Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921-1921)
- Issue
- 6. Jahrgang 5682 = 1921/22 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 36)
- Language
- German
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36 Die leitenden Gedanken der Kabbala, welche als die lehrhafte Quelle des Chassidismus angesprochen werden darf, hat nach den vorangegangenen Darstellungen von Franck und Joël Philipp Bloch in seiner „Geschichte der Entwicklung der Kabbala und der jüdischen Religionsphilosophie“ (Trier 1894, Verlag von Sigmund Mayer) herausgehoben. Eine Auswahl „aus dem heiligen Buche Sohar des Rabbi Schimon ben Jochai“ (1920, Welt-Verlag Berlin) hat Jankew Seidmann in eigenartiger Weise und nach wenig einleiich* tenden Gesichtspunkten zusammengestellt. Recht eigent* lieh eine Gloriole um den Chassidismus hat Martin Bub er, einer der bedeutendsten Schriftsteller und Denker unserer Zeit, gewoben. Von seinen zahlreichen Werken seien nur „Die Geschichten des Rabbi Nachmann“, „Die Legende des Baal Sehern“ und „Mein Weg zum Chassidismus“ (Frankfurt a. M., Lit. Anst. Rütten & Loening) genannt. Buber glaubt, dass vom Chassidismus die Erneuerung des Judentums ausgehen wrerde. Er verehrt die Mystik und die Ethik des Chassidismus im höchsten Masse, vergisst aber, dass der Chassidismus nur „gelebter Talmud“ ist, und es fehlt ihm die Erkenntnis dafür, dass die erhabene Sittenlehre, welche der Chassidismus predigt, nur auf dem Boden der Heiligung emporwachsen und gedeihen kann, welchen allein das Leben nach den Gesetzen des Judentums zu schaffen vermag. Von dem Bestreben, den Chassidismus von innen heraus zu beleuchten, lässt sich S. A. Horodezky in seinem weit ausholenden und umfassenden Werke „Religiöse Strömungen im Judentum, mit besonderer Berücksichtigung des Chassidismus“ (Bern 1920, Verlag von Ernst Bircher) leiten, indem er auch auf Grund eigener langjähriger Beobachtungen und Erleb-