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Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main · 1927-04-01 · 8 (4.1927) · page 8

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt am Main
Volume
5 (1926-1927)
Issue
8 (4.1927)
Date
1927-04-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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ein besonderes Gesetz nicht abgewartet zu werden 'brauche. Die Bewilligung des beantragten Budgetz-Wölftels wird sodann ausgesprochen, der Antrag Dr. Mainzer 'wird angenommen. Der Vorstand hat auf Antrag des Herrn Dr. B>aerwald beschlossen, versuchsweise einmal im Jahr eine ö f f e n t l i ch e G e m e : no e - Versammlung zu veranstalten und für diesen Zweck einen Kredit bis zu 50(1 Mark zu bewilligen und im Gemeindeblatt von diesem Beschluß Kenntnis zu geben; serner regelmäßige Berichte über das Ergebnis der Beratungen des Vorstandes zu veröffentlichen und schließlich einen Tprechsaal für Gemeindeangelsgen- Helten im Gemeindeblatt einzurichten. Herr Dr. Geiger ist an sich nicht gegen die Veranstaltung solcher Gemeindeversammlungen, befürchtet aber eine weitere Verzögerung in der Beratung des Etats, wenn, wie beabsichtigt, diese Gemeindeversammlung nach Abschluß der Ewtberatungen des Vorstandes, bevor der Etat der Gemeindevertretung zugeleitet wird, stattfinden solle, während Herr Dr. Katzen stein sich einerseits eine Stärkung des Gemeindeinteresses und eine Befriedung der Parteien durch ruhige und sachliche Aussprache verspricht und andererseits es für möglich hält, die von Herrn Dr. Geiger angedeuteten Schwierigkeiten zu überwinden. Auch Herr Dr. Merzbach hält die Abhaltung von Gemeindeversammlungeu für zweckmäßig. Die «Vorlage wurde angenommen. Schließlich wurde noch Herrn Rabbiner Dr. Salz - berger für die Vertretung der Gemeinde bei der Gedenkfeier .anläßlich des Volkstrauertages der Dank der Gemeindevertretung 'ausgesprochen. Hieran schließt sich eine nichtöffentliche Sitzung. Oienstjubiläum Rabbiner Nr. Seligmann Am 1. April sind 25 Zahre verstrichen, seit Herr Gemeinderabbiner Ar. Caesar Seligmann in unserer Gemeinde tntig ist. Als der Jubilar im Jahre 1901 durch einstimmigen Beschluß der Gcmeindekörperschasten aus Hamburg nach Frankfurt berufen wurde, ging ihm bereits der Ruf eines durch wissenschaftlichen Ernst und hervorragende Beredsamkeit ausgezeichneten Rabbiners voraus, und er hat in einem Vierteljahrhundert unermüdlicher Arbeit in unserer Gemeinde diesen Ruf aufs glänzendste gerechtfertigt. Als Nachfolger von Männern wie Leopold Stein, Abraham Geiger und Nehemias Brüll hat er es als seine Aufgabe betrachtet, das Werk dieser bedeutenden Rabbiner zielbewußt fortzusetzen und immer wieder mit neuem Leben zu erfüllen. Nicht nur von der Kanzel und im Religionsunterricht, sondern auch durch eine umfangreiche organisatorische und literarische Tätigkeit hat Rabbiner Seligmann versucht, die dem Judentum entfremdeten Kreise der Gemeinde zu sammeln, sie mit der Geschichte und den Glaubenslehren unserer Gemeinschaft vertraut zu machen. Neben der alten Hauptsynagoge wurde die neue Synagoge an der Königsteinerstr., deren Ritus im Wesentlichen sein Werk ist, zu einem Mittelpunkt seines Wirkens. Als Referent für den Religionsunterricht und als Vertreter der Gemeinde in der Stadtschuldeputation hat er der Gemeindeverwaltung auf einem der wichtigsten Gebiete wertvollste Dienste geleistet. In seinem ganzen, weit über Frankfurt hinaus greifenden Wirken hat Rabbiner Seligmann es stets als die vornehmste Aufgabe des liberalen Rabbiners angesehen, sich zu den positiven Werten des Judentums zu bekennen und die Gemeinde zu ihnen hinzuführen. So ist es denn über den engeren Kreis seiner Anhänger hinaus der Wunsch aller, die dem verehrten Jubilar nähertreten durften und ihn um seiner ausgezeichneten Charaktereigenschaften lieben und schätzen lernten, daß ein gütiges Geschick ihm noch lange Jahre die Kraft zur Arbeit für das Wohl der Gemeinde und des Judentums erhalte. Herr Siegmund Herz begeht am 1. April das seltene Fest seines Vierzigjährigen Sienstjubiläums als Schlichter unserer Gemeinde. Mit 23 Jahren trat er im April 1887 zuerst als Aufsichtsbeamtcr und Hilfsschächter und seit 1889 als ordentlicher Schächter in den Gemeindedienst. An dem Wiederaufbau der rituellen Einrichtungen unserer Gemeinde hat er während dieses ganzen langen Zeitraums unter drei Rabbinern in beispielhafter Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit mitgearbeitet und den vielfachen geistigen und körperlichen Ansorderungen, die an sein Amt gestellt werden müssen, in hervorragendem Maß entsprochen. Dank seiner reichen Erfahrungen konnte er nicht nur seinen Kollegen, sondern auch der Gemeindeverwaltung wertvolle Dienste leisten, und es spricht für seine allgemeine Wertschätzung, daß er dem Beamtenausschuß der Gemeinde seit seiner Gründung angehört. Möge es dem allgemein beliebten, verdienstvollen Jubilar vergönnt sein, auch weiterhin so tatkräftig wie bisher im Schächtwesen der Gemeinde, dem er seine ganze Kraft gewidmet hat, tätig zu bleiben! Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden. S t a a t sb e i h i l f e n. In einer an den Preußischen Landtag gerichteten Eingabe -hat der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden beantragt in den Haushaltsplan des Ministeriums' für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung für das Rechnungsjahr 1927 M. 400 000.— für Religionsunterricht und M. 200 000.— für Rabbinerbosoldung einzusetzen. In der Eingabe wird daraus hingewiesen, daß die jüdische Bevölkerung Preußens durch ihre Einkommensteuerleistung etwa das Zehnfache des angeforderten Betrags für die entsprechenden Zwecke der christlichen Kirchen aufbringt. Im Vorjahr waren den preußischen Synagogengemeinden insgesamt M. 450 000.— bewilligt worden. > KMelmmlie VMIvmlMWSüeMclttl! VllllerlHur äktienkapitst Qki. 12000000 oessmt-Qgl-sntiemjttel Q^VI. 66000000 Unks». XsuUan- Kutoinakiß- «sklpttlckß Veruntreuung» e»ndru«n-0isdstsni- Versicherungen 5ud«>i?eIMon: 5«n>»s?str.1S Vvlekvn Köm«? 2SVV u. 2SS1 KMWW inIM MlW WIK ZV».?veN5, Oderlinäau 17 ---- gebild. Samen, die in sein. ifr. Kreisen gesellschastl. verkehr, sind bereit unauffällig geg. entspr. Vergütg.». reicht. Gratisproben einer altrenom. Firma d. ZeingckölZbranche Absatz f. ihre vielf. präm. V hochqualifiziert. Grzeugn. zu verschaffen. Gest. 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