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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1932-06-01 · 10 (6.1932) · p. Seite 218

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
10 (6.1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 218 (sequence 12)
Language
German
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218 der Sachlichkeit das gefährliche Werturteil sichtbar -wird. Wie nun der junge Lehrer, dem die Verstöße gegen das Gebot historischer Objektivität auf allen Gebieten theoretischer Belehrung entgegengetreten sind, in der Praxis zu sachlicher Darstellung erziehen und das selbständige Urteil der .Schüler wecken kann, das führt Simon in der zweiten Hälfte seines Büches aus. Als Elemente der Lösung dieser Aufgabe werden dem Lehrer die Wege psychologischer und soziologischer Erkenntnis wie der Einsicht in seine Stellung zur Zeit, in die Verschiedenheit der Schultypen und in die Seelenkunde des Jugendalters vorgeführt. Unterrichtsbeispiele aus dem Gebiet der neuesten Geschichte bilden den Abschluß, und man empfindet es auch hier mit Genugtuung, daß in diesem Buch für die Geschichtslehrer auch jüdische Persönlichkeiten und jüdischer Geist zu ihrem Recht kommen. Wie der theoretische Teil des Werkes, das dem Andenken Franz Rosenzweigs gewidmet ist, auch jüdische Denker, vor allem Martin Buber. sprechen läßt, wie Gedanken aus den Propheten, ethische Begriffe aus dem Talmud angeführt werden, wie Simon die Verunglimpfung jüdischer Politiker würdig zurückweist, so geht er auch bei den Beispielen für die Praxis einer Erörterung der Angriffe gegen das. Judentum nicht aus dem Weg. Bei der Behandlung des Gründerkrachs von 1873 mit seinen inflationsähnlichen Erscheinungen rät er, die Mitwirkung (Strausberg), aber auch erbitterte Gegnerschaft von Juden (Lasker) zu zeigen und daran, wie an dem Skandal des stockkonservaten Kreuzzeitungsleiters (Wagener) als Ergebnis die Warnung vor verallgemeinenden Werturteilen zu erarbeiten. Zur Behandlung des rassenpolitischen Werturteils werden Vorschläge für eine sachliche Klassendebatte über den Antisemitismus gemacht, der Verfasser gibt Anleitung, wie man mit einer Oberprima aus den Quellen den Dreyfuß-Prozeß betrachten und diesen politischen Einzelfall in die Sphäre des allgemeinen Rechtsempfindens lieben kann. Und wenn als letztes der zwölf Unterrichtsbeispiele für eine Abschlußklasse ein Ueberblick über die Völker der Welt vorgeschlagen und, wie immer, dem Lehrer für seine Methode die Fülle der Literatur, trefflich gesichtet, in die Hand gegeben wird, so kann man sich, auch für die jüdische Gemeinschaft, eines Ratgebers freuen, der den Weg weist, wie man die Schüler vor übereilten Gesamtcharakteristiken der anderen Völker oder des eigenen bewahrt und von der verhängnisvollen Neigung zum kollektiven Werturteil abbringt, Dr. S. Hirsch. Jüdisches J ahrbuch für Hesse u-Nussa u. Der Verlag Hanns Loy enstein & Willi Tisch, Berlin-Frankfurt a. M., legt erstmalig für 1932/33 ein Jahrbuch vor, dessen Ausgabe für Frankfurt und Wiesbaden auf 159 Seiten eine Uebersicht über die verschiedenen jüdischen Einrichtungen und Vereine des Regierungsbezirks zu geben unternimmt. Das Jahrbuch enthält außerdem einige literarische Beiträge, von denen erwähnt seien: C. Seligmann, Geschichte der Frankfurter Juden von 1824- bis zur Gegenwart; G. Salzberger, Der jüdisch-religiöse Liberalismus in Frankfurt a. M.; J. Holtmann, Das traditionelle Judentum in der Frankfurter Gemeinde: J. Horovitz, Markus Horovitz. Die C. V. - Z e i t u n g, das Organ des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, hat zu ihrem zehnjährigen Bestehen ihre Ausgabe vom 27. Mai 1932 zu einer Sondernummer ausgestaltet, deren bemerkenswert vielseitiger Inhalt von dem Geleisteten berichtet und Ausblicke auf die nächsten Aufgaben richtet. Eine Reihe von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sprechen aus diesem Anlaß der Zeitung und dem 0. V. ihre Sympathie aus. Die „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" bringt im 2. Heft des Jahrg. 1932 eine Abhandlung von Albert Lewkowitz über die Bedeutung der Bibel für die Weltanschauung Herders und Goethes. Den Wegen, auf welchen die durch deutsche Wissenschaft beeinflußten Aufklärungsbestrebungen in den Osten drangen, geht B. Weinryb nach; J. Caro untersucht die Beziehung Disraelis zum Judentum. (Fortseiznng auf Seite 219) DIEHILFE Versicherungsverein a. G. für Mitglieder der jüdischen Gemeindend esDeurschen Reiches Berlin N 24, OranienburgerStr.1 Fernruf: D2Weidendamm 8707 Bietet: Versicherungsschutz bei niedrigsten Monatsprämien Doppelte Versicherungssumme bei Tod durch Unfall Vereinfachte Aufnahme ohne ärztliche Untersuchung Hohe Gewinnbeteiligung die voll zur Erhöhung der Versicherungssumme benutzt wird Mitbestimmungsrecht an der Verwaltung der „HHfe" Größte Sicherheit durch Anlehnung an dieVICTORIA ai Berlin, Allgemeine Versidie- 'unqs-Actiengesellschoft Vertragsgesellschaft des preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden will 10000 neue Kunden werben! Billig sein in allen Artikeln, das ist unser Programm. Die bekannten Wronker-Waren billig verkaufen, diesem Zweck dient unsere grorje Werbe-Aktion. Wie billig wir im ganzen Hause verkaufen, zeigen unsere Schaufenster und Extra-Auslagen im Parterre und in den Abteilungen.

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