Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1932-12-01 · 4 (12.1932) · p. Seite 96

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
11 (1932-1933)
Issue
4 (12.1932)
Date
1932-12-01
Page
Seite 96 (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3094266-3094386-3094390--3414-3098186
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 96 Mazzenbäckerei Die automatische Mazzenbäckerei der Gemeinde, Heidestraße 79. wurde aufs gründlichste renoviert und auch für das laufende Jahr der bewährten Leitung des letztjährigen Pächters, Herrn I. Benjamin, unterstellt. Es ist alle Gewähr dafür geboten, daß die Bäckerei nur Mazzen von hervorragender Beschaffenheit liefert, so daß die Gemeindemitglieder keine Veranlassung haben, ihre Mazzen von auswärts zu beziehen. Vermehrte]' Umsatz wird sich auch auf die Gemeindefinanzen günstig auswirken und daher mittelbar den Gemeindemitgliedern zugute kommen. Es wird dringend gebeten, den Bedarf nur aus der Gemeindebäckerei zu decken. Bekanntmachungen des Friedhofsamtes Grabsteine Auf unseren Friedhöfen, insbesondere auf den Friedhöfen an der Rat-Beil-'Straße und in Bockenheim, befinden sich eine Anzahl Grabsteine, die nicht .mehr standsicher sind, so daß sie umzustürzen drohen. Die Verfügungsberechtigten sind haftpflichtig und. werden aufgefordert, die Standsicherheit der Denksteine einer Nachprüfung zu unterziehen und die erforderlichen Maßnahmen schnellstens in die Wege zu leiten. Soweit dieser Aufforderung nicht entsprochen wird, müssen die nicht standfesten Grabsteine durch das Friedhofsamt umgelegt werden. Meldung von Sterbefällen Bei vorkommenden Sterbefällen ist umgehende Benadiridiligung des Friedhofsamtes (Fernspr.-Sammelnummer Zepp. 52041) erforderlich. Soweit die behördlichen Formalitüten (ärztlidi ausgefüllter Todesschein, Anmeldung beim zuständigen Polizeirevier und Standesamt) nicht von den Hinterbliebenen erledigt werden können, wird dies auf Wunsch vom Friedhofsamt besorgt. Die Vorlage dieser Dokumente ist Vorbedingung für die Festsetzung der Beerdigung. Friedhofsgärtnerei Das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde ist durch die mit allen neuzeitlichen Anlagen ausgestattete Friedhofsgärtnerei in der Lage, sämtliche vorkommenden gärtnerischen Arbeiten auf den Friedhöfen der Gemeinde auszuführen. Es übernimmt die Neubepflanzung der Grabstätten mit Efeu, Sedum, Immergrün und Blumen, sowie deren dauernde und jähr weise Pflege. Fadimännische Beratung und Kostenberechnungen werden gebührenfrei durch die Friedhofsgärtnerei, Eckenheimer Landstraße 238 (Fernspr. Zeppelin 52041 und 52042) oder durch das Getneindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 37 (Fernspr. Hansa 27544) zur Verfügung gestellt. Die Gemeindemitglieder werden gebeten, sich bei Bedarf an Topffi f 1 a n z e n und Schnittblumen der auf den Friedhöfen befindicfaen Verkaufsstellen zu bedienen. Nähere Auskunft erteilen die Pförtner. Mit Rücksicht auf das Verkaufsverbot am Sonntag werden die Friedhofsbesucher gebeten, ihre Blumenbestellungen bis spätestens Freitag nachmittag in der Friedhofsgärtnerei aufzugeben. Auf dem neuen Friedhof an der Eckenheimer Landstraße werden laut Gemeindebe>schluß alle färtnerischen Arbeiten in eigener Regie des Friedofsamtes der Gemeinde