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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1935-04-01 · 8 (4.1935) · p. Seite 301

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
13 (1934-1935)
Issue
8 (4.1935)
Date
1935-04-01
Page
Seite 301 (sequence 11)
Language
German
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Seite 301 HANS MARCUS TREUHANDER FACHBERATER FÜR STEUER- UND DEVISENRECHT GOETHESTR.5 TELEFON28561 seiner medizinischen Schriften abgefärbt. Wie in der Einleitung zum Mischne Thora Maimonides sein Programm entwirft, keinen Kommentar mit Fragen und Kontroversen, sondern einen Kodex des gesamten Judentums vorzulegen, so sind auch seine medizinischen Schriften kein Kommentar zum krankhaft veränderten Lehen (pathologische Physiologie), sondern normativ gedachte Verordnungen, wodurch die besondere Tonart Maimonides' von seiner jüdisch-wissenschaftlichen Seite erklärt, ist. In welchem Alter verfasste Maimonides seine medizinischen Schriften? Es fiel mir auf, daß alle bekannt gewordenen medizinischen Schriften Maimonides' erst gegen Ende seines Lebens abgefasst wurden, während seine jüdisch-wissenschaftlichen Werke in die jüngeren Lebensabschnitte fallen. Ich stelle dies zusammen. Maimonides vollendete seinen Mischnakommentar mit 33 Jahren; sein größtes Werk, den Kodex Mischne Thora mit 45 Jahren; seinen philosophischen More nebuchim mit 55 Jahren. Dagegen fällt nur der Abschluss seiner „Aphorismen" etwa in die Zeit des More, also mit 55 Jahren. Erst mit 63 Jahren schreibt er über „Gifte und ihre Heilung" und die Gesundheitsanleitung für den Sultan. Letztere Schrift ist nach Steinschneider die interessanteste, für Maimonides' Methode besonders charakteristisch. Diese Schrift liegt übrigens in einer sehr schönen neuen Ausgabe .(Verlag Dr. H. Grossberger, Heidelberg) mit einer Einleitung von Prof. Dr. A. Freimann (1930) als faksimilierter Neudruck der ersten lateinischen Uebersetzung (Florenz um 1477) jetzt vor. Bekanntlich hat Maimonides das Alter von 69 Jahren erreicht. Das verhältnismässig späte Datum der medizinischen Schriften versuche ich folgendermassen zu erklären: Maimonides war sich des gigantischen Ausmasses seiner jüdischen literarischen Ziele bewußt. Er wollte daher keinen Augenblick seiner arbeitsreichen Tage und Nächte JaCOb Geiger General-Agentur seit 35 Jahren Versicherungen alter Art. Freiherr vom Steinsfrasse 48 Telefon 71814 opfern, ehe er sein eigentliches Lebenswerk vollbracht hätte. Ein mehr äusserlicher Grund wäre der Umstand, daß erst gegen Ende seines Lebens Maimonides zu einer repräsentativen Stellung als Hofarzt gekommen ist, die eine medizinisch-literarische Wirksamkeit begünstigt hat. Dafür sind aber auch manche Stellen so voll abgeklärten Verständnisses für psychologische Zusammenhänge, wie das 3. Kapitel der Gesundheitsanleitung, wo die Schilderung der Gemüts- und Affektstörungen auch den modernen Seelenarzt mit Bewunderung erfüllen muss. Das Schicksal der medizinischen Schriften Bleiben wir bei der erwähnten Gesundheitsanleitung für den Sultan Almalik Alafdal, so hat sie unter dem Titel „Tractatus de regimine sanitatis" in den Jahren 1477-1535 nicht weniger als 6 verschiedene lateinische Ausgaben erlebt. Aber erst 1838 ist zum ersten Mal eine hebräische Uebersetzung erschienen. So übte Maimonides in seinen lateinischen Uebertragungen einen großen Einfluss auf die abendländische Medizin aus, während unter den veränderten kulturellen und soziologischen Verhältnissen des ausgehenden Mittelalters unter den Juden ein ähnlicher Einfluss des Arztes Maimonides nicht mehr in Frage kommen konnte. ZerliroclieDe FenstersdieiHen? M Glaserei Rechneigrabt>nstr l() Bildereinrahmungen j)ann nur Clemens Kafin äs Das Schriftwort Über die Tage des Meffias von Max Dienemann Maimonides schreibt im letzten Kapitel von Mischne Thora im zwölften Abschnitt der Hilchot Melachim: „1) Man darf sich nicht vorstellen, daß in den Tagen des Messias irgend etwas fortfallen wird von dem bisherigen Lauf der Welt, oder daß irgend ein Neues in der Schöpfung aufkommen werde; vielmehr die Welt wird weiter ihren gewohnten Gang gehen. Und wenn es in Jeschajahu heisst (cap. 11, V. 6): „dann gastet der Wolf beim Lamm, der Pardel lagert beim Böcklein", so ist das nur als Gleichnis und Parabel zu verstehen. Gemeint ist damit: Israel wird wohnen in Sicherheit vor den Frevlern unter den Heiden, die mit dem Wolf und dem Pardel verglichen werden, wie es heisst (Jirmejahu cap. 5, V. 6): „der Steppenwolf wird sie gewaltigen, der Pardel lauert an ihren Städten"; und alle werden sie zurückkehren zum wahren Glauben, sie werden keinen Raub mehr begeTien und kein Verderben üben, sie werden leben von dem, was erlaubt ist, in Ruhe in Israel, so heisst es denn auch (Jeschajahu cap. 11, V. 6) „und der Löwe wird Stroh fressen wie ein Rind". So sind auch alle Worte zu verstehen, die in Bezug auf den Messias geschrieben stehen, sie sind Gleichnisse; und in den Tagen des Königs Messias wird für alles bekannt werden, wofür es ein Gleichnis war und was man damit andeuten wollte. 2) Die Weisen haben gesagt: der einzige Unterschied zwischen der gegenwärtigen Welt und den Tagen des Messias ist, daß aufhören wird die Knechtung durch fremde Gewalten. Aus dem einfachen Wortlaut der Propheten ist ersichtlich, daß zu Beginn der Tage des Messias der „Krieg von Gog und Magog" sein wird, (Jecheskel cap. 38 und 39) und dass vor dem Krieg von Gog und Magog ein Prophet aufstehen wird, Israel den rechten Weg zu weisen und seinem Herzen die rechte Richtung zu geben, denn so heisst es (Maleachi 3,22): „wohlan ich sende euch Elija den Künder, bevor der Tag Gottes kommt, der große und furchtbare"; und er kommt nicht, um al9 unrein zu erklären, was rein ist. oder als rein zu erklären, was unrein ist oder um Menschen einen Makel anzuheften, die als unzweifelhaft einwandfrei gelten, oder um als einwandfrei zu erklären, was als unzweifelhaft bemakelt gilt, sondern um Frieden in der Welt zu stiften, denn so heisst es (Maleachi 3,23): „er wird umkehren lassen der Väter Herz zu den Söhnen, der Söhne Herz zu ihren Vätern". Manche von den Weisen sagen, daß vor dem Messias Elijahu kommen wird; von all diesen und ähnlichen Dingen weiss kein Mensch, wie sie sein werden, bis daß sie wirklich gewesen sind; sie sind bei den Propheten selbst nicht offenbart; auch die Weisen haben keine giltige Ueberlieferung darin, sie erschliessen sie aus der Auslegung der Verse, und darum haben sie über diese Dinge Meinungsverschiedenheiten. Und jedenfalls haben die Ordnung des Werdens RflÖlOänlelban £tirill9QD43233 GrfmmStr. 7

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