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Die Wahrheit · 1927-08-12 · Heft 33 (12.8.1927) · page 13

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DIE WAHRHEIT fl!!ll!il!illl|||ini!l!!li!ll!l!llli![i!!il!!illllll!!IHI!lllfi Seit« 13 %C (fheatextXunstu.JEitex€Mtm O IMMtMtNHMIHIMIHNHMmM QS 6%. Von Wotfke xu Wodue Die Frankfurter Rothschild-Bibliothek Reichsbibliothek. In der „Frankfurter Zeitung" gibt Professor D. Veit Valentin die Anregung, die Rothschildsche Bibliothek in Frankfurt a. M. zur Bibliothek des Deutschen Reiches auszugestalten. Er führt u. a. aus: London hat das British Museum, Frankreich die Nationalbibliothek in Paris, Deutschland besitzt keine Nationalbibliothek, keine Reichsbibliothek; kann Frankfurt nicht Sitz einer Reichsbibliothek werden? In der Rothschildschen Bibliothek in Frankfurt ist eine Institution vor langem schon ins Leben gerufen worden, die gerade für Frankfurt den Anspruch begründet, eine Zentrale deutschen Bibliothekswesens zu sein. Es ist der „Sammelkatalog", der einheitliche Zettelkatalog der wissenschaftlichen Bibliotheken des deutschen Sprachgebietes; hier werden ja auch alle Fragekarten des Berliner Auskunftsbureaus der deutschen Bibliotheken verarbeitet. Diese Frankfurter Organisation macht es also erst möglich, das Vorhandensein seltener Literatur auf irgendeiner deutschen wissenschaftlichen Biblothek festzustellen. Frankfurt könnte hier ein modernes und praktisches System durchführen. „Unsere Mitarbeit an der deutschen Kultur" heißt das Thema, dem die neue Nummer 31/32 der „C. V.-Zeitung" (44 Seiten mit zahlreichen Abbildungen) gewidmet ist Sie enthält neben Aufsätzen des Vorsitzenden des C. V., Herrn Justizrat Dr. B r o d n i t z und des Syndikus Dr. Alfred Wiener, Beiträge von folgenden Gelehrten: Prof. E. v. Astier (Glessen), Rabbiner Dr. Braunschweiger (Oppeln), Dr. med. Arthur Czellitzer (Berlin), Prof. Dr. J. Elbogen (Berlin), Prof. Dr. Jul. Goldstein (Darmstadt), Prot Dr. ing. Alfred Grotte (Breslau). Rabbiner Dr. Max Grunwald (Wien), Prof. Jul. Hülsen (Frankfurt a. M.), Dr. Friedr. M. liiert (Worms), Rabbiner Dr. B. Jacob (Dortmund), Dr. med. J. Kastan (Berlin). Dr. med. Rieh. Koch (Frankfurt a. M.), Dr. Mich. Müller-Claudius (Potsdam), Prof. Dr. Carl Neuberg, Direktor des Institutes für Biochemie am Kaiser-Wilhelm- Institut (Berlin), Stadtrabbiner Dr. P. Rieger (Stuttgart), Dr. Meier Spanier (Berlin); Kritikern und Kunstschriftstellern: Julius Bab (Berlin), Chefrädakteur Paul Elbogen (Wien), Fritz Engel (Berlin), Wilhelm Hausenstein (München), Ernst Heilborn (Berlin), Dr. jur. J. Levy (Berlin), Robert Neumann (Wien), Prof. Dr. Alfred Weissmann (Berlin), Dr. Alfred Wolfenstein (Berlin); Dichtern: Walter Bloem (Burgrieneck, Unterfranken), Herbert Eulenberg (Kaiserswarth), Arno Holz (Berlin), Ernst Lissauer (Wien), Jacob Loewenberg (Hamburg), Wilhelm Michel (Darmstadt), Walter v. Molo (Berlin), Franz Rosenzweig (Frankfurt a. M.), Wilhelm v. Scholz (Seeheim bei Konstanz), Arthur Silbergleit (Berlin), Franz Werfel (Wien). In ihrer Reichhaltigkeit vermittelt diese Sondernummer ein umfassendes Bild von dem Anteil der deutschen Juden an der kulturellen Entwicklung ihres Vaterlandes und zugleich von der Tätigkeit und den Zielen des Centrai-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. „Ethos", Zweimonatsschrift für Soziologie, Geschichts¬ und Kulturphilosophie. Herausgeber: Prof. D. Kor gen, Dr. W. Hilker, Prof. Dr. F. Schneersohn, II., 1. Heft. Verlag H. Braun, Karlsruhe. In schwieriger Zeit haben Herausgeber und Verlag das Wagnis auf sich genommen, eine Zeitschrift zu begründen, die auf einen beschränkten Leserkreis angewiesen ist. Das Wagnis scheint gelungen zu sein. Denn als Vierteljahresschrift erschien das erste Jahrgang, der zweite bereits als Zweimonatschrift. Auch diesen zeichnet wieder Reichhaltigkeit aus. So enthält das erste Heft Arbeiten von S. G a r g a s über „Aktivismus und Passivismus als Methoden des politischen und sozialen Kampfes", von Zwingmann über „Voraussagungen