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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-04-01 · 7 (4.1937) · p. Seite 7

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
7 (4.1937)
Date
1937-04-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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Seite 7 $Ofie ROSSbaCh KaSserstr.as DaEeSkleWer Neueste Modelle für Frühjahr u. Sport Umarbeitungen nach denselb. billigst deg&ng des Vereins und seine Entwicklung gereichen der Schule und ihnen, selbst zum Euhm. Es soll nicht der von Ihnen eingeführte Gesamtunterricht und «die Arbeitsgemeinschaft für die Probleme des Judentums vergessen werden, wo sämtlichen Schülerinnen und Schülern Gelegenheit' gegeben ist, in freier Wechselrede sich über alles auszusprechen, was ihr Herz bewegt, Einrichtungen, die eine Art 'Schulgemeinde schaffen und das Gefühl der Arbeits- und Lebensgemeinschaft erhöhen. Auf die Frage: „Was kannst Du, was leistest Du, wessen Geistes bist Du?" erteilten Sie die Antwort im Jahre 1929 anlässlich des 125jährigen Jubiläums unserer Schule, bei dem anerkannt wurde, dass unsere Erziehungsanstalt und die Männer, die das Werk der Gründer fortsetzen, der Tradition gerecht geblieben, dass aber darüber hinaus die Leitung mit allen verantwortlichen Persönlichkeiten es verstanden hat, den Sinn der Zeit zu •begreifen und danach Ziel und Weg der pädagogischen Arbeit zu bestimmen. Sie haben, sehr verehrter Herr Direktor, die Leistungen der Schule bei den Schulfeiern, bei den Makkabäertagen 1935 mnd 1936 unter Beweis gestellt und schliesslich in ganz hervorragender Weise bei der Pädagogischen Woche des Jahres 1934. Die Pädagogische Woche war eine Spitzenleistung; dieses Bekenntnis soll Ihnen in dieser Stunde nicht vorenthalten werden. Heute darf ich es bezeugen, dass Sie in den 16 Jahren Ihres hiesigen Wirkens eine schier unbegrenzte Arbeit auf sich genommen und bis zur Selbstaufopferung erfüllt haben. Sie w a - reu Diener ihrer Arbeit, und Ihre Arbeit war Dienst ander jüdischen Allgemeinheit. Allein diese Arbeit erschöpfte sich nicht in den praktischen und organisatorischen Aufgäben des Tages, sondern Sie versuchten in unaufhörlichem Mühen die geistigen Grundlagen zu vertiefen und neu zu gestalten. Sie waren bestrebt, das jüdische Fundament zu verbreitern und zu befestigen,- den Nährboden zu schaffen, aus dem der jüdische Mensch emporwächst. In der Zusammenarbeit mit uns im Schulrat kam Ihre aufrichtige Hingebung an das Werk, dem Sie sich gewidmet haben, zu lebendigem Ausdruck. Sie trugen Ihre in tiefschürfender, eifriger und sorgfältiger Arbeit gewonnene Ueberzeugung stets in einer Form vor, die von vornherein dafür bürgte, das3 Ihnen jedes Wort Herzenssache war. Ihren Worten gelang es stets, unser Verantwortungsbewusstsein zu steigern und unsere Entscheidungen erst nach sorgfältigstem Anhören Ihrer Gedankengänge zu treffen. Was er Euch gewesen, meine lieben Schülerinnen und Schüler, darf ich wohl zusammenfassen in den Worten: Er war Euch Beispiel und Vorbild, Helfer und Freund, liebend, sorgend und betreuend in jeder Stunde; er wollte, mit seinen eigenen Worten, Euch die Schule zur Heimat machen, zur Heimat des Herzens, zur Heimat des Gewissens, zur Heimat der Gemeinschaft, zur Heimat der Arbeit, zur Heimat des Könnens, des Kennens, der Kraft und des Wollens. Ich möchte nicht schliessen, ohne nicht eines Ereignisses aus der allerletzten Zeit zu gedenken. Am 12. Februar dieses Jahres verlieh der Eeichsunterrichtsminister im Einverständnis mit der Universität Cambridge dem Philanthropin das Recht, alle Abschlussprüfungen der