Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1927-09-02 · Heft 36 (2.9.1927) · page 12

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 36 (2.9.1927)
Date
1927-09-02
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3062972-3064299-3064334--15672-3088470
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Seite 12 ifmmmiDmiminnDinmiriiniiiiniiL!^,. DBE Wahrheit FRÄULEIN RITA SCHARFSTEIN WIEN II. SALO SCHÄRF KONSTANZ EMPFEHLEN SICH ALS VERLOBTE MARIENBAD, AUGUST 1927 k oy 6\ MHIHMINWNMd (Theater, Jftunstu. Mteratnn N§ sö einer Erneuerung des Dienstvertrages für das kommende Schuljahr abgesehen werden müsse. Durch diese Verfügung bleiben 140 Lehrersfamilien, etwa 700 Seelen, ohne Einkommen. Die betroffenen Lehrer erhalten mit Berufung auf das Lehrergesetz, wonach Lehrpersonen, die weniger als drei Jahre hindurch Dienst gemacht haben, ohne jede Entschädigung entlassen werden können, keinerlei Abfertigung. Damit wurde unmittelbar vor Eröffnung des 15. Zionistenkongresses das ganze schwierige Erziehungsproblem in Palästina in seiner ganzen Brutalität aufgerollt. Die brotlos gewordenen Lehrer wandten sich in ihrer Versammlung mit scharfer Kritik gegen die bisher geübte Schulpolitik der Zionistischen Exekutive. Es wurde die Forderung gesteilt, daß das Schulproblem auf dem Baseler Kongreß eine der Wichtigkeit der Frage für den Aufbau in Palästina entsprechende Behandlung und Lösung finde. — Die scharfe Sprache des Kommentars zu der obigen Notiz über den neuesten Lehrerskandal in Palästina haben nicht wir, sondern d i e zionistische ,.Wiener Morgenzeitung" gefunden. Wohl selten finden wir uns mit dieser in Einklang, hier aber ist es der Fall. Warum aber erwähnt das jüdischnationale Blatt nicht, daß dieses den Lehrern zugefügte himmelschreiende Unrecht ein blutiger Hohn auf alle jene Kongresse darstellt, die Palästina und seinen Juden „helfen" sollen. Da wird geredet, dort — verhungert. Das geschichtliche Recht der Juden auf Besiedlung der Krim. Der Herausgeber der Wiener jüdischen Monatsschrift „Menorah" ersuchte Herrn Prof. Simon Dubnow, vom Standpunkt des jüdischen Historikers seine Ansicht über die jüdische Krim-Kolonisation zu äußern. Dubnow erwiderte unter anderem: „Wenn es in Europa überhaupt irgendeine Gegend gibt, wo die Juden den Namen von Autochthonen voll -für sich in Anspruch nehmen können, so ist es vor allem die Krim, sowie die ganze Nordküste des Schwarzen Meeres, die seit Ende des 18. Jahrhundert zum Besitzstand Rußlands gehören. An diesen Küsten, in dem alten Bosporanischen Reiche, blühten Kolonien hellenisierter Juden noch vor der Entstehung des Christentums. Der Wissenschaft wohlbekannte Inschriften bezeugen das Bestehen organisierter jüdischer Gemeinden im Bosporanischen Reiche schon im 1. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung. Ueber dieser Urschicht der jüdischen Landesbevölkerung lagerten sich im Laufe der Jahrhunderte immer neue und neue Schichten ab: die byzantinischen Juden seit dem 5. Jahrhundert, die jüdischen Bevölkerungselemente des Chasarenreiches seit dem 8. bis zum 11. Jahrhundert, die Juden und Karäer der Zeit der Tartarenherrschaft vom 13. bis zum 18. Jahrhundert und schließlich ein Netz jüdischer Ackerbaukolonien im sogenannten „Neurußland" seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Das geschichtliche Recht der Juden, die Krim und die ganze Schwarzmeerküste von Odessa bis nach dem Kaukasus hin zu kolonisieren, kann somit nicht in Zweifel gezogen werden. Bleibt die Frage der Zweckmäßigkeit..." Gewiß wäre es erfreulich, dort, wo schon vor 2000 Jahren unsere Vorfahren unter Griechen und Skythen gelebt haben, ein dichtes Netz jüdischer Ackerbaukolonien ausgebreitet zu wissen und das Aufblühen eines jüdischen autonomischen Gemeinwesens in diesem Lande zu erleben. Indessen sind die neuzeitlichen Skythen weit gefährlicher als die der Vorzeit, und die sie zeitweilig im Zaume haltende bolschewistische Macht birgt Keime einer fürchterlichen