in der Geschichte", von Stock über „Die Kontinuität in der Geschichte", Walt her berichtet über „Sozialethische Kultur in U. S. A.", Eschmann trägt „Zur Theorie des Faschismus" bei. Kawerau, Cronheim, Goitein und Plaut besprochen eingehend Neuerscheinungen. Wir hoffen, daß sich „Ethos" auch in nicht zünftigen Kreisen Freunde erwerben wird und so die Erwartungen der Herausgeber und des Verlages, der sich mit großem Opfermut der jungen soziologischen Wissenschaft angenommen hat, erfüllen wird. g. Die Schlußbilanz des Erdbebens. Nach dem Bericht des britischen Oberkommissärs für Palästina sind 200 Personen getötet, etwa 750 Personen mehr oder weniger schwer verletzt und 1000 Häuser schwer beschädigt worden. Der an den Eisenbahnen angerichtete Schaden beträgt bis zu 2000 ägyptische Pfund. In Transjordanien wurden durch das Erdbeben 68 Personen getötet und etwa 100 verletzt. Achtzigjährige. Max Liebennann. Max Liebermann, der hervorragende deutsche Maler und Präsident der Akademie der Künste, war aus Anlaß seines achtzigsten Geburtstages Gegenstand zahlreicher und außerordentlicher Ehrungen. Zahlreiche prominente Vertreter der Wissenschaft, Literatur und Kunst fanden sich im Sommerheim des Meisters zu Wannsee ein, um Max Liebermann persönlich ihre Glückwünsche zu überbringen. Unter anderen erschienen beim Jubilar als Vertreter der Akademie der Künste Prof. Philipp Frank an der Spitze einer Deputation, der Präsident der Dichterakademie Wilhelm v. Scholz, der Generaldirektor der staatlichen Museen Geheimrat Otto v. Falke, der Direktor des Kaiser Friedrich-Museums Doktor Max Friedländer, eine Deputation der Berliner Universität unter Führung von Geheimrat Adolf Goldschmidt, die den Ehrendoktor der Universität begrüßte, ferner Deputationen der Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst, Deputationen der Künstlerkartelle in Berlin und im Reiche, des Verbandes deutscher Kunstkritiker, des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten u. a. m. Als gegen Mittag die große Gratulationscour begann, erschien als erster offizieller Gratulant der Reichsinnenminister v. Keudell, der Liebermann den Adler Schild des Reiches samt dem folgenden persönlichen Schreiben des Reichspräsidenten überbrachte: „Sehr geehrter Herr Professor! Zu Ihrem 80. Geburtstage spreche ich Ihnen meinen Glückwunsch aus. Sie blicken am heutigen Tage auf ein Leben reich an Arbeit und an Erfolgen zurück. In ununterbrochenem Schaffen und Wirken haben Sie als Maler und Graphiker ein Werk aufgestellt, das in der Geschichte der Kunst von bleibender Bedeutung ist. Neue Wege haben Sie gebahnt, einer ganzen Zeit die malerische Form gegeben. Als Zeichen des Dankes, den Ihnen das deutsche Volk schuldet, lasse ich Ihnen hiermit den Adlerschild des Reiches zugehen. Meine besten Wünsche gelten Ihrem weiteren Scharfen und Ihem persönlichen Wohlergehen. ) In vorzüglicher Hochachtung gez. v. Hindenburg." Der preußische Kultusminister Dr. Becker überreichte Liebermann das erste Stück der vom Preußischen Staate neugestifteten Goldenen Medaille. Der Oberbürgermeister von Berlin, Boß, brachte dem Jubilar den Ehrenbürgerbrief der Stadt Berlin. Bernhard Hofbauer. Einer der vornehmsten und angesehensten Vertreter der Wiener Judenschaft hat vor kurzem in aller Stille das seltene Fest des achtzigsten Geburtstages gefeiert. Bernhard Hofbauer, Präsident des Bethausvereines „Judengasse- Lazenhof" und des Vereines „Einheit", der in voller Rüstigkeit und jugendlicher Tatkraft das Alter von achtzig Jahren erreicht hat, ist nämlich einer jener seltenen Menschen, welche in der Stille wirken, und hat all sein Leben lang im stillen zahlreiche Werke der Menschenfreundlichkeit vollbracht. Aber auch dort, wo es sich um die Verteidigung der Interessen des von ihm über alles geliebten Judentums handelt, stand Bernhard H o f b a u e r in der vordersten Reihe der -m Restauration in Salzbarg -nrc Hermann Kohn WoHdietrtchstrafie Nr. 14 raaoige Preise! naoHfe Preiset

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