Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 11 (1932-1933)
- Issue
- 4 (12.1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 97 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 97* Ein Festgeschenk von Dauer ist ein Abonnement für den PALMENGARTEN Für eine Familie RM. 25.— (Beikarten frei) Für eine Einzelperson RM. 13.— Jetzt schon gültig bis 31. März 1934 Europa Ausland Lon\ Oesterreich. Von der Polizeidirektion in Wiener-N'eustadt wird Whvv nächtliche Ueberfülle anl' jüdische Geschürtslokale u:i:l Privatwohniingen berichtet. Frankreich. Der Präsident der Französischen Republik, l.ebrun. hat sich bereit erklärt, das Patronat über die Aktion zur Schaffung eines 15 r i a n d - W a l d e s auf Boden des jüdischen National-Fonds in Pulästina zu übernehmen. — In Paris verstarb nach längerer Krankheit der berühmte Altertumsforscher Salonion R e i n a eh . der wegen seines umfassenden Wissens auf den verschiedensten Gebieten ..der letzte Polyhistor". ..eine lebende Enzvelopüdie'" genannt wurde. Bereits in jungen uen ins ..Institut de France"" und in die Verwaltung des ...Musee du berufen, hat er. einer der fruchtbarsten Schriftsteller, die wissenschaftliche Welt namentlich mit archäologischen, prähistorischen, religions- und kunslgeschichtlichen Werken bereichert. Auch dem Judentum hat Salomon Reinach als tätiges Mitglied der ..Alliance Israelite Universelle" seit 1S8T und der ..Jcwish Colonisation Association (ICA)"" seit ihrer Begründung gedient. Unvergessen wird in der ganzen judenheit seine unter Aufopferung seiner ganzen Persönlichkeit und seiner großen Mittel betätigte Mitwirkung bei der Aufklärung der Drevi'us-Afläre bleiben. Rußland. In den Monaten Januar bis August 1932 wanderten 8000 Juden nach B i r o - B i d s e Ii a n . von denen 50—60% das Land verlassen haben. Trotzdem will die Sowjetregierung bis zum Filde des Jahres l')v> dort 25 000 Juden neu ansiedeln. — In der Sowjetunion gibt es heute über 1200 Schulen, in denen die Unterrichtssprache jiddisch ist; sie werden von mehr als 160 000 Kindern besucht. Polen. Rechtsanwalt Arthur Miller, ein Schwiegersohn des Warschauer Rabbiners Professor Schorr. wurde zum Oberstaatsanwalt beim Obersten polnischen Gerichtshof ernannt. — Im Alter von 79 Jahien verstarb in Lemberg der berühmte ..Jarisower P.aw"" Wolf Gerstel. Fr war nicht nur ein hervorragender Talmudisf. Mindern auch ein großer weltlicher Gelehrter. Litauen. In einem Gespräch mit Pressevertretern wandte sich der Rektor der Universität Kowno mit Entschiedenheit gegen die Einführung des von mehreren Studentenorguiiisationen geforderten Numerus clausus. Tschechoslowakei. Der Stadtrat von Eger hatte vor einigen Monaten ein Schächtverbot erlassen. Gegen dieses Verbot hatte die israelitische Kultusgemeinde bei der Bezirksbehörde Einspruch erhoben. Diese zwang daraufhin den Stadtrat, das Verbot wieder aufzuheben. Amerika Zu Gouverneuren wurden gewählt: Tin Staate Illinois der jüdische Richter Ilenrv Horner und im Staate New York der bisherige Vizegouverneur dieses Staates, Herbert H. Lehmann. Letzterer ist der erste Jude, der auf einen solch hohen Posten berufen wurde. Aut'er Lehmann und Horner gibt es in Amerika noch zwei jüdische Gouverneure: Julius M. Meier im Staate Oregon und Arthur Seliginyn im Staate Xew Mexiko. Palästina Tn diesem Jahre wurden für 6->5 104 Pfund Orangen nach Deuts,bland exportiert, d. h. für etwa F>0 000 Pfund mehr als im Jahre l<r,|. 89. Geburtstag Frau .J e a n e 11 e E Ii r e n f e 1 d , Sternstraße 28, feierte am 19. November ihren 80. Geburtstag. Frau Ehrenfeld ist in bewundernswerter Rüstigkeit Tag für Tag an der Seite ihrer Söhne in dem von ihrem verstorbenen Gatten gegründeten weitbekannten Geschäft tätig. Der verehrten Jubilarin, die im Stillen viel Gutes tut, seien herzliche Wünsche für ein langes und tätiges Leben dargebracht. 70. Geburtstag Herr Semmy Kassewitz, Zeppelin-Allee :", früher in Finna Kassewitz '& Weil, war anläßlich seines am 4. November in seltener Frischegefeierten 70. Geburtstags Gegenstand zahlreicher Ehrungen, die von der . allgemeinen Beliebtheit, zeugten, deren sich der Jubilar in weiten Kreisen erfreut. 