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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1937-04-01 · 7 (4.1937) · p. Seite 8

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
15 (1936-1937)
Issue
7 (4.1937)
Date
1937-04-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
Language
German
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Seite 8 Dr. jur. Hugo Hoff mannob™.'"te«1 Versicherungen aller Art nicht zeigen. In allen Stücken muss man seine Kinder gleich halten, um keine Eifersucht unter ihnen zu stiften. Man soll vor Kindern böse Mensehen tadeln und die guten loben. Der Vater soll seine kleinen Söhne selbst ins Gotteshaus führen und sie anleiten, die Eesponsen mitzubeten, jedoch dürfen sie nicht zu klein sein, in welchem Falle sie die Andacht der Beter stören würden. Auch bei Krankenbesuchen, Hochzeiten und Bestattungen soll der Vater die kleinen Söhne mitnehmen, um sie zur Uebung frommer Werke anzuhalten. Größere Kaben soll man nicht zu strenge behandeln, geschweige schlagen, auch nicht schelten und verwünschen, sondern ruhig mit ihnen reden. Gleichwohl soll der Vater auch seine erwachsenen, selbst die verheirateten Söhne zu ermahnen nichti aufhören, zumal hier, wo die Reiche.n ihre Söhne mit 14 oder 15 Jahren verheiraten. Da soll der Vater seinem Sohne auch nach der Hochzeit einen Lehrer halten. Sonst werfen die Söhne die Lehre von sich, und, da sie für nichts zu sorgen haben, sondern am Tische ihres Vaters oder Schwiegervaters essen, kommen sie in Gefahr auszuarten. Der Vater muss jedoch seine Ermahnung nach dem Alter des Sohnes abmessen, damit er ihn nicht zur Widerspenstigkeit reize. Ein 22- oder 24jähriger Sohn heisst erwachsen. Man halte, selbst wenn man reich ist, seine Kinder in Essen und Trinken so, wie sie es später allenfalls selbst verdienen können. Ein Sprichwort sagt: „Aus einem Pauer ist gut ein Edelmann zu zihn, aber aus einem Edelmann kann man nit wol ein Pauer zihn". Es ist sehr wichtig, Kinder von klein an einer edlen Ausdrucks-' weise sich befleissigen zu lassen, dass sie nicht klatschen, fluchen, schwören, unzüchtig reden und Schimpfnamen geben. Deshalb soll der Vater gleichfalls eine edle Ausdrucksweise pflegen, und Andere, die in Gegenwart der Kinder übel reden, darob tadeln. Man lege Kindern weder . Schimpfnoch Kosenamen bei, die hässlich sind, z. B. Wurm, Esel u. dergl., auch sage man nicht scherzweise zu ihnen: die Katze, der Hund, das Pferd wird dich beissen." „Der Vater soll wenn möglich seinem Sohne selbst den ersten Unterricht erteilen. Geht er in die Schule, so soll er ihn selbst dahin fuhren. Allzufrüh soll man ein Kind nicht lernen lassen. Der Schüler soll solange bei einem Gegenstand festgehalten werden, bis er ihn erfasst hat. Zuerst kommen die Buchstaben, dann die Vokale, dann die Verbindung der Laute zu Wörtern. Jedes muss zuvor fest eingeübt sein, bis man zum Andern übergeht. Ich habe selbst tüchtige Menschen gesehen, die nicht gehörig gemäss der Vokalisation lesen konnten, weil sie nicht von klein an daran gewöhnt worden waren. Beim Unterrichte in der Bibel seil der Schüler solange ausharren, bis sie ihm geläufig ist, auch soll man nicht einen neuen Wochenabschnitt mit ihm anfangen, bevor er den vorhergehenden durchgenommen hat. Es ist gemäss dem Midrasch Gebrauch der Frommen, den Bibelunterricht der Kinder mit dem III. B. M. zu beginnen. Mit 10 Jahren soll der Knabe Mischna, mit IS Talmud zu lernen beginnen. Hat er alsdann noch nicht das Verständnis dafür erlangt, so bleibe er dem Talmud fern, aber man fahre fort, ihn in den biblischen Büchern zu unterrichten, lasse ihn allwöchentlich den Wochenabschnitt samt der Erklärung Raschis oder wenigstens den Abschnitt im Zusammenhang lernen, sowie die über die Segenssprüche handelnden Kapitel aus dem Schulchan Aruch." (Aus Güldemann: Quellenschriften zur Geschichte des Unterrichts und der Erziehung bei den deutschen Juden). Joseph Hahn widmete sich auch gemeinnützigen Arbeiten in der Gemeinde. Er scharte um sich einen Kreis junger Männer, die er belehrte und die seine Lehren weitergaben. Noch heute wird seine Schrift „Josif Omez" in Frankfurt studiert und in öffentlichen Vorträgen verbreitet. Sammlung für die jüdischen Opfer des Weltkrieges Die Kriegsopferversorgung im Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, der-die Betreuung aller jüdischen Kriegsopfer übertragen ist, wird am Sonntag, den 11. April, eine Haussammlung durchführen. Die Wunden, die der Weltkrieg vielen unserer Glaubensbrüder, den Witwen und Waisen unserer Gefallenen geschlagen hat, sind nicht vernarbt. Die Not der jüdischen Allgemeinheit wirkt sich an ihnen in verstärktem Maß aus. Juden aller Stände und Richtungen haben in den vier Jahren des Kriegs ihre Pflicht vor dem Feinde erfüllt, eine Pflicht, die sie für alle Juden einlösten. Dankespflicht aller Juden ist es deshalb, beizutragen, daß die materiellen Nöte der jüdischen Kriegsopfer nach Möglichkeit gelindert werden. Der Aufruf zum Opfer, der dieser Nummer unseres Blattes beiliegt, ihat die Billigung der Gemeindekörperschaften und der jüdischen Gruppen aller Richtungen gefunden. Die Aktion wird sich deshalb der Förderng durch alle Juden erfreuen dürfen. Keiner möge sich ausschliessen, wenn die Sammler am 11. April an seiner Türe um eine Spende vorsprechen. Annahme sämtliche*' jg Reparaturen und Anfertigungen JUWELEN * GOLD * SILBER In echt Silber und. versilbert BESTECKE Uhren/Trauringe Anu. Verkauf aus Privatbesitz Stets Gelegenheiten in Juwelen Gß 11/29301 Dosen s Dosen SILBERSCHMIEDE KAISERSTRASSES NÄCHST ROSSMARKT FRANKFURT AM MAIN r KAISEPSTR ASSE3

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