Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 11 (1919)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1919)
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 34 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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fc Aufruf des Vorstandes der Bereinigung für das liberale Judentum Arbeit. Die eigentliche Aufgabe des jüdischen Lebens bleibt für uns nach der fürchtbaren Erschütterung durch diesen Arieg die Förderung und Vertiefung religiösen Empfindens und religiöser Weltanschauung, kur; der Wiederaufbau des religiösen Lebens.!Vir wollen wirken für die Verbreitung jüdischen Wissens, wir führen den Kampf gegen ZNdifferentisinus und Abfall und erstreben die Erweckung und Festigung des jüdischen Willens. Lebendiges, religiöses Judentum wollen wir pflanzen in Familie, Gotteshaus, Schule und Gemeinde. Ganz besonders wollen wir dahin wirken, daß die religiöse Unterweisung, mag sie auch durch jdie Trennung von Kirche und Staat ihren obligatorischen Charakter verlieren, im Mittelpunkt unseres häuslichen und öffentlichen jüdischen Lebens bestehen bleibt. Das liberale Judentum will wissende und tätige Geschlechter^ heranbilden. Große Aufgaben verlangen große Leistungen. Nur Geschlossenheit verbürgt den Erfolge Pflicht jedes Juden und jeder Züdin, die auf dem Boden des. religiös-liberalen Judentums stehen, ist es, in dieser Zeit der Entscheidung, der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland beizutreten und in persönlicher Eingabe sich ihren Aufgaben zu widmen und bei jung und alt dafür zu werben. Darüber hinaus aber muß, gerade in dieser für Deutschland so schweren Zeit, der Zerrissenheit und Spaltung des Judentums Einhalt getan werden. Das seiner Aufgabe sich mit 'Stolz bewußte liberale Judentum ist stärk genug, um Mit besonderem Nachdruck an seine andersdenkenden Brüder den N uf nach Ei.nigung ergehen zu lassen. Beseelt von heiligen! wollen und ' getragen von der Begeisterung unserer Väter sind wir dessen gewiß: Kronen mögen fallen und Reiche stürzen, unser Judentum bleibt stark und unvergänglich! Der Vorstand der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland. Zustizrat B. Breslauer, Ehrenvorsitzender, Berlin wichmannstr. 2\. Zustizrat w. plonsker, stellv. vorf., Berlin X., Badstr. 60. Sanitätsrat Dr. Ä. Bäerwald, stellv. vors., Frankfurt a. RI. Professor Dr. ZTC. Schaefer, Schriftführer, Berlin. Emil (Lohn, Schatzmeister, Eharlottenburg. Rechtsanwalt Dr. AI. Erlanger, Nürnberg. ' Zustizrat Fabian, Danzig. Viktor Fifchel, Elberfeld. Rabbiner Dr. Freudenthal, Nürnberg. Kommerzienrat N. Hamburger, Posen. Stadtrat und Kommerzienrat Fritz o m b ur g e r, Karlsruhe i. Baden. Rechtsanwalt Dr. W. Katzenstein, Bielefeld. Rechtsanwabt Dr. S. Kaufmann, (Löln. Zustizrat Dr. Kacmpfer, Posen. Albert Landauer, München. Zustizrat Dr. Loeb, Darmstadt. Frau Stadtrat Rosa Mgrck, Breslau. Rechtsanwalt Moos I, Ulm. Geh. Sanitätsrat Dr. Earl Reich, Breslau. Frau Rosa Sachs geb. Ginsberg, Berlin. Rabbiner Dr. Caesar Seligmann, Frankfurt a. M. Rechtsanwalt Dr. Tentler, Hamburg. Rabbiner Dr. Vogelstein, Königsberg i. Pr. Regierungsrat Dr. Bernhard, weiß, Berlin. Rechtsanwalt Dr. John wert? heim, Berlin. Serrmann wolffhelm, Königsberg i. Pr. 'Zllbert Wolf, Breslau. Stud. ing. Bruno wo^da, Berlin. Rechtsanwalt Heinrich Stern,^ Generalsekretär, Berlin. Postscheckkonto: Emil Lohn, Berlin Ass. 7> V Nr. 30525. Der jüdilche Kongreß und das liberale Judentum. Bon Dr. C. Seligmann-Frcmkfurk a. M. uch Worte haben ihre Schicksale. Lin Wort, bisher harmlos und friedlich, wird plötzlich zum Kampfruf, der die Parteien gegeneinander auf die Walstatt ruft. Solch «in Wort, das feit Monaten die an den öffentlichen Vorgängen interessierte Welt in Spannung hält, ist „der jüdische Kongreß in Deutschland". Einst der feierliche Ausdruck jener großen weltgeschichtlichen Zusammenkünfte, in welchen die Vertreter der Staaten über internationale Angelegenheiten, über Friedens-