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Die Wahrheit · 1927-02-25 · Heft 9 (25.2.1927) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 9 (25.2.1927)
Date
1927-02-25
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Von Wodke %u Wodke ^•«^ Auffindung eines „goldenen Kalbes". Der bekannte Archäologe Prof. James Webster von der Universität Chikago berichtet über bemerkenswerte Funde, die er be> seinen letzten Ausgrabungen in Palästina gemacht habe. Unter den ausgegrabenen Gegenständen befindet sich auch ein goldenes Kalb, dessen Alter von den Gelehrten auf mindestens 3500 Jahre geschätzt wird. Demnach wäre dieses goldene Kalb zumindest um 500 Jahre älter als dasjenige, von welchem in der Bibel (2. Moses 32, 4 ff) die Rede ist An der Fundstelle des goldenen Kalbes, die ein altpalästinensisches KÖnigsgrab zu sein scheint, wurden außerdem goldene Gürtel und Ketten, das Bruchstück einer goldenen Schlange und noch andere Gegenstände aus Gold und Edelsteinen gefunden. Dr. Marceil Baracs — ungarischer Abgeordneter. Nachdem der demokratische Abgeordnete Karl R a s s a y, der sowohl in S z e g e d i n als auch in Budapest gewählt worden war, auf das Budapester Mandat verzichtet hat, zieht der zweite Kandidat der Budapester demokratischen Wahlliste, Dr. Marcell Baracs in das Abgeordnetenhaus ein. Abgeordneter Baracs, der einer der hervorragendsten Anwälte von Budapest ist, ist ein Schwager des jüdischen Oberhausmitgliedes Oberrabbiner Dr. Immanuel L ö v/ und ein guter und aufrechter Jude. Mit Dr. Baracs ist die Zahl der jüdischen Abgeordneten auf 11 gestiegen. Verschwinden eines jüdischen Wahrzeichens in Budapest. Eines der ältesten Häuser von Budapest, das sich bisher im Besitz der Familie Baron 0 r c z y befand, ist an eine Bauunternehmung verkauft worden und dürfte alsbald niedergerissen werden. Das Orczysche Haus wurde im Volksmund „Judenburg" genannt und tatsächlich verkörpert es ein Stück jüdische Geschichte von Budapest. Es wurde im Jahre 1810 erbaut. Im Jahre 1814 wurde in ihm die erste jüdische Volksschule von Budapest errichtet. In dem Hause befinden sich ferner die große orthodoxe Synagoge, ein altes jüdisches Restaurant, das vor vielen Jahrzehnten von Moritz Wassermann gegründet wurde, ein altbekanntes jüdisches Kaffeehaus, 48 Wohnungen, eine große Anzahl von Geschäften und Magazinen. Es ist also kein Wunder, daß dieses Haus Ecke Königsgasse und Karlsring durch viele Jahre Mittelpunkt des jüdischen Lebens in der ungarischen Hauptstadt war. insbesondere bildeten das Restaurant Wassermann und das Kaffeehaus den Treffpunkt der Juden nicht nur von Budapest sondern auch derjenigen, die aus der Provinz und dem Auslande in die ungarische Hauptstadt kamen. Hier wurden die Neuigkeiten ausgetauscht, Geschäfte abgeschlossen und freundschaftliche Beziehungen angeknüpft; hier hatte auch die Kantoren-, Maschkichim- und Hauslehrerbörse ihre Zentrale. Der Besitz dieses Hauses wurde dem alten Baron O r c z y von manchen seiner Standesgenossen verübelt und er wurde deswegen vielfach gehänselt. Doch Baron Orczy hielt sich dafür schadlos, indem er, wie mau ihm nachrechnete, aus dem Besitz des Hauses eine Rente von 1 Golddukaten in der Stunde bezog. Da der Tag bekanntlich 24 Stunden hat und ein Golddukaten in jener Zeit eine ganz ansehnliche Summe Geldes darstellte, ist es begreiflich, daß sich der alte Baron lächelnd über angebliche „Standesrücksichten" hinwegsetzte. Allmählich bildete sich rings um das Orczysche Haus ein jüdisches Viertel, indem jene Juden, die aus der Provinz in die Hauptstadt zogen, sich möglichst nahe dem Orczyschen Hause niederzulassen bestrebt waren. Königsgasse und Dreitrommelgasse wurden so die ältesten jüdischen Handelsstraßen von Budapest. Es ist auch sicher kein Zufall, daß der große Tabaktempel und der Rombach tempel kaum 100 Schritte vom Orczyschen Hause entfernt sind. Mazzothbezug für Arme. Die israelitische Kultusgemeinde Wien wird an arme und nachweisbar rituell lebende Juden, die nicht in der Lage sind, sich Mazzoth zu normalen Verkaufspreisen zu beschaffen, solche zu ermäßigten Preisen abgeben. Ansuchen unter Vorlage von Dokumenten und Erlag von 10 Groschen für Porto und