Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1927
- Issue
- Heft 1 (1.1.1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seit« 12 DIE WAHRTEST Universitätsprofessor Dr. Alois P i c k und -den Rektor der israelitisch-theologischen Lehranstalt Hofrat Professor Dr. A. Schwarz zu Ehrenmitgliedern zu ernennen, was von der Versammlung mit ♦ einhelliger Befriedigung zur Kenntnis genommen wurde. Präsident Dr. Pappenheim teilte hierauf der Versammlung mit, daß das langjährige Vorstandsmitglied und Vizepräsident Herr Leopold Otto seine Demission gegeben habe und trotz Bemühungen des Vorstandes nicht zu bewegen war, seinen Entschluß rückgängig zu machen, und dankte dem scheidenden Funktionär für seine langjährige aufopferungsvolle Tätigkeit für die Chewra Kadischa. Auf die Verlesung des Rechenschaftsberichtes wurde Verzicht geleistet, da dieser ohnedies allen Mitgliedern schriftlich zugestellt worden war. Nachdem Kommerzialrat Heinrich Neurath im Namen der Revisoren erklärt hatte, daß Kassa und Bücher in bester Ordnung befunden wurden, wurde dem Vorstande für die abgelaufenen drei Geschäftsjahre das Absolutorium und der Dank ausgesprochen. Der Vorsitzende konstatiert, daß keine Anträge gestellt werden können, da diese im Sinne der Statuten mindestens fünf Tage vor der Generalversammlung dem Vorstande schriftlich hätten bekannt gegeben werden müssen, was jedoch nicht der Fall war; wohl aber ließ er Anregungen der Mitglieder zu und versprach, daß der Vorstand dieselben nach Möglichkeit beherzigen werde. Es sprachen Kultusvorsteher Kommerzialrat B. Buchwald, Herr S. Mandl, Herr E. Brody, Bezirksrat Plaschkes, Kultusvorsteher E. Hof mann, die alle dem Wunsche in beredten Worten Ausdruck verliehen, daß der Vorstand die Vermehrung der Mitgliederzahl und den Ausbau der Krankenfürsorge und des Krankenbesuches anstreben möge. Der letzte Punkt der Tagesordnung „Neuwahl" wurde im Sinne der geänderten Statuten derart erledigt, daß die nachfolgenden neun Herren per Akklamation in den Vorstand gewählt wurden: Sandor Adler, Kaufmann, Franz D6nes, Kaufmann, Josef Dohan, Kaufmann, Siegmund Ernst, Kaufmann, Dr. Ernst Frieding, Apotheker, Samuel Glückselig, Antiquitätenhändler, Hugo Poüper, Kommerzialrat, Adolf Stern, Privatier, und Dr. Josef T i c h o, Rechtsanwalt. Als Revisoren wurden gewählt die Herren: Heinrich Neurath, Kommerzialrat, und Robert W o r t m a n n, Börserat. Eine berechtigte Beschwerde. Uns wird geschrieben: In Nummer 48' vom 19. November 1926 wird in einer Zuschrift „Eine berechtigte Beschwerde" die Vergebung der Arbeiten des Zubaues des jüdischen Realgymnasium an einen nichtjüdischen Baumeister einer Kritik unterzogen. Die in Nummer 51 vom 10. Dezember 1926 erschienene Berichtigung seitens der Direktion obiger Anstalt ist unzulänglich und geht auf den Kern der Angelegenheit nicht ein. Ich gestatte mir nachfolgend die Gründe anzuführen, die für die Vergebung der Baumeisterarbeiten (die anderen Arbeiten wurden von jüdischen Rauhandwerkern durchgeführt) maßgebend waren. Die beschränkten Mittel zwangen mich, die Baukosten so weit als möglich herabzudrücken. Der von mir in Aussicht genommene jüdische Baumeister, dessen Zuverlässigkeit ich wiederholt erprobt habe und dessen Preise stets bei den von mir ausgeschriebenen Offerten für Baumeisterarbeiten!die billigsten waren, konnte diesmal die Preise einer nichtjüdischen Konkurrenz, welche als Gradmesser dienen sollte, nicht halten, geschweige denn unterbieten. Außerdem wehrte sich derselbe gegen eine von mir vorgeschlagene (vom Baaamte zugelassene) Mauerwerksart, die ich aus Ersparungsrücksichten anwenden wollte und auch später angewendet habe. Zur Illustrierung: Bei bleichen Unterlagen und bereits von mir reduzierten Offertpreisen stellte sich das Angebot des jüdischen Baumeisters auf 10.112, dasjenige des nichtjüdischen auf 9606 Schilling. Stiegenlieferung auf 850, bzw. 660.75 Schilling. Ferner bot mir der nichtjüdische Baumeister günstigere Zahlungsbedingungen und beanspruchte eine um 50 Prozent geringere Verzinsung des noch aushaftenden Restes der Bausumme. Eine weitere bzw. neuerliche Konkurrenz der Baumeisterarbeiten konnte ich nicht mehr vornehmen, da infolge Kommissionen der Schulbehörde, Bau- und Feuerpolizei, Stiftungsbehörde usw. ein großer Teil der in Aussicht genommenen Bauzeit verloren gegangen war. Architekt Josef Hahn. Doppeljubiläum. Herr Josef und Frau Mina Spitzer in Hainburg a. Donau feiern am 2. Jänner 1927 im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel das schöne Fest der goldenen Hochzeit und gleichzeitig das 50jährige Bestandsjubiläum ihres Geschäftes. JfäciardJ/erzog "V/tenJ. Kleine .Tfarr^arre?8 $€tftodUi»lcitften sämtlicher in- und ausländischer Marken lagernd Insbesondere jüdische Lieder und hebräische Gesänge der hervorragendsten Kantoren, wie Josef Rosenblatt, Sanel Kwartia, Berele Chagy, Sirota, Schlome Pinkasowicz und viele andere. Alle Schlagerplatten der besten Jazzbands. Opern etc. — Moderne Sprecnmaschlnenund Reiseapparate billigst — Plattenverleih und -Umtausch. Hoiel Zentral (Kaifeesalonl Wien, IL Bezirk, Taborstraße Nr. 8a Täglich ab V.8 Uhr MUSIK UND TANZ bei gewöhnlichen Kaffeehauspreisen Jeden Sonntag 5 UHR-TEE Karl Weiler