Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 36 (2.9.1927)
- Date
- 1927-09-02
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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DIE WAHRHEIT Seite 13 ©/" Ö'S.. smW€Hhe^^ . StilL und. bescheiden, wie. er gelebt, ist Herr. Anton Beck, Präsident des Bethausvorstandes, der Israelitischen. Kultusgemeinde für den ersten und zweiten Wiener Gemeindebezirk, im 8L Lebensjahre am 23. v. M. von uns gegangen. Jeder,. „der den_ Verblichenen gekannt, hatte das QefühL daß der Tod einen der Besten aus dem . Kreise seiner Freunde und Verehrer, .geholt: einen Mann, der anspruchslos für seine eigene Person, stets hilfsbereit dastand, wo man seines Rates und seiner Tatkraft bedurfte. Der Verstorbene erfreute sich wegen dieser seiner .vornehmen und edlen Gesinnung, seiner großen Wohltätigkeil und nicht zumindest, wegen seiner hervorragenden Betätigung im Dienste der Gemeinde in den. weitesten Kreisen großer. Beliebtheit Aus der altehrwürdigen Gemeinde. Jung h.u n z 1 a u stammend, bat Herr Anton Beck sich bereits dort in jungen Jahren überaus; große. Verdienste .>erworben, .und nach Wien übersiedelt, setzte er.. semei :. charitativa Tätigkeit, die der Ausfluß eines guten Herzens und einer wahrhaft jüdischen Gesinnung war,, weiter fort, . Die große-Wertschätzung, die er genoßt kam in der großen. Beteiligung an dem Leichenbegängnisse zum Ausdruck. Unter -den Anwesenden bemerkte man: in Vertretung der Wiener israelitischen Kultusgemeinde den Präsidenten Professor Dr.--Alois P i c k mit den Kultusvorstehern Hofmann, Markus und Pappenheim; die in Wien weilenden Mitglieder des Bethausvorstandes der Bezirke I und II unter Führung des Vizepräsidenten Dr* Elias Münz; Abordnungen der Bethausvorstände der übrigen Gemeindetempel mit Herrn Josef Nossig an der Spitze; Deputationen der Tempelvereine unter Führung des Präsidenten Börserat . I, G1 ,ü c k; .Vorstandsmitglieder und Mitglieder der Loge „Humanitas"; eine Abordnung der Beamtenschaft der ..Israelitischen Knltusgemeinde unter Führung des Amtsdirektars Regierungsrat Guido Fuchsgelb, in Vertretung des österr. Kantorenverbandes Präsident J. Lpwit, sowie viele prominente Vertreter der Wiener jüdischen Oeffentlichkeit. Nachdem der mit der Ehrendecke der O he wr a Kadis cha umhüllte Sarg in die Halle getragen wurde, vollzog Oberkantor Heinrich F i s c h e r mit großer Assistenz die Trauerzeremonie. Sodann trat Rabbiner Dr. Max Qru.nwald an die Bahre, . um ein packendes Lebensbild des Dahingeschiedenen zu entrollen. Er sprach von seinen unvergänglichen Leistungen auf gemeinnützigem Gebiete, ganz: besonders aber hob er sein rastloses Schaffe» in* Bethausvorstande, sowie im Kuratorium der Zentralstelle für jüdisch-soziale.-Fürsorge hervor. Dieser Wirksamkeit war der Verstorbene so ganz und so erfolgreich hingegeben, daß er. darin vollkommen aufging. Redner schilderte bewegten Herzens die Tugenden des Verblichenen, sein offenes, liebenswürdiges Wesen, seine Selbstlosigkeit, seine Opferwilligkeit sowie seine, besondere Treue den Freunden gegenüber. Mit tiefempfundenen Worten dankte Präsident Prot Dr. Alois Pick dem Verstorbenen für seine hingebungsvolle Tätigkeit im Interesse der Wiener Israelitischen Kultusgeroeinde und versicherte, daß solch hervorragende Leistungen stets in. ehrenvoller Erinnerung behalten werden. Namens des Bethausvorstandes widmete VizepäsJdent