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Der jüdische Wille · 1937-06-01 · Heft 3-4 (Juni 1937) · page 50

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der jüdische Wille
Volume
5 (1937)
Issue
Heft 3-4 (Juni 1937)
Date
1937-06-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
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Im Symbol offenbaren sich wesentliche Bezirke der Volksseele, d. h. der allen Volksteilen gemeinsamen seelischen Grundhaltung. Nun gibt es statische und dynamisch« Symbole, Symbolzeichen und Symbolhandlungen. Jüdische Symbolzeichen sind u.a." Magen David, Menora, Gesetzestafeln; für Kohaiiim und Leviten Segnende Hände und Kanne: statische Symbole, die, dem Juden und der Welt gegenübergestellt, die einmal geprägte Form durch die Jahrtausende bewahrt haben. Symbolhandlungen sind Riten und Bräuche wie Fasten und Beschneidung, Pessachritual, Hawdala usw.: 'dynamische. Symbole, die nicht an sich da sind, sondern erst durch den sie Übenden ins Leben treten. Die Mächtigkeit des Symbolfaktors im historischen Judentum, den auch die jüdische Aufklärung nicht hat ausmerzen können, lehrt dieses Brauchbuch auf jeder Seite. Es wird sieh allen, die jüdisches traditionelles Leben kennen, als eine liebevolle Zusammenfassung der symbolischen Äußerungen des Judentums bewähren, und denen, denen diese Dinge nicht aus Eigenem nahe sind, aus Erziehung, Erfahrung und Erlebnis, doch jüdischen Geistes einen Hauch vermitteln. Es handelt sich bei diesem Festbuch nicht um religionswissenschaftliche Studien. Weil es aufs Positive, Greifbare und Handfeste sozusagen, eingestellt ist, kann es aufs Wissenschaftliche verzichten. Woher die Brit Mila? Woher letzten Endes iKaschrut, das Pessachritual? Solche genetischen Fragen werden nicht gestellt und beantwortet, kaum gelegentlich gestreift. Ebenso spärlich wird religionsgeschichtlich vergleichendes Material geboten; bei der Fülle von Parallelen hätten aber vielleicht doch mehr Andeutungen interessiert. Oder wollte man den Bräuchen nicht ^den ahnungsvollen Platz rauben, den ihre religiöse Wirklichkeit braucht?" Jedenfalls ist da- *mit klar abgegrenzt, daß das Werk auf diesen tatsächlich noch sehr dunklen Gebieten nicht forschen und Neues bringen, sondern lediglich die Tatbestände ausbreiten und vorsichtig deuten will. Dieses Programm ist den Herausgebern und Mitarbeitern ausgezeichnet-gelungen. Behandelt werden nächst dem Sabbat die Hohen Feiertage, die Wallfahrtsfeste, die freudigen und die traurigen Gedenktage sowie die Tage persönlichen Erlebens (Geburt und Tod, Barmizwa, Hochzeit). Zu diesen Komplexen werden geboten: 1. Eine Darstellung des religiösen, geschichtlichen, nationalen Gehalts; 2. Einschlägige klassische Lesestücke, je nachdem aus Bibel, Mischna, Gemara, Midrasch, Josephus, Philo, Raschi, Maimonides, Jehuda Halevi, Gabirol u. a.; 3. Neuere Erzählungen und Dichtungen zum Thema, z. B. von Agnon, Baum, Beer-Hofmann, Bialik, Brod, Herzl, Perez, Werfel, Zangwill; 4. Auszüge aus wissenschaftlichen Schriften über den Gegenstand, so von Abr. Berliner, Dubnow, Graetz, Mendelssohn, Michael Sachs, Zunz; 5. Psychologisierende Essais von Baeck, Buber, Dienemann, Nobel, Franz Rosenzweig, Thieberger* 6. Beschreibungen des gegenwärtigen national-religiösen Brauchtums in Osteuropa und im Orient (Schmarja Levin, Oskar Baum, Grunwald u. a.). Die Darbietung jiddischer Volkslieder, die die einzelnen Stoffe illustrieren, hätte das Werk bereichern können; 7. Bemerkungen mit literarischen und biographischen Nachweisen, Erklärungen mannigfacher Art — wirklich gut instruierende Materialien. . 8. Abbildungen von Kultgeräten und Festbräuchen. Das Illustrationsmaterial ist völlig dem „Jüdischen Lexikon" entnommen. Dies bedeutete für Herausgeber und Verlag, der über die Platten des Jüdischen Lexikons verfügte, zweif el- 131

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