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Die Wahrheit · 1927-02-25 · Heft 9 (25.2.1927) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 9 (25.2.1927)
Date
1927-02-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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DIE WAHRHEIT lliliiliilllilillllllllllllllll^ Seite 11 Gesellschaft. Diese neue Reihe des Verlages Braun hat sich als außerordentlich brauchbar erwiesen. Es werden hier dem Studierenden (nicht nur den Hochschülern!) wesentliche Stellen und Ausschnitte aus den Werken der Autoren geboten, die für ein bestimmtes Gebiet richtunggebend sind. Es dürften kaum bessere Einführungen, in einzelne Fragenkreise existieren. Diese Aufgabe wird von den vorliegenden beiden Bändchen vortrefflich erfüllt. Die Einleitung von Prof. Salomon gibt eine allgemeine Uebersicht über das Gebiet und die Schulen, die im folgenden selbst zu Worte kommen. So sind im Band II Kant, Fichte, Hegel, Schleiermacher, Krause, Ahrens, Herbert, Stein, Wohl, Treitschke, Marx, Lefrius und Steinthal, Wundt, Tomies, Simmel, Max Weber, Span u. v. a., im Band III die Soziologen Spencer, Simplowicz, Schüffle, Ratzenhofer, Steinthal, Simmerl, Verkrudt, Oppenheimer u. a. vertreten. Die „Lesestücke" ermöglichen es vielen, die durch technische Schwierigkeiten, Fehlen von Bibliotheken. Zeitmangel, von der Lektüre der Originalwerke zurückschrecken, hier konzentriert und befreit von allem Nebensächlichen Material zur Fundierung ihrer Weltanschauung zu finden. Und so mögen die Lesestücke vielen ein treuer Berater werden. Ernst Lothar: Gottes Garten (F. G. Speidel'sche Verlagsbuchhandlung). Aus den Häßlichkeiten eines gefühlsleeren, ewig hastenden Lebens flüchtet man zu diesem Buch. Es tut einem aufrichtig leid schon am Ende angelangt zu sein bei der Lektüre dieses Buches, das so voll ist von Seele und von Liebe zum Kind, daß man einen verlorenen Menschenglauben wiederfinden könnte. In die Begeisterung über das Buch mischt sich Bewunderung über den Mann, dem die Gabe verliehen ist, die Psyche des Kindes zu erkennen wie selten einer, der die Augen hat, um die Sorgen des Kindes zu sehen und noch obendrein die Fähigkeit, es so wiederzugeben, wie er es getan hat. Es ist nicht die Erzählung eines Vaters über seine Kinder, sondern ein Denkmal für die allzu flüchtige Kindheit, gesetzt von einem guten Menschen. Dr. Hans Kronengold. Hendrik de Man: „Die Intellektuellen und der Sozialismus." Eugen Diedrichs Verlag. 1.60 Mark, de Man hielt auf der ersten Reichskonferenz vor sozialdemokratischen Akademikern (1926) das grundlegende Referat; das Akademiker- Droblem hat sich zum Intellektuellenproblem ausgedehnt. Die Entwicklung innerhalb des staatlichen Beamtenapparates, die Rationalisierung in der Industrie, auch die Gewerkschaftsbürokratie bedingen die Entstehung eines neuen intellektuellen Mittelstandes, de Man war in Belgien Führer des marxistischen Flügels der Arbeiterpartei. An der marxistischen Lehre irre geworden, gab er seine Aemter auf. um in geistiger Unabhängigkeit seine Ueberzeugung wissenschaftlich zu fundieren. drfs. „Das deutsche Gesicht". Ein Almanach, erschienen zum 30. Jahr des Verlags Eugen Diederichs, Jena. 0.50 Mark. Mit interessanten Beiträgen und Bildern. f. s. Emil Ludwig: Wilhelm II. Verlag: Ernst Rowohlt, Berlin. Es ist gut, wenn solche Bücher als „Volksausgabe n", wie hier, zu erschwinglichem Preise in die breite Massen kommen, so erfährt man doch wenigstens die lange peinlich verhüllte Wahrheit. Dabei spürt man in diesem epochalen Werke keine Spur von Sensationsmacherei, der Autor vermeidet mit Absicht alle antimonarchistischen Nachkriegserscheinungen, verwendet vielmehr als Unterlagen nur Stimmen aus der Umgebung Wilhelm II. Dessen verderbliche Politik wird in überzeugender Weise als Ausfluß seiner körperlichen Inferiorität erklärt. Dem Andenken weiland Jakob Bauer. Oberkantor der