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Die Wahrheit · 1927-01-01 · Heft 1 (1.1.1927) · page 11

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1927
Issue
Heft 1 (1.1.1927)
Date
1927-01-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Ü® WAHRfBBIT 9*1*11 ÜZs &tke&tert Mwmsi u. Xiteratur Vortrag. Ueber Einladung des jüdischen Wohlfahrtsver- •ines „Gegenseitigkeit" in Klosterneuburg, fand am 21. Dezember 1926 im Sitzungssaale des dortigen Tempels ein Vortrag Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. M. Rosenmann, Wien- Floridsdorf, über „Hauptmomente aus der Geschichte der Juden in Niederösterreichu, statt, zu dem sich eine zahlreiche Zuhörerschaft eingefunden hatte. Der glänzende Aufbau seines Vortrages, sowie die fesselnde Art und der hohe wissenschaftliche Gehalt der Ausführungen Sr. Ehrwürden hielt alle Anwesenden im Banne und erweckte bei ihnen helle Begeisterung, die am Ende des Vortrages in dem allseitig geäußerten Wunsche gipfelte, daß es der Klosterneuburger Jüdenschaft gegönnt sein möge, diesen vortrefflichen Redner und Gelehrten bald wieder als Vortragenden begrüßen zu dürfen. . H. Blaufuß. „Kephtharitische Inschriften'', Nürnberg, 1926. Verlag Friedrich Korn. 1.50 Mark. Man traut seinen eigenen Augen kaum, wenn man hier minoische Denkmäler, nämlich den Diskos von Phaistos und die Philistertafel, mit Zeichen bedeckt sieht, die, nach der überaus geistvollen Deutung des Verfassers, eine semitische, mit dem hebräischen nahezu identische Sprache wiedergeben sollen. Die Juden selbst will Blaufuß hier erwähnt finden, wie er auch Odysseus in diesen Schriftzeichen entdeckt zu haben glaubt. Die Schrift wird sicherlich Gegenstand lebhafter Kontroversen werden. Karl KHnghardt: „Türkün Jordu". L. Friedrichsen & Co., Hamburg. Aus dem Buche atmet das übergroße Vertrauen seines bekannten Autors in die Zukunft der neuen Türkei. Wir lernen, stets sachlich, Kleinasien nach allen Richtungen hin. genauest kennen: politisch, kulturell, landschaftlich, wirtschaftlich, geographisch, wobei die Beschreibungen, für jede Provinz zusammengefaßt, sehr übersichtlich erscheinen. z—fs. Urania-Vortrag. „Aus der Geschichte der Wiener Juden", Sonntag, den 2. Jänner 1927, VsS Uhr abends. Vortragender: Dr. Max Grunwald. w :if« i irüet AöonnentGn für „Dio WahrfiGit Bezugsbedingungen: * Halbjährig: für Oesterreich S 8.50, Ungarn Pengö 8-50, Deutschland Goldm. 7.—, Tschechoslowakei fK 60.- Polen ZI. 11.—, Schweiz Fr. 7.-, AmerikalVsDoli.,Italien Lire40.—,EnglandSchilling m 15.—.Rumänien Lei 300—, Jugoslawien Dinar 100.— ■ Cn&n Min? B?.in -na Mit dieser gesetzlich gestautsten haben wir unsere Menorali- Rerzen in; \ Verkehr gebracht und empfehlen solche besonders. nnjn nphin mra-b Mendl Friedmann & Sohn Kerzenfabrik I., Hohcnstaafengasse IT - Tel. 63-6-56 SCl!^ Verein ^Wohlfahrt'% zur Erhaltung der Israel Klnderbewahranstalt. An Steile der wegen der gesundheitsamtlichen Schließung der Klnderbewahranstalt entfallenden Chanukafeier veranstaltete der Vorstand des Vereines „Wohlfahrt" am Samstag, den 18. Dezember 1926 für seine kleinen Zöglinge ein Kinderfest mit anschließender Beteilung. Unter den zahlreich erschienenen Gästen wurden bemerkt: Vom Präsidium der Kultusgemeinde: Präsident Dr. Jakob Ornstein und Regierungsrat Dr. Adler. Vom Kuratorium des Vereines israelitische Kinderbewahranstalt: Frau Dr. Landau und Kammerrat Ludwig Lampl. Frau Direktor Regine Uli mann vom Mädchen-Unterstützungsverein und die Damen Isidor Schwarz und Kiaar vom Frauenverein für den zweiten Bezirk. Ferner: Regierungsrat Kleebinder, Herr Professor Dr. Julius Z a p p e r t, Herr Börserat Glück, Herr Professor Julius