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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-11-20 · Heft 47 (20.11.1843) · p. Seite 700

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 47 (20.11.1843)
Date
1843-11-20
Page
Seite 700 (sequence 8)
Language
German
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700 seelt, nach Möglichkeit beizutragrn, daß dieses unglückliche Ereigniß auf dem Wege der Oeffentlichkeit bis an die Ohren Sr. Majestät dringe. - Mögen alle israelitischen Gemeinden Bitten und Gesuche am russischen Throne niederlegen, daß er sich der Unglücklichen erbarme, und sie nicht dem Elend und der Hungersnoth Preis gebe. — K. Literarische Nachrichten. Aus Ungarn. (Halachische Literatur. R. Moses Sofer rabbinische Gutachten. Fortsetzung von No. 39.) Nachdem.sich nämlich unser Vers, ganz deutlich dahin ausgesprochen, daß er die künftige Erlösung nicht zu den .Glaubensprinzipien (nnii ^-ip?) zahle, bemerkt er unmittelbar darauf, daß jene Erlösung in der Tora und in den Propheten wiederholt verheißen werde, und daß also derjenige, der die zu erwartende Göula in Zweifel zieht, den Glauben an die Tora und die Propheten geradezu verwerfe, pspswiü 17a *p ü^aiDi-n rüüNrt -ip3>a' -1212 ''-Iti. Auf den ersten Anblick scheint es allerdings, daß sich der Verf. widerspreche. Denn, während er einerseits die Erlösungs- Hoffnung aus der Reihe der Glaubensartikel streicht, sucht . er dieselbe andererseits auf Grund des biblischen Offen- Larungsgka'ubens als wesentlichen und prinzipiellen Glaubenspunkt zu restituiren. Dieser Widerspruch ist jedoch nur scheinbar, und hat seinen Grund in dem doppelten Sinne, welchen der Vers, mit dem Worte -ipa> verbindet. Ohne sich präzis und genau äuszudrücken will derselbe nur so viel sagen, daß die Erwartung einer einstigen Erlösung dem Juden nicht als höchster und einziger Beweggrund seiner Glaubenstreue gelten könne; und daß diese Treue auch im Falle einer ewigen, verschuldeten. Zerstreuung heilige, unverletzliche Pflicht bleibe. Nichts desto weniger ist ihm die künftige Erlösung ein Ereigniß, dessen einstmaliger Eintritt in der Bibel verheißen und vorherverkündet wird; und also von keinem Bibelgläubkgen in Abrede gestellt werden kann. Sofer beruft sich hierbei auf 5 33. M. 30, 1—6. Und offenbar mit vollem Rechte. Denn die angeführte Stelle ist ein so klares, unzweideutiges (Uetum xrolians, daß selbst das Raisonnement des sonst so gründlichen Abraham Kohn (s. Gutachten ü. d. Hamb. Gebetb. S. 79 ff.) dessen Beweiskraft nicht zu verringern vermag. Die Hoffnung auf; den einstigen nvVa yiap ruht also auf biblischer^ auf mosaischer Grundlage.. Und. daS ist es , worauf es bei einer ' wissenschaftlichen Erörterung des Messiasglaubms zunächst ankommt. Ob die gegenwärtige Weltlage die Realistrung /jener mosaischen Verheißung als wahrscheinlich oder unwahrscheinlich' betrachten lasse, kann den Bibelgläubigen nicht im Geringsten beirren. Die Hand, die Wunder that in der Vergangenheit, kann Wunder thun auch in der Zukunft. Emanzipations-Rücksichten aber sind eben so wenig geeignet, den, auf das Gotteswort gegründeten, Glauben zu erschüttern, als dieselben geeignet sind, in einer rein dogmatischen und exegetischen Frage den Ausschlag zu geben. Indessen kann Rez. nicht umhin, in letzterer Beziehung Folgendes zu bemerken. Wenn die bürgerliche Gesetzgebung selbst in dem ausgedehntesten Sinne auf den religiösen und kirchlichen Glauben Rücksicht nehmen will; so kann sie dies vernünftiger und, billigerweise nur in so ferne thun, als jener Glaube die Quelle von Handlungen und Gesinnungen werden kann, welche den Staatszweck fördern oder gefährden können. Die Messiashoffnung aber soll, wie die Bibel lehrt, und die Rabbinen unzählige Male nachdrücklich wiederholen, — nur einen ethischen Einfluß auf Sinn, Wandel und Leben des Israeliten ausüben. Jede auf die etwaige Göula hinzkelende politische Gesinnung und Bestrebung wird als freventlich bezeichnet^); ja, schon jede derartige. Muthmaßung und Berechnung halten die Rabbinen für verwerflich. In der Bibel, im Talmud und Midrasch', in den rabbinische» Werken der verschiedensten Zeiten wird es tausendstimmig verkündet und ekngeschärft, daß das Reich des Messias nur durch Mittel der Frömmigkeit und Sittlichkeit herbeigeführt werden könne. Lebt der Messiashoffende Israelit so, wie es die Messiasverheißung von ihm fordert; will er in dem Kreise, darin er wirkte nicht mchr, und nie weniger, als das Reich des Messias herbeiführen: so wird er damit und davurch ganz unbezrveifelt ein um so gewissenhafterer Mensch, ein uni so besserer Bürger sein, da ja jene Verheißung, wert entfernt, politische und strategische Traume hervorzurufen, — die sie als sträflich *) pitp “’Sttma b© N2ri Talm. Sanh. 97,1). Nach einer andern Leseart: *)tTh N2n u. s. w. Siehe Maim. Kon. 12, 2.’ Mischna-Kom. Sanh. 10, 1: wapa iw?, antii-fr ma-ipjaa nviaD *iV kVi,...

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