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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1937-01-01 · 30 (1937) · p. Seite 106

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
30 (1937)
Article
Neue Forschungsaufgaben für die Geschichte der Juden im Mittelalter
Date
1937-01-01
Page
Seite 106 (sequence 12)
Language
German
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forschung der Tatsachen und Umstände der Entstehung dieses Schrifttums ist eine unentbehrliche Hilfsarbeit gegenüber dem Hauptanliegen einer Sichtbarmachung der darin zum Ausdruck kommenden Bewußtseinstatsachen. An dem Sinn und Wesen eines Schriftwerkes, wie etwa des „Sefer Chassidim“, geht man vorbei, wenn man immer wieder von einem Gemisch religiös-sittlicher Maximen und verkehrten Weltanschauungen oder rohem Aberglauben spricht. Der Inhalt der Staaten- und Weltgeschichte wird auch heute noch am sichersten aus dem Katalog zuverlässig festgestellter Urkunden, Akten und sonstiger öffentlicher schriftlicher Denkmäler abgelesen, während die Erkenntnisbemühungen um die Bedeutung des Volksgeistes und der Volkskräfte oft ins Nebelhafte und Subjektive führen. In der amorphen jüdischen Geschichte, wo als Hilfsmittel historischen Ver- Glaubensinnigkeit und kindlich reiner Sittlichkeit, aber auch voll von verkehrten Weltanschauungen und wüsten Aberglauben“. Ähnlich Dubnows Charakteristik in Bd. IV, § 40 ,,Moralisten und Mystiker“: „Dieses didaktische Sammelwerk (Sefer Chassidim), die Lieblingslektüre des mittelalterlichen Lesers, stellt ein sonderbares Gemisch dar. Auf erhabene religiös-sittliche Maximen folgen naive, oft von rohestem Aberglauben zeugende Volksauffassungen, auf nüchterne Lebensweisheit Ammenmärchen von Dämonen und Zauberern, die nur in der schwülen Atmosphäre jener finsteren Zeit gedeihen konnten“; Bd. IV, S. 335. Geänderte Auffassung über „Aberglauben“ charakteristisch in Hanns Bächtold-Stäubli, Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens; darin Aberglauben über Juden von Will -Erich Peuckert. — Jüdischer Aberglauben in den Bänden des Jahrbuchs für Jüd. Volkskunde, seit 1898 herausg. von Max Grünwald. — Bibliographie über „Kabbala und Aberglauben“ jetzt zusammengetragen von Peuckert, Panphilosophie, Stuttgart 1936; S. 485 f. 106

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