Dr. Elias M ü n z dem verewigten Präsidenten einen innigen Nachruf und dankte für seine langjährigen, überaus erfolgreichen Leistungen im Bethausvorstande. Sodann sprachen Herr Hugo Weiner für die Loge „Humanitas" und Herr Kommerzialrat K. K1 e m p e r e r für das Kuratorium der „Zentralstelle für jüdisch-soziale Fürsorge'" warme Worte der Anerkennung und des Dankes. Todesfall. Ein wahrhaft tragisches Geschick fügte es, daß der allseitig geachtete Ehrenpräsident und langjährige Präsident des. Tempelvereines „Tefilath Jeschurun", Herr Bernhard Mayer in Grado, wo er zur Erholung weilte, kaum 45 Jahre alt, plötzlich verschieden ist. Die Sympathien, deren sich der Verstorbene bei jedermann erfreute, galten seiner anspruchslosen Güte. Wohltun war sein Lebensziel und das Wiener Judentum beklagt wieder den Verlust eines ausgezeichneten, von wahrer Nächstenliebe erfüllten treuen und bewußten Glaubensbruder. Bei dem am 25. v. M. stattgefundenen Leichenbegängnisse schärten sich zahlreiche Freunde und Verehrer um den Sarg des Verstorbenen wie um den eines verewigten Verwandten. Eswar-erschienen: Der Gesarritvorstand des Tempelvereines ,/Tefilath Jeschurun", für den Bernhard Mayer ganz Hervorragendes geleistet hatte, unter Führung des Obmannes Heinrich-Edel stein, die Vorstandsmitglieder des Tempelbaukomitees und des jüdischen Hflfsvereines „Prater", welche Vereinigungen nvBernhard Mayer den Gründer und Förderer beklagen, mit Obmann Salo Natowicz an der Spitze, sowie die Vorstandsmitglieder des ebenfalls von ihm gegründeten jüdischen Unterstützungsvereunes „Esra", geführt von Obmann Dr. SaneiBeer. Herr Rabbiner Dr. Funk widmete In seinem allen zu Herzen gehenden Nachruf dem Verblichenen Worte der Anerkennung für seine auf« opfernde Tätigkeit auf dem Gebiete der jüdischen Humanität. Bescheiden und wunschlos für seine eigene Person, wirkte er. als ein Musterbild treuer Pflichterfirlhmg nur für das Wohlseiner Familie und der leidenden Menschheit. Die kantorale Funktion versah Oberkantor Helnrch Fischer in ergreifender Weise. * 'i * \ Da-es uns versagt war, an der Bahre von dem uns so teuren Verbliebenen, Herrn Bernhard mager Abschied zu nehmen, sollen diese Zeilen dem Gedenken unseres hochverdienten Ehrenpräsidenten gewidmet sein. Dem leider viel zu früh Verschiedenen, dessen ganzes Wesen nur Wohlwollen, Güte, Liebe und Hingebung jedermann gegenüber gewesen, schulden unsere Vereine die allergrößte Dankbarkeit. Es war sein, innigstes Bestreben, ein Gotteshaus im Pratervlertel errichtet zu sehe». Seinem überaus eifrigen Wirken verdanken wir die Erwerbung eines Bauplatzes, eine gleiche Opferfreudigkeit bei den Mitgliedern unserer Gemeinde geweckt zu haben, war eines der vielen Verdienste des Verstorbenen. So fand seiner Wunsche Ziel bei seinen Mitarbeitern Verständnis und tätige Mithilfe. * "Jedes raehscKenfreündliche WerkTTeäes gemeinnützige Unternehmen hatte in Bernhard Mayer einen warmen Fürsprecher und Förderer, unermüdlich im Anregen zum Wohltun, war er selber ein Vater der Armen, eine Stütze der Verzagten. ■ - Unsterblich lebt daher sein Name in seinen Taten und seinem Wirken, unsterblich bleibt daher die Erinnerung an ihn in unserer Gemeinde, im Herzen aller, denen er wohlgetan. Heinrich Edelstein Obmann des Prater B e t h a u s v e reines „Tefilath Jeschurun" SalO NotOWlC Obmann des ' „Jüdischen Hilfsvereines" und „Tempelbaukomitees* Prater