ausgeführt. Oeffnuiigszeiten der Friedhöfe Die Friedhöfe an der Rat Beil-Straße und an der Eckenheimer Landstraße sind in der Zeit vom 1. November 1932 bis 15. Februar 1933 von 1A bis 17 Uhr geöffnet. — Freitags wird eine Stunde vor Beginn des Sabbats geschlossen. Samstags und an den jüdischen Feiertagen sind die Friedhöfe geschlossen. Gedäch tnisl ich ter Zum Andenken an Verstorbene können in den Gemeindesynagogen Gedächtnislichter gebrannt werden. Die im Voraus -zahlbaren Gebühren betragen: für ein Licht am Jahrzeitstag Rm. 1.— für ein Licht während des Trauerjahres (11 Monate und am ersten Jahrzeitstag) Rm. 75.— für ein ewiges Licht am Jahrzeitstag Rm. 100.— für ein ewiges Licht am Jahrzeitstag einschließlich Verrichtung des Kaddischgebets Rm. 200.— Sprechstunden der Gemeinderabbiner Dr. Hoff mann, Börneplatz 16, Fernspr. Hansa 22024, 15—16 Uhr — Dr. Horovitz, Staufenstraße 30, Fernspr. Maingau 77963, 15—16 Uhr (außer Montag) — Dr. Salzberger, Eschersheimer Landstr. 67, Fernspr. Zeppelin 56920, lö'A—lQA Uhr — Dr. Seligmann, Böhmerstraße 9 part., Fernspr. 51184, 17—18 Uhr — Rabb. Kand. Dr. V o g e 1 s t e i n, Altkönigstraße 10a bei Richter, Fernspr. Maingau 74018, 9.15—10.15 Uhr (außer Mittwoch). Andere Sprechzeiten können telephonisch vereinbart werden. Zuwendungen Die G e m e i n d e b i b 1 i o ( h e k erhielt Zuwendungen von de.n Herren Dr. E. Baemv-akL - Julius Bloch, Moritz Opi'-e-'nheimv'r, Isidor Kaiser und Dr. E. Blau. Das Muse u m j ü d i s c h e r A11 e r t ü m e r erhielt folgende Geschenke: Von Frau Emilie Cohn-Zuntz einen Hamanklopfer, von Herrn Baron Albert v. Gokls'chmidt-Rothschild eine Komposition -der Frau Baronin Mathilde von Rothschild, auf Marmor graviert, von Herin Baron Rudolf v. Goldschmidt-Rothschild ein Beschneidungsmesser und einige Dokumente, von Herrn Z. M. Hackenbroch ein Bessamimgefäß, von Herrn Leopold Levi eine Lichtputzschere, von Herrn Direktor 1. Meyer zwei Schofarhörner, von Herrn Dr. I. Schmidt eine größere Anzahl von Dokumenten, von Herrn Emil Schwarzschild einige Dokumente. Sdiluss der amtlichen Anzeigen. Deutschland Allensteiit. Wegen eines von ' mehreren Nationalsozialisten verübten Attentats auf das Kuulhuus Abraham wurden nunmehr vom Sondergericht einige dei Täter zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt. — Berlin. In diesem Jahre kann der „Jüdische Verlag", in dem u. a. das fünfbündige .Jüdische Lexikon" ersdiienen ist. auf ein dreißigjähriges Bestehen zurückblicken. — Im Rahmen der von der Jüdisdicn Gemeinde veranstalteten religiösen W e i 1) e s t u n d e n spradi am 15. 11. in der Prinzregentensynagoge Heinridi Mann über das Thema ..Nach der Wahrheit leben*". — Vom 2. 12. ab wird von der Reform gemeinde an jedem Freitag ein Gottesdienst veranstaltet, in dessen Mittelpunkt eine Vorlesung aus der Bibel stehen wird. — Am 14. 