englischen höheren Schu- 1 e abzuhalten. Es war für uns alle, sehr verehrter Herr Direktor, eine besondere Freude und Genugtuung, dass die Kenntnis dieser Anerkennung noch in der Zeit Ihrer Wirksamkeit an unserer Schule an uns gelangte. Namens sämtlicher Mitglieder des Schulrats danke ich Ihnen herzlichst und aufrichtigst für alle Mühe, für alle aufopfernde Tätigkeit, die Sie während der 16 Jahre für unser Schulwerk aufgewandt und ausgeübt haben. Die Saat, die Sie unermüdlich gestreut haben, ist in reichem Masse aufgegangen; wir sind überzeugt, dass keines der wertvollen Saatkörner verloren geht und dass gerade in dieser schweren Zeit, in die wir und die junge Generation hineingestellt sind, Ihr geistiges Werk uns stets klare Richtung geben wird. Rabbi Joseph Juspa Hahn zum 300. Todestag von Professor Dr. Aron Freimann Am 3. April 1937 sind 300 Jahre verstrichen, seitdem der hervorragende Rabbiner und, Schriftsteller in Frankfurt am Main, Joseph Juspa Nörlinger Hahn, am 9. Nissan des Jahres 5397 gestorben ist. Joseph Hahn entstammte einer in Frankfurt angesehenen Familie, die ihren Namen nach ihrem Stammhause ,.Zum rothen Hahn" gewählt hatte und deren Nachkommen noch zu den Mitgliedern unserer Gemeinde gehören. Ihm verdanken wir die Kenntnis der Vorgänge in Frankfurt während des Fettmilch' sehen Aufstandes und des Dreissigjährigen Krieges. Das zweite Heft der „Frankfurter Rabbinen" von Rabbiner Dr. Markus Horovitz s. A. gibt eine anschauliche Schilderung dieser Vorgänge und insbesondere der Tätigkeit Joseph Hahns. Die Familie Hahn wird wohl aus Friedberg nach Frankfurt eingewandert sein, sie war mit der gleichfalls aus Friedberg stammenden Familie Rothschild verwandt und hat eine Reihe hervorragender Mitglieder aufzuweisen. Joseph Hahn widmete sich besonders dem Studium halachischer Werke. Wir verdanken ihm eine Schrift „Josif Omez" betitelt, die zuerst von seinem Schwiegersohn in Frankfurt-M. 1723 herausgegeben wurde. Diese Schrift ist besonders für die Geschichte der religiösen Gebräuche in Frankfurt am Main wichtig, sie ist aber auch eine Quelle für den Unterricht und das Erziehungswesen bei den deutschen Juden im 17. Jahrhundert, Ueber Kinderzucht z. B. äussert sich der Verfasser in folgender Weise: ,,Wenn der Knabe zu sprechen anfängt, lehrt man ihn «Ion Ligenden Bibelvers sagen: „Die Lehre, welche uns Moses geboten hat, ist ein Erbteil der Gemeinde Jakob", sowie den ersten Vers des Schema-Gebetes. Deswegen schickt es sich, die Kleinen anzuleiten, dass sie während des Abtrocknens der Hände das „Höre Israel" sprechen. Mit zunehmendem Wachstum lässt man den Knaben noch andere Bibelverse auswendig lernen. Mit 3 Jahren lehrt man ihn die Buchstaben kennen. Kleine Kinder beschenkt man mit Honig, Nüssen u. dergl., um sie zu veranlassen, dass sie in die Schule gehen. Mit zunehmendem Wachstum lehrt man sie Näschereien verachten und verspricht ihnen schöne Kleider. Wenn der Knabe noch älter geworden, eifert man ihn dadurch zum Lernen an, dass man ihm sagt, er werde alsdann „Bachur" heissen. Weiter reizt man ihn an, indem man ihm die Titel Rabbi, Chacham, Dajjan, Ab-bet-Din in Aussicht stellt, bis er endlich so gross und verständig geworden, dass er alle diese Dinge verachtet, und Tora um ihrer selbst willen lernt. Man lehrt die Kleinen, den Eltern, den Lehrern, angesehenen und frommen Männern die Hände zu küssen. Man lässt sie an Zurüstungen für die Ausübung religiöser Vorschriften teilnehmen, z. B. lässt man sie den Lulab binden. Der Vater soll sein Kind lieben wie sich selbst, abetfser soll ihm seine Liebe

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