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Der jüdische Wille · 1934-07-01 · Heft 4 (Juli 1934) · page 24

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Journal
Der jüdische Wille
Volume
2 (1934)
Issue
Heft 4 (Juli 1934)
Date
1934-07-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Erfolge. Die Vereine Jüdischer Studenten wurden auch im Komment dem K,Z.V, immer ähnlicher; als 1913 der Kartelltag des B.J.C. in Königsberg die unbedingte Satisfaktion beschloß, war eigentlich gar kein Unterschied mehr zu bemerken. In allen Körperschaften der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, in der Führerschaft des neugegründeten Wanderbundes „Blau-Weiß" arbeiteten B.J.C.er und K.Z.V.er gemeinsam miteinander. Im Frühjahr 1913, dann 1914 unternahmen beide Verbände gemeinsam Palästinafahrten. Eigentlich nur noch in gewissen Einzelheiten des Komments gab es Unterschiede, deren zionistische Bedeutungslosigkeit hüben wie drüben immer lebhafter empfunden wurde. Dabei gab es in der Keilarbeit immer schärfere Reibungen; denn wenn beide Verbände zionistisch erzogen, so mußten sie an die gleichen Keilfüchse sich wenden. Dieser Kampf um den Keilfuchs war um so verhängnisvoller, als die jüdischen Erstsemestrigen dadurch irritiert wurden und mit der Begründung, die Zionisten seien sich ja untereinander selbst nicht einig, leicht sich abwenden konnten. Der K.C. andererseits verdankte seiner immer deutlicher ausgeprägten antizionistischen Tendenz wachsende Keilerfolge. Als im Sommer 1914 die Eröffnung der neuen Universität in Frankfurt a. Main bevorstand, sah man sich ernsthaft vor die Frage gestellt, ob man den Bruderkampf dort fortsetzen sollte. Ganz spontan eigentlich kam es zu Beginn des Sommersemesters 1914 zu Verhandlungen beider Präsidien, aus denen organisch der Gedanke der Fusion erwuchs; die zionistische Verantwortung, die gesammelte Kraft gegen den gemeinsamen Gegner, die Assimilation, einzusetzen, wurde auf beiden Seiten gleichmäßig empfunden. Freilich, über die Namen und die Tendenzformulierungen gab es noch Irrungen; ob man das Wort Zionismus in den Namen oder den Tendenzparagraphen direkt hineinschreiben, oder ob es genügen sollte, dem Sinne nach ein zionistisches Programm zu geben, war Gegenstand des Streites. Auch waren natürlich mancherlei mehr persönliche Anhänglichkeiten und Empfindungen zurückzudrängen, was, besonders im K.Z.V., nicht allen leicht fiel. Aber es überwog doch der Wille, nach so langem und nutzlosem Gegeneinander eine „einheitliche, bundesbrüderlich verbundene zionistische Akademikerschaft" zu begründen. Der ^eschäftsführende Ausschuß der Z.V.f.D, wünschte in einer Resolution die Fusion durchgeführt zu sehen, die Aktivitas des K.Z.V., die in der Berliner Führerschaft des Blau-Weiß mit V.J.St.ern zusammensaß, erklärte sie geradezu für ein persönliches Bedürfnis. Und Egon Rosenberg wollte sie ebensosehr, wie Erich Rosenkranz, Kurt Blumenfeld und ihr Kreis im B.J.C. So kam es denn am 19. Juli 1914 zum Abschluß der Verhandlungen: das „Kartell Jüdischer Verbindungen" (K.J.V.) trat an die Stelle der beiden bisherigen Verbände, mit dem Ziele, „seine Mitglieder zu Männern zu erziehen, die in dem Bewußtsein der nationalen Einheit der jüdischen Gemeinschaft entschlossen sind, für eine der Vergangenheit des jüdischen Volkstums würdige Erneuerung in Erez Israel einzutreten." So entstand, kurz vor Ausbruch des Weltkrieges, das K.J.V. Richard Lichtheim, Gustav Krojanker, Elias Auerbach standen jetzt in derselben Reihe mit den aktiven Zionisten aus dem alten B.J.C. Erich Rosenkranz wurde der erste Präside des neuen Bundes. III. Gleichfalls vor dem Kriege noch, 1912, war der jüdische Wanderbund „Blau-Weiß" entstanden. Auch in der deutschen Jugendbewegung, in de» verschiedenen Wander vqgelbündea, in den Kreisen um Hans Blüher und Gustav 117

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