Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1928
- Issue
- Heft 6 (10.2.1928)
- Date
- 1928-02-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Seite 10 fliiiitniiiuiM^ DIE WARttHEIl /Imtliche 'Verlaidharuncfeiv cLclfraeliiMJimkuJtufgemüu^uJm Kultusgebühren für die Erzeugung und den Verschleiß von Mazzotb. Gemäß den Bestimmungen des behördlich genehmigten Tax- und Gebührentarifes der Israelitischen Kultusgemeinde Wien ist dieselbe berechtigt, für die Beaufsichtigung der Erzeugung, sowie des Verschleißes von Mazzoth eine Kultusgebühr im Betrage bis zu S 10.50 für 100 kg zur Einhebung zu bringen. Gemäß § 22 des Gesetzes vom 21. März 1890, R.-G.-Bl. Nr. 57, ist zur Einhebung der statutenmäßig auferlegten Leistungen die politische Exekution gewährt. In den letzten Jahren hat es sich mehrfach ereignet, daß Mazzotherzeuger oder Mazzothimporteure an den Kultusvorstand um Nachsicht der Gebühr nachträglich mit der Angabe herangetreten sind, sie hätten bei den Verkaufsabschlüssen dieselbe nicht in Berücksichtigung gezogen. Der Kultusvorstand sieht sich daher veranlaßt, schon derzeit auf die Verpflichtung zur Entrichtung der Gebühr aufmerksam zu machen und aufzufordern, etwaige Ansuchen um Ermäßigung der Gebühr unter Angabe des in Betracht kommenden Quantums von Mazzoth bis spätestens 25. Februar d. J. einzubringen. Angesichts der Finanzlage der Gemeinde und des Umstandes, daß die Erträgnisse dieser Kultusgebühr für Armenzwecke verwendet werden, wird eine nachträgliche Ermäßigung oder ein Nachlaß der Gebühren nicht zu gewärtigen sein. Um die Grundlagen für die Gebührenvorschreibung zu schaffen, sind die Organe der Israelitischen Kultusgemeinde angewiesen, die Erhebungen über die Erzeugungs- und Verkaufsstätten von Mazzoth mit aller Umsicht zu pflegen. Vertretungen während der Vakanz der Oberrabbinerstelle. Um bis zur Wiederbesetzung der durch das Ableben des Herrn Oberrabbiners Dr. H. P. Chajes vakant gewordenen Stelle des Oberrabbiners die klaglose Durchführung der dem Rabbinatskollegium (Beth Din) obliegenden Agenden, sowie die Versehung der rabbinischen Funktionen im Stadttempel zu gewährleisten, hat der Kultusvorstand provisorische Maßnahmen verfügt, durch welche dem seinerzeit zu beschließenden Definitivum in keiner Weise vorgegriffen wird. Der Gemeinderabbiner Dr. David Feuchtwang wurde damit betraut, bei den Agenden des Rabbinatskollegiums (Beth Din) mitzuwirken, den zeitweiligen Vorsitz in diesem Kollegium zu übernehmen und im Sinne der Bestimmungen des § 37 des Kultusgemeindestatuts das Rabbinat in jenen Belangen zu vertreten, in welchen die Vertretung des Rabbinates durch den Oberrabbiner zu geschehen hat. Bezüglich der Abhaltung der Predigten im Stadttempel wurde verfügt, daß dieselben von Freitag, den 27. Jänner d. J. angefangen abwechselnd, und zwar in alphabetischer Reihenfolge von den Herren Gemeinderabbinern Prof. Dr J. M. Bach, Dr. David Feuchtwang, Dr. Max Grunwald, Dr. Israel Taglicht und Doktor Moses Rosenmann abgehalten werden. Die Predigten finden an jedem zweiten Freitagabend statt. Jugendgottesdienst für Volks-, Bürger-, Haupt- und und Mittelschüler (Schülerinnen) im II. Halbjahr des Schuljahres 1927/28. Der Jugendgottesdienst im II. Halbjahr des Schuljahres 1927/28 wird am 18. und 25. Februar, am 3., 10., 17., 24. und 31. März, am 14., 21. und 28. April, am 5., 12. und 19. Mai und am 2., 9. und 16. Juni d. J., jedesmal um 3 Uhr nachmittags, in folgenden Synagogen abgehalten: I., Seitenstettengasse 4, IL, Tempelgasse 3, V., Siebenbrunnengasse 1 a, VI., Schmalzhofgasse 3, VIII., Neudeggergasse 12, IX., Müllnergasse 21, X., Humboldtgasse 27, XIII., Penzingerstraße 132, XV., Turnergasse 22, XVI., Hubergasse 8, XVIII., Schopenhauerstraße 39, XIX., Dollinergasse 3, XX., Kluckygasse 11, und XXI., Holzmeistergasse 12. Von der Bibliothek der Israelitischen Kultusgemeinde Wien. Die Bibliothek wurde im Monate November 1927 von 1121 Lesern besucht, die 2473 Werke, bzw. 3446 Bände benützten. Entlehnt wurden an 202 Personen 333 Werke in 486 Bänden, zurückgestellt wurden 247 Werke, bzw. 408 Bände. Im Berichtsmonate hat die Bibliothek 128 Werke neu erworben. — Im Monate Dezember 1927 wurde die Bibliothek von 1034 Lehern besucht, die 2484 Werke, bzw. 3306 Bände benützten. Entlehnt wurden an 194 Personen 300 Werke in 416 Bänden, zurückgestellt 209 Werke, bzw. 338 Bände. In diesem Monate hat die Bibliothek 99 Werke neu erworben. Veränderungen im Kultusvorstande. An Stelle des infolge Mandatsniederlegung aus dem Kultus vorstände ausgeschiedenen Herrn Siegmund Bondi (Aguda) wurde Herr Michael Sternfeld, an Stelle der Herren Oberbaurat Robert Stricker und Dr. Leopold Plaschkes (Zionistische Partei), welche gleichfalls ihr Mandat zurückgelegt haben, die Herren Moses Rath und Dr. Sanel Beer, und an Stelle des dahingeschiedenen Herrn Sigmund E p 1 e r (Zionistische Partei)