11. vollendete der frühere deutsdie Botschafter in Washington, Heinrich Graf Bernstorff, Präsident des „Deutsdien Komitees Pro Palästina", sein 70. Lebensjahr. — Die Dichterin Else Lasker-Schüler wurde mit dem (geteilten) Kleistpreis ausgczeidinet. — Aus Anlaß seines 60. Geburtstages ernannte die Reforingemeinde ihren Prediger Rabbiner Dr. Joseph L e h m a n n zum Ehrenmitglied. — In letzter Zeil häufen sidi die Fälle, in denen Anschlüge auf Berliner Synagogen verübt werden. — Professor Dr. Eugen Holländer, der bekannte Berliner Chirurg, der audi eine große Reihe wertvoller medizinhistorisdier und kunstgesdiiditlicher Arbeiten veröTfcntlidit hat, ist im Alter von 65 Jahren gestorben. — In einer feierlidi verlaufenen Kundgebung im Plenarsaal des Reichswirtsdiaftsrats in Berlin überreidite die Bundesleitung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten den Vertretern der Behörden, der Verbände und der Presse das G e d e n k b u c h für die jüdisdien Gefallenen des deutschen Heeres, der deutsdien Marine und der deutsdien Sdiutztruppen. Reichs- und Staatsregierung waren vertreten, fast alle jüdischen Organisationen hatten Abgeordnete entsandt. Oberstleutnant Ott hielt als Vertreter des Reidiswehrminisiers eine Anspradie, in der er znsidierte, daß man das Gedenk-, budi stets in hohen Ehren halten werde. Die Kundgebung wurde am gleidien Abend noch durch den Berliner Rundfunk übertragen. — Breslau. Vor einiger Zeit wurde der vorher als Privatdozent in Frankfurt a. M. tätig gewesene Dr. Ernst Cohn als' Professor für bürgerliches und Handelsrecht an die Universität Breslau berufen. Schon zu Beginn seiner ersten Vorlesung veranstalteten nationalsozialistische Studenten antisemitisdie Demonstrationen, die bei späteren Vorlesungen sich wiederholten, sodaß Professor Cohn trotz Eingreifens des Rektors nicht sprechen konnte und die Universität gesdilosseu werden mußte. Die Demonstranten behaupteten, daß Professor Cohn der Breslauer Universität vom „marxistischen" Kultusminister Grimme aufgenötigt worden sei; demgegenüber hat die Breslauer Redits- und Staatswissenschaftliche Fakultät, der audi der bekannte rechtsgerichtete Professor v. Freitag-Loringhoven angehört, in einem Aufruf an die Studenten festgestellt, daß sie Professor Cohn in Anbetradit seiner „wissenschaftlichen und lehramllichcn Eignung*' einstimmig dem Minister vorgesdilagen habe. Nunmehr hat der Reichskommissar Professor Dr. Cohn zum Mitglied der juristischen Prüfungskommission ernannt. — Vertreter des C.-V. braditen bei den zuständigen Breslauer Behörden die Breslauer Universitätskrawalle zur Sprache und fanden durdiaus Verständnis. In Berlin erhob Direktor Dr. Holländer mit Syndikus Di. Wiener Vorstellungen im Preußischen Kultusministerium.— Corbadi (Waldeck). Zur Nachtzeit wurden im Hause des ehemaligen jüdisdien Gemeindelehrers und in der Synagoge einige Fenstersdieiben eingeworfen. Die Polizei ist den Tütern auf der Spur. — Mainz. Unter dem Vorsitz von Rabbiner Dr. Baeck hielt der „Allgemeine Deutsdie Rabbiner-Verband" am 16. 11. seine diesjührige Hauptversammlung ab. — Rastatt. Von unbekannten Tätern wurde die Synagoge mit großen Hakenkreuzen und den Insdiriften „Juda verrecke" und „Heil Hitler" bemalt. — Wiesbaden. In Erinnerung der vor 100 Jahren erfolgten Ernennung Abraham Geigers zum Rabbiner von Wiesbaden hat die „Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands" in Wiesbaden ihre diesjährige Tagung gehalten. FRANKFURTER E. G. M. B. H. Ausfuhrung aller in das Bankfach einschlagenden Geschäfte für Mitglieder GEWERBEKASSE Ecke Börsenstrasse und Kaibächergasse Annahme von Spareinlagen und Führung von Scheckkonten auch für Nichtmitglieder

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.