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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1932-06-01 · 10 (6.1932) · p. Seite 217

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
10 (1931-1932)
Issue
10 (6.1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 217 (sequence 11)
Language
German
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217 Segnung der betr. Knaben vornehmen wird. Die Anraeldunge n auf dem Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 37, haben so zeitig, mindestens sechs Monate vor der Feier, zu. erfolgen, daß die volle Teilnahme an dem entsprechenden Halbjahrskurs vor der Barmizwafeier gewährleistet ist. Umgehende Anmeldungen für den nach den Osterferien beginnenden Unterricht werden dringend erbeten. Hebräische Unterrichtsanstalt der Israelitischen Gemeinde In den Schulräumen der Westend synagog e, Freiherrvom-Stein-Straße 30, L, wird an Schüler und Schülerinnen (Anfänger und Fortgeschrittene) unentgeltlich hebräischer Unterricht erteilt. A n m e 1 d u ngen nimmt Gemeinderabbiner Dr. Arnold Lazarus in seiner Wohnung, Friedrichstraße 29, werktags 15—16 Uhr entgegen. Roentgeninstitut am Krankenhaus Die Leitung des Roentgeninstituts am Krankenluxus der Gemeinde, Gagernstraße 36, ist bis auf weiteres Herrn Dr. med. Albert Oppenheimer. bisher Oberarzt der Roentgenabteilung an der Medizinischen Universitätspoliklinik (Prof. Dr. Strasburger), übertragen worden. Das Institut steht im vollen Umfang für roentgendiagnostische und -therapeutische Zwecke zur Verfügung. Bekanntmachungen des Friedhofsamtes. Meldung von Sterbefällen. Bei vorkommenden Sterbefällen ist umgehende Benachrichtigung des Friedhofsamtes (Fernspr. Zepp. Saramelnummer 52041) erforderlich. Soweit die behördlichen Formalitäten (ärztlich ausgefüllter Todesschein, Anmeldung beim zuständigen Polizeirevier und Standesamt) nicht von den Hinterbliebenen erledigt werden können, wird dies auf Wunsch vom Friedhofsamt besorgt. Die Vorlage dieser Dokumente ist Vorbedingung für die Festsetzung der Beerdigung. Friedhofsgärtnerei. Das Friedhofsamt der Israelitischen Gemeinde ist durch die mit allen neuzeitlichen Anlagen ausgestattete Friedhofsgärtnerei in der Lage, sämtliche vorkommenden gärtnerischen Arbeiten auf den Friedhöfen der Gemeinde auszuführen. Es übernimmt die Neubepflnnzung der Grabstätten mit Efeu. Sedum, Immergrün und Blumen, sowie deren dauernde und jahrweise Pflege. Fachmännische Beratung und Kostenberechnungen werden gebührenfrei durch die Friedhofsgärtnerei, Eckenheimer Landstraße 238 (Fernspr. Zeppelin 52041 und 52042) oder durch das Gemeindebüro, Fahrgasse 146, Zimmer 57 (Fernspr. Hansa 27544) zur Verfügung gestellt. Die Gemcindemitglieder werden gebeten, sich bei Bedarf an Topfpflanzen und .Schnittblumen der auf den Friedhöfen befindlichen Verkaufsstellen zu bedienen. Nähere Auskunft erteilen die Pförtner. Mit Rücksicht auf das Verkaufsverbot am Sonntag werden die Friedhofsbesucher gebeten, ihre Blumenbestellungen bis spätestens Freitag nachmittag in der Friedhofsgärtnerei aufzugeben. Auf dem neuen Friedhof an der Eckenheimer Landstraße werden laut GemeindebeschluB alle .gärtnerischen Arbeiten in eigener Regie des Friedhofsamtes der Gemeinde ausgeführt. Gedächtnislichter. Zum Andenken an Verstorbene können in den Genieindesynagogen Gedächtnislichter gebrannt werden. Die im Voraus zahlbaren Gebühren betragen: für ein Licht am Jahrzeitstag Rm. 1.— für ein Licht während des Trauerjahres (11 Monate und am ersten Jahrzeitstag) Rm. 75.— für ein ewiges Licht am Jahrzeitstag Rm. 100.— für ein ewiges Licht am Jahrzeitstag einschließlich Verrichtung des Kaddischgebets Rm. 200.— Sprechstunden der Gemeinderabbiner Dr. II o f f m a n n, Börneplatz 16, Fernspr. Hansa 22024, 15—16 Uhr — Dr. Horo vitz, Staufenstraße 30, Fernspr. Maingau 77963, 15—16 Uhr (außer Montag) — Dr. Lazarus, Friedrichstraße 29, Fernspr. Maingau 79482, 15—16 Uhr — Dr. Salzberger, Eschersheimer Landstr. 