Der jüdische Wille
- Journal
- Der jüdische Wille
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1934)
- Date
- 1934-07-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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erblicken vermochten und ihren zionistischen Willen allgemein durchsetzen wollten, Sie gründeten 1906 in Berlin neben dem V.J.St. Berlin eine neue Verbindung, die „M a c cab a e a'\ Von dieser Verbindung ging die Zionisierung des B.J.C, aus. Wohl gab es unter der damaligen Altherrenschaft manche, die dieser Entwicklung nicht folgen mochten, manche, die sie in allzu großer Vorsicht für übereilt hielten. Aber die Maccabaea setzte sich durch; ohne den Programmpunkt vom Sammelpunkt aller jüdischen Studenten aufzugeben, nutzte sie im Gegenteil die dadurch erreichten Keilerfolge aus und führte die auf Grund dieser nationaljüdischen Zielsetzung gewonnenen Füchse in planmäßiger Erziehungsarbeit zum Zionismus, In allen B.J.C.-Vereinigungen beginnen die Tendenzkämpfe; als sie um 1910 erloschen, war der B.J.C. in Wirklichkeit ein Bund zionistischer Akademiker geworden. Und alle die, die damals im B.J.C. eine Rolle spielten, kennen wir auch als Vorkämpfer des deutschen Zionismus: neben den bereits Genannten Arthur Pelz, Emil Bernhard Cohn, Siegfried Moses, Salli Hirsch, Moritz Bileski, Bruno Kirschner, Georg Herlitz, Erich Cohn, Martin Rosenblüth, Arnold Hildesheimer, Gerhard Holdheim und viele andere mehr. Mit seinen mehr als 10 Vereinen war der B.J.C. ein nicht mehr zu übersehender Faktor im jüdischen Leben, wohl die stärkste Stütze der zionistischen Idee und Organisation in Deutschland geworden. II. Der B.J.C. war nicht der einzige Verband, der unter den studierenden deutschen Juden den jüdischen Nationalismus und in seiner notwendigen Folge den Zionismus vertrat. Als im Jahre 1902 Egon Rosenberg aus Brünn nach Berlin kam, mochte er sich dem V.J.St. in Berlin nicht anschließen; er war bereits entschiedener Zionist und war in Brünn in der „Veritas" aktiv gewesen, die wie alle zionistischen Studentenverbindungen in Oesterreich als straff organisierte Korporation bestand. Weder behagte ihm die allgemeine nationaljüdische Tendenz des V.J.St., die dem Zionismus eben nur Raum ließ neben anderen Bestrebungen, noch die damals nicht sehr feste Form des Vereinslebens. So gründete er mit einigen Gleichgesinnten die „Freie Verbindung Hasmonaea"; Ziel war, „die Idee des Zionismus zu fördern, ihre Mitglieder zum Studium der jüdischen Sprache, Geschichte und Literatur zu veranlassen und neben Pflege der Geselligkeit für die körperliche Ausbildung ihrer Mitglieder Sorge zu tragen." Hier nannte sich also eine jüdische Verbindung ausdrücklich zionistisch; und während der B.J.C. damals sich noch nicht dazu hatte durchringen können, trat man hier auch im Programm der Assimilation mit Schärfe entgegen. Niederlassungen entstanden in München („Jordania") und Freiburg (,ilvria"); die Hasmonaea erweiterte sich so zum „Kartell Zionistischer Verbindungen'* (K. Z. V,). Von Anfang an wurde unbedingte Satisfaktion gegeben; was im B,J.C, zwar ebenfalls üblich war, aber als Prinzip sich erst allmählich durchsetzte. Bei festlichen Gelegenheiten trug man ein Band mit eingesticktem Magen-David. Zahlenmäßig konnte das K.Z.V. sich natürlich nicht so ausdehnen wie der B.J.C; denn während Bekenntnis zum Judentum doch schon häufig gegeben wurde, mußte eine ausdrückliche zionistische Willenserklärung den meisten jüdischen Abiturienten damals noch schwer fallen. So konnte es geschehen, daß das K.Z.V, sich manchmal als das zionistische Corps empfand gegenüber dem größeren, aber gesinnungsmäßig nicht so entschiedenen und äußerlich nicht so festen B.J.C. Die Entwicklung jedoch, die der B.J.C. seit 1906 nahm, veränderte , das Verhältnis, Der B.J.C. wurde immer zionistischer; seine politische Erziehung verfolgte die gleichen Ziele wie die des K.Z.V., mit mindestens dem gleichen 116