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Liberales Judentum · 1910-02-01 · Heft 2 (Februar 1910) · p. Seite 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
2 (1910)
Issue
Heft 2 (Februar 1910)
Date
1910-02-01
Page
Seite 31 (sequence 7)
Language
German
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Gedicht: Hagar 31 Ganz nebenbei könnte man das Papierzerreißungs- und das Brieföffnungsverbot berühren. Ls fällt mir dabei ein Wort von Rabbi Akiba Eger ein: „wenn die jungen Leute wüßten, wie wenig Sünde es ist, am Sabbat einen Stock zu tragen, würden sie gar nicht daran denken, einen Stock zu tragen." (Fortsetzung folgt.) tiagar. Von Jolefa Metz. . . . . Und Hagar sah den Herrn und .Gatten an — Die dunkeln Augen weitete Erstaunen — Dann senkte sie den Blick. Mit schmalen, braunen, Mit raschen Händen griff sie nach dem Stab, Griff nach dem Brot, das Abraham ihr reichte, Und nach der Hand, die er zum Abschied gab. Noch einen letzten Blick gab sie dem Mann.... Und stand in Glut, und Abraham erbleichte. — — Und Hagar ging. Schwer hing sich in ihr Kleid Der Knabe ^Zsmael. Er murrte leise: So fort zu müssen von den Lämmern, Tauben, Die er gewartet und die ihn beglückt, Don Gärten, deren Früchte er gepflückt: Süße Granaten, säftereiche Trauben. Er weinte lauter bald uni Spiel und Speise. — Weit dehnte sich die wüste, endlos weit. — Die Tage krochen, einer nach dem andern, wie lahme Schnecken kriechen, langsam fort. Reglos das Land, von Sonnenglut verdorrt. Und alle Tage sahen Hagar wandern. — Die ß)fade fingen an sich zu verwirren. Kein Menschenlaut, der Wüstentiere Heulen von ferne nur, und wilder Tauben Girren. Der wind erhob den Sand zu fahlen Säulen. — — Der Knabe, den die wunden Füße brannten. Begann zu jammern, stumm in seinen Locken Versanken der gequälten Mutter Tränen, Denn Trank und Speise waren aufgezehrt. Die Sonne, wie ein Glut gewordenes Schwert, Stieß ihre Glut ins Land, das dürr und trocken. Und näher schon das Heulen der Hyänen. — — Mit Armen, die ihn kraftlos nur umspannten, Bettete Hagar ihren jungen Sohn,

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