70. Geburtstag Am 6. November feierte Frau Zerline Polian geb. Gans ihren siebzigsten Geburtstag. Der Jubilarin gelten die herzlichen Glückwünsche ihrer Angehörigen und Freunde und aller derer, die ihr frommes und wohltätiges Wirken zu beobachten Gelegenheit haben. 50. Geburtstag Am heutigen Tage feiert Frau T h e r e s e F r e i tu a n n . die Gattin eines der stellvertretenden Vorsitzenden des Geineindevorstands. Professor Freiniann. und Tochter unseres unvergeßlichen Rabbiners Dr. .Markus Horovitz s. A.. ihren fünfzigsten Geburtstag. Zwar pflegt das Genieindeblatt von fünfzigsten Geburtstagen keine Notiz zu nehmen: der ('instand indessen, daß Frau Professor Freiniann die erste Frau ist. die von der O-.meimlevei waltung ins Pflegamt des Krankenhauses berufen worden, wo sie seif zwölf Jahren unvergleichlich segensreich wirkt, erscheint mir ein gerechtfertigter Anlaß, das Schreiben iiii (Jemeindeblatt zum Abdruck zu bringen, mittels dessen der Vorstand Frau Professor Freiniann ins Ptleganit berufen hat. Der Iiii-.-l' vom 21. Juli 1920 laut ■! folgendermaßen: ..Sehr geehrte fruit Professor! Wir beehren uns, Ihnen anzuzeigen, dal! wir Sie zum Mitglied des l'flegamts unseres Kranken haie.es gewählt haben und lullen Sie. .lieses fh i eis, iint anzunehmen. W ir .sind uns!>e\> uHf. dal? liie-e Ben.nhrichligi.-ng mehr bedeutet als in ähnlichen Fällen, denn zum ersten Male wird damit in unserer Gemeinde einer Frau ein ofUzielle.-» Yerwultungsuini übertrugen. Finer Frau allerdings, die mit bewunderungswürdiger Hingabe und mit grölitem Frfolg ihre ganze Per-ünüclikeit in den Dienst sozialen Wirkens ' gestellt hat, und von der wir wissen, daß ihr diese Arbeit iiiihf eine Sache des guten Tons oder des Zeitgeistes M. sondern eine [Mliihl und eine Lebensaufgabe. Dal; es zudem eine Toihtcr unseres unvcrgeliliclieii Rabbiners Markus Horovitz s. A. ist. der wir ein so bedeutsames Amt zuweisen konnten, erfühl uns i,iil besonderer Freude. Mit vorzüglicher Hochachtung Der V o r s 1 a 11 d der I s r a e 1 i 1 i s c Ii e 11 G e m e i u d e."' Ich rufe dem G:ditu tstagskind namens der gesamten Gemeinde ein herzliches ..Glückauf"" zu. J 11 s f. i /. rat I» r. F.! a u Goldene Hochzeit Am 17. Dezember kann Herr Direktor Carl Herzberg an der Seite seiner Gattin, Frau Amalie geb. Feisenberger. das seltene Fest der goldenen Hochzeit begehen. Von jeher hat Herr Carl Herzberg seine Kraft nicht nur in den Dienst seines Berufes als Direktor der Deutschen Effekten- und Wechselbank, der seine Lebensarbeit gehörte, gestellt, sondern sieh auch im Dienst der Allgemeinheit und unserer Gemeinde eifrig betätigt. Von 1891 bis 1900 im (iemeindeausschuß, von da ab bis 1920 im Gemeindevorstand und in zahlreichen anderen Körperschaften, hat Carl Herzberg unermüdlich die Interessen der Gemeinde und der ihr nabestehenden Fanrichtungen gefördert und so der Allgemeinheit wertvollste Dienste geleistet. Dem gütigen und stets hilfsbereiten Jubelpaar gelten die herzlichsten Glückwünsche eines großen Kreises von Freunden und Verehrern. Todesfall Im Alter von (i.'i Jahren verstarb am ">. November die Oberstadtsekretärin Fräulein Lilly K atz. die nach jahrzehntelanger Tätigkeit im Dienst der Stadt Frankfurt vor kurzem m den Ruhestand getreten war. Bei der Beisetzung hielt Herr Kabbiner Dr. Salzberger die Gedenkrede. Herr Direktor Rudolph sprach für die Stadtverwaltung, Herr Direktor Nelles für die Kollegen. Gesangsvorträge des Herrn Oberkantors Xaumow- Fleischmann und des Straßenbahnerchores verschönten die Trauerfeier, die noch einmal das Bild der gütigen, selbstlosen und pflichttreuen Heimgegangenen lebendig werden ließ. Berufung Professor Dr. J o s e f B e r b e r i c Ii. Frankfurter Universitätsklinik für Nasen-, krankheiten, ist zum Direktor der Nasen-, klinik in Berlin-Neukölln berufen worden. Oberarzt an der Hals- und Ohren- Hals- und Ohren- 20. Dezember: Sehellingstraße 7. 70. Geburtstag Herr S i e s m u n d B o d e n h e i m e r . Herr canti. med. Heinrich Hornstein, der seine Ausbildung in der Gesangschule Würzburger erhalten hat, war an den hohen Feiertagen mit gutem Frfolg als Kantor in Zürich tätig.