Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
- Volume
- 7 (1928-1929)
- Issue
- 1-2 (9.1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/3094266-3094336-3094337--1514-3096241- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
12 Eingaben und Gegeneingaben. Die Gegner beschimpfen und ironisieren sich darin mit Meisterschaft, trotzdem dem May am 29. September vom Gericht ,,die abermahlige gebrauchte anzügliche und beleidigende Schreiberei wiederholt und ernstlich verwiesen wird". Er hatte z. B. behauptet, Elias beherrsche wie ein Robespierre die Judengasse, „sei an Leib und Seele ein wahrer Kutscher, die Schande seiner sonst achtungswürdigen frommen Brüder", er „gehöre zur jetzigen Mode, wo alle Systeme der Philosophie in der Kunst gipfelten, heimlich einen Schinken zu essen", er hielte sich für einen großen Schriftsteller, weil er seinen Namen richtig schreiben könne usw. (In der Tat ist die Namensunterschrift des Elias aufsaN<md gewandt und deutet auf häufigen Gebrauch der deutschen SchrMzeiHen.) Der Streit zieht sich jahrelang hin, die Akten über diesen Fall bilden ein dickes Faszikel, dem auch die Ehepakten beigegeben sind, die interessante Einblicke in die vermögensrechtlichen Abmachungen und gegenseitigen Sicherungen bei reichen Heiraten bieten. Das letzte Schriftstück in dieser Angelegenheit aus dem Jahre 1806 ist die Antwort auf eine Appelation nach Wien, in dem von der „Unerheblichkeit der Beschwerden" die Rede ist. Der Fall soll nach dem Reglementsprojekt von 1754 entschieden werden, das Einzugsgeld ist zu zahlen. Im Jahre 1804, also lange ehe die Streitjache wegen der Heirat von Mays Sohn beigelegt ist, verlobt sich die Tochter Mays und soll in der zweiten Novemberwoche heiraten. Der Bräutigam ist ein Mainzer, Joseph Jacob Reinaw, Sohn des Jacob Herz Remach. Die Baumeister versagen die Heiratserlaubnis, weil May zwar bereit ist, die -für vier Semester rückständige Steuer in Höhe von fl. 1342.22 xr. zu zahlen, aber die Einzugsgeld für den Schwiegersohn von fl. 16 500 verweigert. Vor der „Aelteren Bürgermeisterlichen Audienz" erscheint als Vertreter der Baumeister Israel Moses Worms und überreicht eine lange Anklageschrift gegen den „berüchtigten Empörer" der „eine strenge, abschreckende Strafe an Leib und Gut erhalten" und der Stättigkeit verlustig gehen solle. Dieses Schriftstück ist unterzeichnet von den Baumelstern Zacharias Jsaac Wertheimber und Michael Mainz, von den Kastenmeistern Jsaac Herz Kulp und Lazarus Löb Gunipertz. Kein Wunder, daß die Wut der jüdischen Gemeimdebeherrscher gegen May sich bis ins Maßlose gesteigert hat (May meint von ihnen, „ein jüdisches Lowitö Zu Lalut public" könne nicht mehr wagen), denn auch diesmal hat das junge Paar, ohne die Entscheidung abzuwarten, geheiratet. Mitte November hat die Hochzeit in Höchst stattgefunden, die Trauung war durch den Mainzer Oberrabbiner vollzogen -worden. Schriften und Gegenschriften folgen sich inzwischen weiter bis in das Jahr 1305 hinein. Im Januar schickt der Schwiegervater Reinach einen Wechsel über fl. 990 aus Mainz zur Begleichung des Einzugsgeldes, so daß den baumeisterlichen Klagen die Grundlage entzogen ist und das junge Paar sich mit voller Berechtigung der Frankfurter Stättigkeit und späterhin des Frankfurter Bürgerrechtes erfreuen konnte. Ein Gedenktag. Von Jsaac M. Mainz. In diesen Tagen waren fünfzig Jahre vergangen, seit Markus Horo-Vitz s. A., der unvergessene hervorragende Rabbiner unserer Gemeinde, sein Amt antrat und einen neuen Abschnitt in der Geschichte der Gemeinde begründete. Der verehrte Verfasser der nachstehenden Zeilen hatte die Freundlichkeit, dem bedeutsamen Gedenktage aus dem reichen Schatz seiner Erinnerungen einige Worte zu widmen. Das Wirken von Rabbiner Horovitz soll demnächst in einem größeren Aufsatz behandelt werden. Die Schrifll. Es war zur Zeit, als die Austrittsgesetzgebung drohte, der Gemeinde gefährlich zu werden, da traten einsichtsvolle Männer, unbekümmert um alle Anfeindungen, zusammen und schlugen den Gemeindebehörden die Anstellung eines auf dem Boden des überlieferten Judentums, zugleich aber auch auf der Höhe der Wissen-? ap e 7 K n sai.usk5?ei«co i.l»l0i.euh« veK0^7I0I^8-870ffL Q. <ZU7«eiN «ansa 1333.?k?/^>I»<ssUk?I k>., Q»-. (Zallusstk-atZs 1!?088!«äK!<7 25 s^lnser ^errenfenster -eiZt Iknen: FenV/l - <5ockei? in sllen kerben, in je6er preislsxe,?u je6em ^n?ux p38sencl, nur erste Lr-euZniLse rnanxeben6er k^sbriken, vor2UZsv/eiz,e clie Weltmarke 1^. L. O. Zekvn SS pksnnig iinclen 8ie 6en einksrbiLen, soliden KIsceosooken, sovie <ien Lochen mit neuen Is«zu sr<l-M ustern. S" oueo?»-^, . -I^sn^ ^snclsp^ Inn. I^eo Luscnnokk. 6^-8^^ ^H^/?//^ Fa/?M/-/sM^/M VsrksuksstsllS (jsi- Uki-sn /Xps.s-rsi' Solc!- ui^c! ills.!i-ti soll muck sin ststs wiüicommSNSZ (?S5cnsnI< von Olsilzsncjsm Wert v«kc^ic«ki5? Sslt SS tlstis'sn dssrsNsncjss k^sc-ligssc-riÄft V/VSilZsölSt-gasss Q l< S XI, l-lll-SQligNÄbsn