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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1842-01-01 · 1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842) · p. Seite 49

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
1 = Jahr 5603 (1842-1843) (1842)
Date
1842-01-01
Page
Seite 49 (sequence 106)
Language
German
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IRI
…/2609281-3184076--0106-3184213
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das Jahr 1841. 49 Dezember noch einmal derselbe vorgelegt, und sie find damit noch nicht zu Ende. Im Ganzen enthalt er übrigens wenig Günstiges, und nicht einmal über Aufhebung des Schutzgeldes können sie sich verständigen. — Die Gemeinde in Hamburg hatte im verflossenen Jahre mehrmals eine Feier zu begehen. Am 28. März wurde das 25jährige Jubiläum des äußerst wohlthätig wirkenden Vorschußinstituts, welches bereits beinahe 1 Million Mark Courant ausgeliehen, am 10. Juni die Grundsteinlegung zu dem neuen Krankenhause, das Salomo nHeine erbauen läßt, am 31. Oktober das 25jährige Jubiläum der Freischule auf sehr solenne Weise gefeiert. Außerdem wurde auch ein neuer Tempel für die Tempelgemeinde zu bauen beschlossen, und die dazu nöthige Summe leicht aufgebracht. Dagegen entwickelte sich gegen Ende des Jahresein bedauerlicher Streit, der Ln ganz Europa Wiederhall gesunden. Die Tempelgemeinde hatte eine neue Auflage ihres Gebetbuches veranstaltet; da erklärte sie der Chacham, Herr Bernays, in die Acht, der Frivolität, der Leugnung der Grundwahrheiten unsrer Religion schuldig, und jeden, der daraus betet, für einen Nichtjuden. Dem trat die Tempelgemeinde energisch entgegen und forderte die bedeutendsten Geistlichen Deutschlands zur Begutachtung auf. Auch der Oberrabbiner Ettinger zu Altona, obschon er Bernays Bulle nicht billigte, erklärte, daß der Israelit, der aus dem Gebetbuch bete, seiner ganzen Gebetpflicht nicht nachgekommen. Im Gegensatz erklärten eine Menge jüdischer Rabbinen das Gebetbuch aller jener Anschuldigungen frei, wie: Holdheim, Philippson, Geiger, Stein, Aub, Gutmann, Mannheimer, Auerbach, die israelitische Oberkirchenbehörde Würtemberg's, Friedländer, Kohn rc. rc. Daß diese Streitigkeiten auch in Persönlichkeiten ausarteten, ist sehr zu bedauern; doch hatten sie die Folge, Deutschland auf die Kultusreform wieder aufmerksam, und die Begriffe darüber bestimmter zu machen. In Hamburg selbst entstand eine sehr bedeutende Partei, welche die Reformirung wenigstens einer Synagoge dringend verlangt, — Für Altona endlich haben wir in kurzer Zeit ein sehr günstiges Gesetz zu erwarten. — 5

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