Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1843-04-08 · Heft 14 (8.4.1843) · p. Seite 218

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
7 (1843)
Issue
Heft 14 (8.4.1843)
Date
1843-04-08
Page
Seite 218 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3225281-3225296--05132-3235766
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

218 tem größten Theil seiner Lebenszeit hindurch, unser Verfasser Moses Sofer. Als er km Jahre 1807 von Mattersdorf nach Preßburg berufen wurde/ war feine Aufmerksamkeit ganz vorzüglich auf die Erhaltung einer großen Jeschiba gerichtet, und ec wußte recht gut, daß die Spiegelfechterei der alten Chilukim den jungen Leuten am Meisten Zusagen würde. Er verharrte in dieser Richtung, — welche er nicht seinen Lehrern Pinchas Hurwitz und Nathan Adler, sondern seinem, von ihm gepriesenen Ahnherrn zu verdanken hatte, — mehr, denn zwanzig Jahre, und erst in den ernsteren Jahren des reifern Alters ist er immer mehr davon zutückgekommen. In der Vorrede des vorliegenden AZeckes, — welche aus verschiedenen, von dem Herausgeber (seinem jüngern Sohne) zusammengetragenen Kollektaneen besteht, spricht sich Sofer gegen die, früher von ihm so eifrig verfolgte Richtung sehr energisch aus. (Fortsetzung folgt.) Magdeburg, 26. März. (Schulbücher.) Kleiner Katechismus der israelitischen Religion. Von vr. Ludwig Philippson, Rabbiner. Leipzig, Baumgartner's Buchhandlung. 1843. (Preis: 2 4Ngr. geb. 3 3 Ngr.) Wir geben hier das Vorwort dieses Katechismus: „Die Ausarbeitung dieses kleinen Katechismus lag mir langst auf dem Herzen. Obgleich nämlich schon viele, tüchtige und verdienstvolle Religions-Lehrbücher existiren, so haben wir doch noch keinen kleinen Katechismus, der in gedrängter Kürze ein klares und recht prägnantes Bild unsrer Religionslehre gebe, vermöge seiner Kürze dieses Bild kräftig der Jugend in die Seele pflanze, und vermöge seiner Wohlfeilheit, in alle Hände gebracht werde. Ein solcher Katechismus sollte ferner die wohlthatkge Wirkung haben, dem maßlosen Auswendiglernen, in welchem die meisten jüdischen Religionslehrer den Religionsunterricht entweder ganz nnd gar bestehen lassen, oder ihn damit beschweren, Einhalt zu thun, indem dies sixirt werde. Auch im Religionsunterrichte muß auswendig gelernt werden, denn das Gedachtniß ist eben so gut ein Medium, tief auf die Seele zu wirken, wie Gefühl und Verstand, namentlich in der Jugend, wo letztere noch umschränkter sind, und die Eindrücke leichter sich verlieren. Allein es ist ein gefährliches Medium, weil es, allein angewendet, den Geist rödtet, und sogar einen Ekel vor der Beschäftigung mit Religionswahrheiten einflvßt. Mit diesem Katechismus wollte ich den Lehrern in die Hand geben, was ungefähr dem Gedachtniß 1 der Jugend zu übergeben sei (die Vermehrung der Bibelverse abgesehen *)), das Weitere gänzlich der Erläuterung und Belebung des Lehrers überlassend. Da ich selbst bereits zehn Jahre den Religionsunterricht in meiner Gemeinde ertheile, so hielt ich mich nicht für unberufen zu diesem Werke. Daß ein solcher Katechismus nur die Umrisse, nicht den ganzen Körper des Religionsgebäudes geben soll, versteht sich von selbst. Wie gesagt. Kürze, aber Schärfe der Bezeichnung, strenges Hervortreten des Charakteristischen unsrer Religion, warm das Ziel, das ich mir gesetzt; außerdem noch Eines — die Durchdringung des Offenbarungsbegriffes durch alle Theile. Das letztere Moment ist in den bestehenden Lehrbüchern meist sehr schwach gehalten. Von diesem Standpunkte aüs halte ich auch die Anordnung dieses Katechismus, z. B. die Jneinandecordnung der Lehre und der Pflicht, für neu auf unserm Gebiete. Durch Einrücken der Nebenparagraphen sind diese von den Hauptparagraphen geschieden), so daß hiermit angedeutet ist) was auf den untereMStufen des Unterrichts vorweg zu nehmen, und in den späteren Kursen hinzuzufügen ist. Ich hoffe, somit einem wesentlichen Bedürfniß abgeholfen zu haben, und die Einführung in recht viele Schulen würde mich anfeuecn,' in zukünftigen Auflagen dem Gegenstände immer mehr Fleiß zuzuwenden, und nach den Rathschlägen bewährter Männer, die mir sehr willkommen sein werden, Verbesserungen eintreten zu lassen." Korrespondenzen. Halberstadt, im Febr. 1843. Schulprüfung. Der jetzt verstorbene Landrabbiner S. Egers in Bcaunschweig hatte der hiesigen Schule das Portrait seines Oheims des Herrn Hirsch Borchardsohn zum Geschenk gemacht, welcher als hiesiger Vorsteher vor 48 Jahren dieselbe mit einem Kapitalfond von 11,000 Thlr. unter *) Die Hauptverse lasse ich bei meinem Unterrichte auch in hebr. Sprache erlernen, um aber den Katechismus nicht zu vertheuern, ließ ich das Hebräische weg, da es so Jedermann zur Hand ist.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.