung werden derlei Tarbeträge, welche nach dem Erscheinen des allerhöchsten Patentes, durch welches sämmtliche Judcnsteuern aufgehoben worden sind, eingezahlt wurden, wieder zurückerstattet. Norwegen. Christian»«, 12. September. Das „Odelsthing" beschäftigt sich diese Woche mit der Durchsicht des Antrags des Protokollkomite und dann und wann auch mit anderen Dingen, z. B. mit dem Gesetzantrag wegen des Zutritts der Juden in Norwegen. Trotz der Aushebung des Verbots im Grundgesetz war nämlich das Land ihnen auch ferner verschlossen, so lange nicht auch die Verbote der Privatgesetzgebung humaneren Verfügungen Platz machten. Ein dies bezweckender Antrag wurde vor Kurzem von der Regierung gestellt und am Mittwoch gegen wenige Stimmen angenommen, die noch fortwährend gegen die Israeliten protestiren. Korrespondenz. Magdeburg, 15. September 1851. Einweihung der ueuerbauten Synagoge. Es ist noch kein halbes Jahrhundert her, daß in der Provinz Sachsen, mit Ausnahme Halberstadrs, nur wenige Orte Juden als Bewohner einschlossen. Bis 1848 war der Theil, der früher zum Königreich Sachsen gehörte, ihnen noch ganz veschlossen, und nur jetzt erst siedeln sich daselbst hie und da einige an. Die Hauptstadt der Provinz, Magdeburg, duldete bis 1807 nur eine einzige jüdische Familie in ihren Festungsmauern. Nach der Einnahme M/s durch die Franzosen hörte diese Ausschließung auf, einige französische Familien machten sich ansässig, Reichslander, Anhaltiner, Altmärker und Großherzogthümler folgten ihnen nach, bis die Zahl der Seelen im vorigen Jahre 800 überstieg. So in vielen Städten dieser Provinz.. Mit der Ansammlung zu zahlreicheren Gemeinden erheben sich auch überall Gotteshäuser, die geschmackvoll und geräumig gebaut auf weitern Anwachs berechnet sind. Hier in Magdeburg war es lang unmöglich, eine zugehörige Synagoge zu erlangen, weil in der engumgrenzten und engbebauten Festung der Grund und Boden unendlich theuer werden mußte, indem man nur ein Gebäude, das aber niedergerissen hätte müssen werden, ankaufen konnte. Glücklicherweise fand sich vor Kurzem ein Garten vor, den die Stadt erkaufte, um mit einem Theile desselben ein Schulgebäude zu erweitern. Die Gemeinde reflektirte sofort auf den andern Theil, und die städtischen Behörden bewilligten ihn auf das Billigste zu 8000 Thlr., die zugleich zu niedrigem Zinsfuß auf lange Zeit belassen wurden. Allerdings bedurfte es großen Muthes von Seiten des Vorstandes, in der jetzigen Zeit ein Gebäude von 30,000 Thlrn. Kosten zu unternehmen in einer Gemeinde, die der Reichen wenige, im Ganzen 160 Familien zählt. Allein die außerordentliche Umsicht, mit der die Vorsteher den Geldplan entwarfen, und die Ausdauer derselben so wie der Repräsentanten gelangten zum Ziele, und so besitzen wir jetzt eine herrliche Synagoge mit Hof und Garten, und ein Haus, worin Gemeindezimmer, zwei große Klassen für die Religionssschule, Wohnung für Vorbeter und Küster Platz haben. Ehre also dem Vorstande, den Herren M. Morgenstern, F. Friedeberg und A. Spir! Die Synagoge hat ihren Haupteingang von der Straße; durch eine Vorhalle tritt man in die Halle,

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