Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 24 (1921-1922)
- Article
- Adolf Zellinek
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Adolf Zellinek nach seiner geistigen und wissenschaftlichen Bedeutung. Bon Philipp Bloch- „Blumen sind an jedem Weg zu finden. Doch nicht jeder weiß den Kranz zu winden," Suter den führenden Geistern der jüdischen Theologie, welche in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die in der ersten Hälfte desselben Jahrhunderts begründete Wissenschaft des Judentums weiter auszubilden und auszubauen bestrebt waren, tritt als ein besonders markanter und interessanter Charakterkopf Adolf Jellinek, der Prediger von Wien, hervor. Schon feine äußere Erscheinung, obschon sie nicht gerade einem Schönheitsideal entsprach, machte einen ungewöhnlichen, bedeutenden Eindruck; wenigstens hatte der Schreiber der vorliegenden Skizze gleich beim ersten Anblick einen solchen Eindruck empfangen, als er im Sommer 1865 bei einer Studienfahrt nach Wien dem berühmten Kanzelredner seine Aufwartung machte. Ein verhältnismäßig großer Kopf ruhte auf einer mittelgroßen Figur und zeigte ein volles, rundes, fast bartloses Gesicht/) das geradezu an den Beethovenschen Gesichtstypus erinnerte; ein träunlerisches, dabei lebensheiteres Augenpaar forschte dem Beschauer entgegen und wurde durch eine hervortretende, kräftige Stirn gekrönt, J) Er hat bis zuletzt große Sorgfalt auf seine äußere Erscheinung verwandt.