türkisch-sephardischen Gemeinde in Wien und Ehrenpräsident des österreichischen Kantorenvereines, ist eine geschmackvoll ausgestattete Schrift gewidmet, die Tempelverwalter Max Schwager herausgegeben hat. Das schöne Heftchen, das mit einem gelungenen Bild des Verblichenen (Photo Weitzmann) geziert ist. enthält treffliche Würdigungen seiner Persönlichkeit und seines ersprießlichen Wirkens aus der Feder seiner Jugendfreunde. Musikdirektor Aron Friedmann, Berlin und Oberkantor Josef R e n d i, Zagreb, ferner die gehaltvollen Nachrufe, die Rabbiner Dr. Max Grunwald und der Vizepräsident der türkischen Gemeinde Rob. de M a j o an der Bahre gesprochen, schließlich die Schilderung des imposanten Leichenbegängnisses und der Trauerkundgebung des Kantorenvereines. Die pietätvolle Broschüre ist beim Herausgeber (Wien IL, Zirkusgasse 50) erhältlich. „Das neue Europa." Diese von Dr. Paul Hohenau herausgegebene internationale Revue für Politik und Volkswirtschaft, die in politischen und diplomatischen Kreisen ihre permanenten Leser hat, bringt in der ersten, soeben erschienenen Nummer ihres XIII. Jahrganges unter anderem eine Reihe interessanter Aufsätze englischer, amerikanischer, italienischer und französischer Staatsmänner, deren Aeußerungen universelle Beachtung finden dürften. Während das bekannte Mitglied des englischen Oberhauses Lord Sydenham of Combe in geistvoller Weise die Seemacht Englands als Friedensinstrument kennzeichnet und dies historisch begründet, spricht Professor Rene C a s s i n. der der französischen Völkerbunddelegation angehört, von den Etappen der Herabminderung der nationalen Rüstungen, die noch zurückgelegt werden müssen,-um die Verwirklichung dieses Zieles zu erreichen. Von großer Bedeutung sind die Aeußerungen James M. Becks, des ehemaligen Generalanwaltes der Vereinigten Staaten, der in trefflicher Weise den Wert der Mitarbeit Amerikas für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas an der Hand von unwiderlegbaren Daten schildert. Das Gespräch Mussolinis über den Fascismus im Auslande, über die weitere Festigung von dessen Grundlagen undüber die Kolonisationsziele Italiens, dürfte wegen der Klarheit und Festigkeit der Sprache nachgerade Aufsehen erregen. Das nordafrikanische Problem wird von dem bekannten Schriftsteller und Weltreisenden Dr. Friedrich Wal lisch und Oesterreichs Zukunft von einem Manne besprochen, der als Industrieller, Wirtschaftspolitiker und Staatsmann gleichen universellen Ruf hat und das österreichische Problem gründlich kennt: vom ehemaligen Minister Loucheur. Der Artikel von Dr. R. N. Coudenhove-Kalergi hat dessen bekannte paneuropäische Tendenz zur Grundlage. Ueber die Balkanprobleme schreibt Philipp Low mit Verständnis und Gräfin Hetta T r e u b e r g schildert aus ihren reichen persönlichen Erlebnissen Geschehnisse, die den Eintritt Italiens in den Weltkrieg beschleunigten. Der Verein der Kinderfreunde zur Bekleidung armer Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk veranstaltet Mittwoch, den 2. März 1927, in Gschwandners Saallokalitäten. XVII.. Hernalser Hauptstraße 41, zu Gunsten armer, frierender Schulkinder eine Wohltätigkeits-Masken-Redou te ohne Maskenzwang. Der Vorstand bittet in Anbetracht des wohltätigen Zweckes um zahlreichen Zuspruch. , Die hier besprochenen Bücher sind durch die Buchhandlung Otto Hugo Weinberg, II., Taborstraße 17 (Hirschenhaus) zu beziehen._ Oesterreichische mmmm Juden! "-"j fördert „Die Wahrheit" | das Blatt für die Interessen des österreichischen! Judentums! Gedenket bei jeder Gelegenheit des Abwehrfonds! Werbet Abonnenten für „Die Wahrheit" j und benützt sie zur Insertion. Hierdurch stärkt Ihr „Die Wahrheit" in \ ihrem Kampfe gegen die antisemitische Gefahr! Hierdurch stellt Ihr die Mittel bereit zur kraft-! vollen Verteidigung Eurer Rechte« Eurer Ehre, Eurer Existenz!

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