Reaktion in sich. Timeo Danaos et dona ferentes. „Das neue Europa" Wien XIII. Jahrgang (September- Oktoberheft),. Seit dem engienen internationalen Zusammenschluß mächtiger Friedenselemente wird die in diesen Kreisen seit Jahren besonders gewürdigte Zeitschrift Dr. Paul Hohenaus für diie notablen Wortführer des Vlersöhnungsg'iedaTikens und dauernden Weltfriedens zur ständigen Tribüne. Das soeben zur Ausgabe gelangte Septemberheft bringt an leitender Stelle von dem bekannten amerikanischen Bankier Otto H. Kahn hochbeachtenswerte Auslassungen über die sozialen und wirtschaftlichen Verpflichtungen der Sieger. Der Direktor des amerikanischen Handelsmuseums Dudley B a t 11 e 11 fordert im Interesse des Weltfriedens für die internationale Handelswelt eine stärkere Einflußnahme auf die außenpolitische Entwicklung in den Staaten. Der englische Abgeordnete William Graham kennzeichnet in scharfen Umrissen die wichtigsten Merkmale englischer und amerikanischer Wirtschaftspolitik. Ueber die Friedenspolitik im Osten spricht Dr. G o 1 dscheider, ein erfahrener Kenner Polens und aller, demselben affilierten Probleme; über die Einigung des Abendlandes, der angesehene schweizerische Publizist Dr. M. Sztem Für die Notwendigkeit der „Inneren Abrüstung" und der Schaffung eines „Arbeitsbundes in Oesterreich" wird in den Ausführungen Dr. S a 1 k i n d s in überzeugender Weise plädiert. Die politische und finanzielle Konsolidierung Griechenlands findet in dem Artikel des Staatsmannes und Ministers George S. Mercouris eine zuverlässige Schilderung. Ueber die nächste Zukunft des amerikanischen Bankwesens spricht der Direktor der Nationalbank in New York. Interessant und fesselnd ist weiters, was Oskar Geller über die russische Seele schreibt. Aufmerkamkeit verdienen auch die Artikel von H e I v e t i c u s, Kapitän Persius und Gräfin Treuberg. Auslieferung: Wien IX., Türkenstraße 9. Hickls Illustrierter Jüdischer Volkskalender für das Jahr 5688. 1927—28. Soeben ist der 27. Jahrgang dieses hervorragenden jüdischen Jahrbuches in einer Auflage von 15.000 Exemplaren erschienen. Sowohl in der Ausstattung als auch inhaltlich hat der heurige Jahrgang alle früheren bei weitem übertroffen. Als Mitarbeiter finden wir hervorragende jüdische Autoren, welche mit 30 Beiträgen vertreten sind. Der Kalender enthält u. a. Beiträge von Prof. M. Antscherl, Wien; Dr. Hugo Bergmann, Jerusalem: Rabb. Dr. H. Flesch, Kanitz: Rabb. Dr. Max Grunwald, Wien; Artur Grün, Lucenec; Prof. Dr. Max Grünfeld, Brünn; Dr. Theodor Haas, Brünn: Prof. B. Huller, Nikolsburg; Rabb. Dr. Felix Kanter. Zwittau; Prof. Dr. B. König, Brünn; Prof. Oskar Kwasnik-Rabbinowicz, Brünn; Prof. Dr. J. Rabbinowicz, Weißkirchen; Prof. Dr. Josef Lamm, Brünn; M. U. Dr. Martin Lichtner, Leitmeritz; Rabb. Dr. Art. Posner, Kiel; Dr. Max Schay, New York; Lorenz Scherlag, Lemberg; Josef Schön, Tachau; Dr. Max Steif, Brünn; Leo Steiner, Brünn; Dr. Michael Thalheim, Wien; Siegmund Urabin, Gablonz; Armin Wilkowitsch, Eger. Der Preis des Kalenders beträgt S 3.50. inklusive Porto und Verpackung. Zu beziehen durch den Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Brünn, Orli 9. K. F. Geldner. Die zoroastrische Religion (Das Avesta), Tübingen 1926, J. C. B. Mohr (Paul Siebeck). Mk. 2.50. Von der zweiten Auflage des Bertholetschen Religionsgesch. Lesebuches bildet die vorliegende Arbeit das 1. Heft. Von berufener Feder wird hier eines der schwierigsten Gebiete der Religionsgeschichte durch Wiedergabe von Originalquellen aufgehellt. Daß für den Bibelkenner sich viele Anregungen bieten, wie die an Hiob erinnernden Fragen. S. 2. „Wer machte der Sonne und den Sternen ihre Bahn" usw., der Fluch der Kinderlosigkeit, S. 27 u. a. m., empfiehlt das Buch auch einem weiteren Leserkreise. |^| |J g £ g H | |£ FERNSPRECH-NUM MER 45-1-91 rrflppENHEi WIEN, 2. BEZ., PRA TERSTRASSE NR. 30 Reiche Auswahl solid gearbeiteter Möbel zu billlasten Preisen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.