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Zion · 1932-04-01 · Heft 4-5 (April 1932) · p. Seite 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zion
Volume
4 (1932)
Issue
Heft 4-5 (April 1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 46 (sequence 16)
Language
German
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Seit* 46 Z I Ö N Nr. 4/5 uns gelungen, einer Reihe von Frauen die Schönheit des jüdischen Lieds zugänglich zu machen, die Lieder kultiviert und geschmackvoll singen zu lehren, und in dieser freudenarmen Zeit manche schöne sorgenfreie Stunde geistiger Freude zu schaffen. Alt ist in unserer sphnellebigen Zeit schon die Literatur der achtziger Jahre zu nennen, und so möchten wir das zweite Thema unserer Winterarbeit, Mendele Mocher Seforim, auch ein Zurückgreifen auf altbewährte» Kulturgut nennen. Dabei wurden wir von dem kompetentesten Beurteiler, dem Uebersetzer Mendeles, Herrn Dr. Salomo Birnbaum, angeleitet. In manchem seiner Werke bringt Mendele, der viel zu wenig hier im Westen gekannte stärkste Sittenschilderer des jüdischen Ostens, viel mehr kulturell und folkloristisch Wesentliches als der zur Zeit hofierte Schalom Asch. — Doch muß unsere literarische Arbeitsgemeinschaft neben Altem auch Neues bringen. So hatten wir eine tiefgründige faszinierende Führung durch das Buber-Rosenzweigschse Werk von Herrn Rabb. Dr. Joseph Carlebach, ferner wurde das Verständnis für den Dichter Jakob Wassermann, besonders dessen letzte Werke, durch mehrere Abende mit Dr. Armin Blau vertieft. Moderne Erziehungsprobleme mit jüdischer Beantwortung gab ein Kursus von Herrn Rabb. Dr. Holzer, der, gemeinsam mit der Wizo veranstaltet, lebhaft von unserer Gruppe besucht wurde. In populär-wissenschaftlicher Form wurde die Linie modern-jüdischer Mädchenerziehung herausgearbeitet, modern, soweit dies im Sinne der Tradition möglich ist — und die Nöte der heutigen Jugend mit den Augen des berufenen Jugendführers betrachtet. In dem gleichen Kreise fand ein Dinimkurs statt, den Herr Dr. Schereschewsky leitete und in dem außerordentlich viel Wissensstoff und Anregungen mitgegegeben wurden, und die Hörerinnen sich zu eigener Weiterarbeit veranlaßt sahen. Den Abschluß unserer kulturellen Winterarbeit bildete eine kunstgeschichtliche Einführung in die Bilder der Hagadah von Frl. Dr. Annie Mainz, die einen Querschnitt durch 7 Jahrhunderte jüdischer Illustrierkunst gab und zu einer kunstgeschichtlichen Arbeitsgemeinschaft anregte. Ueber die politischen Veranstaltungen unserer Gruppe mit Frau Anita Müller-Cohen und Herrn und Frau Prof. Fraenkel wurde schon an anderer Stelle berichtet. Ella Blau. Kiel. Am Donnerstag, den 26. Mai sprach im Rahmen der Veranstaltungen des Misrachi Herr Prof. A. Frankel über das Thema: „Das Erziehungswesen in Palästina". In bekannter Sachkenntnis - zeichnete der Referent in \\u stündigen Ausführungen die ganze Struktur des jüdischen Schulwesens des alten und des neuen Jischuw und die Stellung des jüdischen Schulwesens im Rahmen des gesamten Schulwesens im Lande. Die Fragen der Organisation, der Finanzierung sowie auch die der Lehrmethoden und der Aufstellung der Lehrpläne nahmen einen breiteren Raum in der Schilderung ein. Der Abend selbst hatte sich eines guten Besuches zu erfreuen. Lübeck. Auf Anregung von Frau Dr. Blau und Frau Dr. Wolfsberg, die am Chol-hamoed Pessach in Lübeck weilten und über den Stand der Misrachi- Frauenarbeit berichteten, wurde eine Arbeitsgemeinschaft der Misrachi-Frauengruppen Hamburg und Lübeck gebildet. Die Leitung der Lübecker Arbeit hat Frau Dr. Adler übernommen. Bei dieser Gelegenheit sei die Rührigkeit und der Erfolg der Hamburger Misrachi-Frauengruppe, die erst seit einem Jahr besteht und einen sehr schönen Aufschwung genommen hat, rühmend erwähnt. Um die Arbeit haben sich vor allem Frau Dr. Blau und Frau Dr. Schereschewsky verdient gemacht. Chronik und Notizen. Moritz S. Wolff. Zu den besten Namen, deren Träger dem Misrachi ihr Gepräge aufgedrückt haben, gehört der Name Moritz S. Wolff. Ein Mann, der alten Garde angehörend, der zu Lebzeiten Herzls sich mit jugendlicher Begeisterung der neuen Bewegung anschloß und sich der zionistischen Bewegung unter misrachistischer Fahne einreihte, hat Moritz S. Wolff seither mit unverbrüchlicher Treue an dieser Idee festgehalten. Uns als Palästinensern ist er seit seinem Auftreten als Vorstandsmitglied des Tachkenomischulkomitees bekannt. Es war damals eine trübe Zeit für uns. Der Weltkrieg hatte Palästina isoliert, es von Europa abgeschnitten und namentlich die Tachkemonischule von ihrem in Antwerpen residierenden Komitee, das für ihre materielle Existenz aufzukommen hatte, getrennt. Die mit schwerer Mühe aufgebaute Schule schien dem Untergange geweiht zu sein. Da trat Moritz S. Wolff auf den Plan. Er teilte uns in einem Briefe mit, daß man sich wegen des Bestandes der Schule keine Gedanken machen solle; er wolle selbst die Sorge für die Schule überneh-

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