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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-11-30 · Heft 100 (30.11.1839) · p. Seite 625

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 100 (30.11.1839)
Date
1839-11-30
Page
Seite 625 (sequence 5)
Language
German
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625 erwartet werden kann, versteht sich von selbst, um so dringender ist aber die Anforderung an die Verstandigecn, leidenschaftslos die Sache von ihrer theoretischen und praktischen Seite zu prüfen, und die Geschichte der Vergangenheit wie der Gegenwart so zu Hülfe zu nehmen, wie sie leider am wenigsten benutzt wird, nemlich als die sicherste Lehrerin für die Zukunft." — Wir können diesen Artikel nur mit der herzlichsten Anerkennung verlassen, und freuen uns, hier einmal einen praktischen Beweis erhalten zu haben, wie die offenherzige Besprechung unsrer Angelegenheiten unsrerseits nur den eindringlichsten Erfolg bei allen Vocurtheilsfreien und Hassenslosen hat. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 17. Nov. (Privatmitth.)- Die dritte Lieferung deS großen Bibelwerkes ist bereits in den Händen des Publikums; die vierte Lieferung ist vollendet, und wird in diesen Lagen versandt. In dieser wird bereits in den dritten Abschnitt der Vorgeschichte der Offenbarung hinübergeschrittcn, und die Entfernung Jakobs auS Canaan, so .wie seine Rückkehr als zweite Phase der Einwandrung in Canaan in ihrer inncrn und äußern Nothwendigkeir gezeigt. Hiermit hört der Einfluß von Padan-Aram auf die Entwickelung der abrahamitischen Familie auf, und in leisen, aber sicheren Zügen werden die Fäden mit einem Lande angeknüpft, in welchem unter staatlichem und nationalem Einflüsse das Geschlecht JiSraclS quantitativ zum Volke werden, und qualitativ zum Volkwerden sich vorbereiten sollte. Die vielen bedeutsamen Fragen, die sich hier drängen, machen insonders diese vierte Lieferung zu einer inhaltsreichen. — Die Verbreitung dieses Bibelwerkes ist in bedeutendem Steigen begriffen, und die Anerkennung entschieden. Tages-Conlrole. Noch eine Erklärung des Rabbinen Alexanderssohn. Ein für mich aufs höchste bedauernswürdiger Umstand zwingt mich, das größere Publikum schon wieder mit meiner Angelegenheit zu belästigen. Herr Moses Sofer ist nun verstorben, und obgleich er sich auch bei Lebzeiten auf keine Weise hätte verantworten können, so wird doch Mancher mir vorrücken, ich hätte jetzt gut reden, da meinem Gegner leider der Mund geschlossen sei. Ueberdies wird theils aufrichtige Pietät und Dankbarkeit vieler Jünger desselben — zu deren Beförderung er oft in der Wahl der Mittel durchaus nicht ekel war *) — theils Gewohnheits¬ •) Um nur eines von untergeordnetem Belang anzuführen, verweise ich auf die iiftsot-r , die er dem Buche j-tfna von Bär Fränk ertheilt, obgleich dasselbe pag. 22 respekt der Gemeinde,, theils auch die seicht auszuübende Heuchelei der augenverdrehenden Nachbeter nicht ermangeln, in Trauerreden^ Biographien und Zeitungsartikeln von den hohen Verdiensten des Verstorbenen und von seiner Vollkommenheit ja Jnfallibilität als Mensch, als Theolog und als Richter ein so glänzendes Bild zu entwerfen,, daß ich, noch Unverstorbener und kaum zu leben habender Sterblicher, dabei ganz vernichtet werden müßte. Müßte sage ich,, aber nicht werde; denn mich erhält das Vertrauen auf meine Sache, die für mich als Rabbine, als Familienvater und als einfacher Israelit keine persönliche Streitsache mit dem seligen S., so wie auch in ihrer Beziehung auf die Stellung der jüdischen Geistlichkeit in Ungarn keine isolirte ist,, und auch nicht sobeurrheilt werden darf. Das Schicksal verfolgt mich auf ganz ausgesuchte Weise. Gegen einen einflußreichen Gegner, der es gewohnt war, im Finstern seine Pläne zu vollfuhcen, der sich auch nur deshalb zum willigen Werkzeuge einiger boshaften Menschen in Esabu. hecgab, weil er es mir nicht vergeben konnte, daß ich ohne seine Dazwischenkunft eine Anstellung erhalten hatte, und daß ich das von ihm geleitete abergläubische, unter dem Namen vd “rawa /tai bekannte Unwesen nicht gut hieß — gegen einen solchen Gegner gelange ich endlich dazu, die ihm völlig unerwartete und jedenfalls unerwünschte Waffe der öffentlichen Presse anzuwenden —: und fast in demselben Augenblicke stirbt er! Genörhigt bin ich nun, mein Antlitz dem Kiesel gleich zu machen und aufzutreten gegen das Andenken eines Mannes, den man sich nicht scheut, unserm Lehrer Moses zu vergleichen! Moses war der bescheidenste der Menschen, er machte für seine eigenen Kinder keinerlei Ansprüche, er wünschte, das ganze Volk möge aus Propheten bestehen, und er widmete sein ganzes Leben der gewissenhaftesten Justizverwaltung. Von ähnlichen Thaten wird in dem Leben meines Verfolgers wenig zu finden sein. Was die Gerechtigkeit betrifft: soll ich da. an S—l. Gr—nn in Miscolz., an den in Temesvar, an R. M. P—ll in Seefin, an die Rabbinenwahl zu Karlsburg u. dgl. m. erinnern? Die Vorgänge sind in ganz Ungarn bekannt. Herr im Himmel! braucht man sich selbst denn nur für einen Dalai Lama auszugeben, um sogleich vom ganzen Volke angebetct zu werden? Braucht man denn nur zu sterben, um alle feine Thaten gerechtfertigt zu sehen? 'w. -JrmbnrrtT , nör»a: um einen Lag. falsch berechnet, nämlich dort auf 'üs statt auf wodurch ein rna W& entsteht. Dieser Fehler ist in Blogg'S n-?np pag. 44 buchstäblich, abgedruckt.

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