Manipulationsgebühren werden in der Zeit vom 28. Februar inklusive 6 März 1927, wie folgt entgegengenommen: IL, Tempelgasse 3, von 8 bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis 6 Uhr nachmittags: VI., Schmalzhofgasse 3, von 3 bis 6 Uhr nachmittags; IX., Seegasse 9 (Israelitisches Versorgungshaus), von 3 bis 6 Uhr nachmittags; X., Humboldtgasse 27, von 3 bis 6 Uhr nachmittags; XV., Turnergasse 22, von 8 Uhr früh bis 3 Uhr nachmittags; XVI., Hubergasse 8, von 9 bis 12 Uhr vormittags; XVIII., Schopenhauerstraße 39, von 3 bis 6 Uhr nachmittags; XX., Kluckygasse 11, von 3 bis 6 Uhr nachmittags; XXL, Holzmeistergasse 12, von 9 bis 12 Uhr vormittags. Chewra Kadischa für den XVI. und XVII. Bezirk in Wien. Sonntag, den 20. Februar 1927, fand die 18. ordentliche Generalversammlung dieses Vereines statt. Der Vorsitzende Herr Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch begrüßte die anwesenden Gäste und Mitglieder, insbesondere den in Vertretung der Kultusgemeinde erschienenen Kultusvorsteher Herrn Hofrat Dr. Wilhelm H e r z k a und erstattete einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit des Vereines im abgelaufenen Jahre, welcher von der Versammlung genehmigend zur Kenntnis genommen wurde. Ueber Antrag des Revisors Herrn Alexander Goldblatt wunde dem Vorstande einstimmig das Absolutorium erteilt. Herr Hofrat Dr. H e r z k a sprach dem Präses Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch und allen Vorstandsmitgliedern im Namen der Kultusgemeinde für ihre ersprießliche Tätigkeit den Dank aus. Hierauf wurden per Akklamation die ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Herren Robert Beck, Solim Klawier, Edmund Kotanyi, Hermann R a 11 i n, und Josef S a 1 a m o n wieder- und Herr Franz G o 1 d s t e i n neugewählt. Israelitischer Bethaus-Verein „Chewra Beth Hatfilah". Donnerstag, den 3. März 1927, 6 Uhr abens, findet im Zeremoniensaal des Vereines, IX., Müllnergasse 21, die 59. ordentliche Generalversammlung mit folgender Tagesordnung statt: Rechenschaftsbericht; Vorlage des Rechnungsabschlusses und der Bilanz pro 1926; Bericht der Revisoren; Neuwahl von drei Vorstandsmitgliedern; Neuwahl des Ausschusses; Bestimmung des Mitgliedsbeitrages pro 1927; Anträge und Interpellationen. 75. Geburtstag. Am 1. März feiert Herr Hermann Löwy seinen 75. Geburtstag. Der Jubilar ist fast ein halbes Jahrhundert im Vorstande des Vereines „Nächstenliebe" und bekleidet seit 42 Jahjen das verantwortungsvolle Amt eines Kassaverwalters des Vereines. Hermann Löwy ist eine besonders in der Leopoldstadt gut bekannte und beliebte Persönlichkeit, da er hier viele Jahrzehnte als Caf6tier tätig war. Durch sein rechtschaffenes und liebenswürdiges Wesen hat er sich zahlreiche Freunde erworben, die ihm nun anläßlich seines 75. Geburtstages eine besondere Ehrung bereiten wollen. Insbesondere hat der Vorstand des Vereines „Nächstenliebe" die Absicht, seinem verdienstvollen Mitgliede im Rahmen einer zwanglosen Zusammenkunft, die Dienstag, den 1. März, 8 Uhr abends im Cafe Arkaden, L, Universitätsstraße 3, stattfinden wird, seine Anhänglichkeit zu beweisen und für seine jahrzehntelangen treuen Dienste den Dank und die Anerkennung abzustatten. Der Vorstand des Vereines „Nächstenliebe" gestattet sich daher auch auf diesem Wege die Mitglieder des Vereines sowie alle Freunde und Bekannten des Jubilars herzlichst einzuladen. Ml II" Bezugsbedingungen: Halbjährig: für Oesterreich S 8.50. Ungarn Pengö 8-50, Deutschland Goldm. 7.—, Tschechoslowakei?K 60.—, Polen ZI. 11—, Schweiz Fr. 7.—, Amer ika 1 Va Doli., Italien Lire 40.—.England Schilling 15.—, Rumänien Lei 300—, Jugoslawien Dinar 100.— »MOMCMMMMMtatNNNMNNNM^M» FLEISCHHAUEREl^ SIEGMUNP KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE NR. 19 FILIALE i XVIII., WAHRINGERSTRASSE NR. 97 Telephon Nr. 17-3-99 and 16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilung für Koscherfleisch IX., Berggasse IS und XVIIJ., Rätiringerströße 97 unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der Isr. Kultusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlieh Prima- Qualität zu den billigsten Marktpreisen

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