Urbach, Herr Dr. Wolfgang Pollacsek, Herr Professor Antscheri, Frau Dozent J. Fischer, eine besonders treue Gönnerin der Anstalt Fräulein Olga Fischer aus New York und endlich die meisten Vorstandsmitglieder und deren Familien. Um das Gelingen des Kinderfestes und der wirklich überreichlichen Beteiligung der Kinder haben sich in hervorragender Weise die Vorstandsmitglieder des Vereines „Wohlfahrt" bemüht: Herr Vizepräsident Bezirksrat Julius Berger brachte durch unermüdliche Propaganda und Arbeit einen großen Teil der Anzüge und Wollsachen zu Stande, während Vorstandsmitglied Cafetier J. Müller auch heuer wieder die Kinderjause aus eigenen Mitteln herstellte und ist es rührend, wie Herr Möller fast täglich sich um die Verpflegung der Kinder persönlich bemüht. Besonderes Verdienst erwarben die Herren Ludwig Kranzthor und Direktor Henry Bondy, letztgenannter auch im Arrangement der Kinderunterhaltung, indem er den Kleinen ein Kasperltheater und einen Bauchredner vorführen ließ und war es ein Herzensgenuß das Jauchzen und Lachen der Kinder zu hören. In gewohnter Weise beteiligten sich die Herren Vizepräsident Bezirksrat Simon Weiner. Friedrich Wechsler, Kultusrat Dsvid Dohan, sowie Herr Julius Weinmann an der Beteilung. Der Präsident des Vereines „Wohlfahrt" Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald hielt eine warmfühlende Ansprache sowohl an die Zöglinge als auch an die Gäste, in welcher er speziell Herrn Moriz Oesterreicher dankte, dessen Initiative und Energie die Weiterführung dieser Anstalt eigentlich zu verdanken ist, ebenfalls dankte der Präsident Herrn Professor Dr. Julius Za ppe r t für die aufopfernde, uneigennützige Tätigkeit als Anstaltsarzt und speziellen Dank sagte er der Leiterin dieses Instituts Frau Direktor Olga Fischer, welche mit aufopfernder Mühewaltung in ungemein wertvoller Leistung die Arbeiten dieses Hauses im Sinne der öffentlichen Fürsorgebestrebung führt. Nunmehr erfolgte die Beteilung der Kinder und hat der Verein mehr als hundert seiner Pfleglinge mit ausreichender Kleidung, Wäsche und Spielzeug versorgt. Generalversammlung der Chewra Kadischa. Mit Spannung wurde der am 19. Dezember i926 stattgehabten Generalversammlung der Chewra Kadischa entgegengesehen. Ja, wahrlich, man munkelte sogar von großen Ereignissen, die sich in der Generalversammlung abspielen würden, wenn sich die allgemeine Unzufriedenheit in heftigen Debatten und Kampfabstimmungen Luft machen sollte. Da aber angesagte Revolutionen nie eintreffen, nahm auch die mit so großer Spannung erwartete Generalversammlung einen friedlichen Verlauf und man hatte den Eindruck, als ob die Unzufriedenheit weniger in der Tätigkeit des Vereines als im unbefriedigten Ehrgeiz einzelner Personen ihren Grund hat. Die Generalversammlung, die trotz des goldenen Sonntages einen außerordentlich guten Besuch aufwies, wurde vom Präsidenten Dr. Wilhelm Pappen he im mit viel Umsicht und Geschick geleitet. Er begrüßte den Vertreter der israelitischen Kultusgemeinde Herrn Kultusrat Sigmund Kauders sowie die Kultusvorsteher Kommerzialrat B. Buchwald, Bezirksrat E. Hofmann, I. März, M. Markus, Bethausvorsteher Bezirksrat Julius Berger, Siegmund Ernst, Gustav Planer, Medizinal™ t Dr. Julius Weiß, den Obmann der Bezirkskommission IL, Medizinalrat Dr. Heinrich Haase, die Bezirksräte Plaschkes und Waltuch, die Vertreter der Bne-Brith-Logen und den Chefredakteur der „Wahrheit" Ludwig Hirschfeld. Sodann machte er der Versammlung die Mitteilung, daß der Vorstand den einstimmigen Beschluß gefaßt habe, den verdienstvollen Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde

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