67, Fernspr. Zeppelin 56920, 15^—16^ Uhr — Dr. Seligmann, Böhmerstraße 9 part., Fernspr. 51184, 17—18 Uhr. Andere Sprechzeiten können telephonisch vereinbart Averden. Für die im Ostend wohnenden Gemeindemitgiieder ist Herr Rabbinatsassessor Kirschbaum zur Beantwortung halachischer Anfragen Donnerstags von 10—12 Uhr vorm., Freitags von 9—11 Uhr vorm. im Hause der J e s c h i w a, Theobaldstraße 6, Parterre, zu sprechen. Die Sprechzeiten des Herrn Rabbiner Kirschbaum in seiner Wohnung, Eckenheimer Landstraße 4 (Fernsprecher 58281), bleiben unverändert. Ritual-Kommission der Israelitischen Gemeinde. Dr. S. F r o m m. W i 11 y M a i n z. Sprechstunde für Religionsunterricht. Der Referent für unseren Religionsunterricht, Herr Gemeinderabbiner Dr. Lazarus, ist in allen auf den Religionsunterricht bezüglichen Angelegenheiten werktäglich von 15—16 Uhr in seiner Wohnung, Friedrichstraße 29, zu sprechen. Andere Sprechzeiten können durch Fernruf (Maingau 79482) vereinbart werden. Bibliothek und Museum. Infolge des Umbaues des Gemeindehauses müssen die Ccmeindebibliothek und das Museum vorübergehend für einige Zeit geschlossen bleiben. Die Wiedereröffnung wird rechtzeitig an dieser Stelle bekanntgegeben. Der Lese räum ist wieder eröffnet und befindet sich bis auf weiteres im Erdgeschoß des Gemeindehauses, Fahrgasse 146. Zuwendungen Das Museum erhielt folgende Geschenke: Von Herrn Joel Löwenthal ein Dokument, die Belagerung Frankfurts 1866 betreffend, von Herrn Oskar W o h 1 einige Rothschild-Erinnerungen und von Herrn Moritz Carlebach mehrere gerahmte Bilder. Sdiluss der amtlichen Anzeigen. Aus der Gemeindevertretung Am 18. Mai fand unter dem Vorsitz des Herrn Dr. Merzbach und in Anwesenheit von 25 Gemeindevertretern eine nichtöffentliche Sitzung der Gemeindevertretung statt. — Außerhalb der Tagesordnung widmete der Vorsitzende der Persönlichkeit und dem verdienstvollen Wirken der Heimgegangenen Gemeindebeamtin Frl. Sophie Meyer einen herzlichen Nachruf. Literarische Rundschau Ernst Simon: Das Werturteil im Geschichtsunterricht. (Der neue Geschichtsunterricht Bd. 6.) Verlag B. G. Teubner, Leipzig und Berlin 19ol. VIII, 178 S. Brosch. RM. 4.80. — Als methodisches Hilfsmittel, zumal für die Anfänger, hat der Verlag von B. G. Teubner, bei dem auch vorbildliche I neue Lehrbücher erschienen sind, eine Sammlung von Einzelschriften geschaffen. Der sechste Band dieser Reihe ist das I vorliegende Werk des in Frankfurt wohlbekannten Verfassers,! ein Werk, das trotz wissenschaftlicher Strenge über den Kreis seiner pädagogischen Benutzer hinaus allen Anreganir geben kann, die sich mit dem Problem Schuljugend und Politik ernstlich beschäftigen. Auf den in die Tiefe dringenden theoretischen Teil, der dem Lehrer, für die schwierige Frage der historischen Objektivität, die Gedanken der Geschichtsphilosophen und Pädagogen erschließt, folgt das außerordentlich fesselnde und wieder ein Stück neuester deutscher Geschichte entrollende Kapitel, das in der wertpolitischen Erörterung an den Universitäten und Schulen die Abhängigkeit des geschichtlichen Urteils von politischen Strömungen, von Gesellschafts- und Staatsverfassung zeigt. In Simons ernst prüfender, bei aller Wissenschaftlichkeit doch von Freimut belebter Uebersicht werden die um den Geschichtsunterricht ringenden Kräfte des alten und des ..anderen" Deutschland deutlich. Zum Beweis dafür, daß die Einstellungen ganz entgegengesetzter Art wirklich in die Schulen hineingetragen werden, gibt Simon in einem besonders aufschlußseichen Abschnitt Stichproben aus den Schulgeschichtsbüchern der neuesten Zeit. Er nimmt als Vergleichsbeispiele aus den Lehrbüchern Berichte über die Fragen: Entstellung des Weltkriegs — Ausbruch und. Folgen der Revolution von 1918 — und zeigt, wie selbst bei knappster Darstellung die Einseitigkeit politischer Stellung offenbar wird, wie sogar im reinen Tatsachenbericht durch Auswahl und Anordnung hinter der Maske

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