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Die Wahrheit · 1930-02-07 · Heft 6 (7.2.1930) · page 6

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1930
Issue
Heft 6 (7.2.1930)
Date
1930-02-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 DIE WAHRHEIT Ungarische Mastgänse S 3*20 Mährische Lebergänse „ 3*40 Gansfett kg „ 4*— Geräucherter Gansbügel per Stück S 3*— „ Gansbrust „ „ „ 7*— Stadtu. Provinzversand pr. Tel. A14-4-87 Karl Faludi, XIX., Döbl. Hauptstraße 88 beter in Riga und wurde dann einer der gefeiertsten Tenöre diesseits und jenseits des Ozeans. Nun ist er zur Musik seiner Jugend zurückgekehrt und singt wieder in der Synagoge zu Riga. Der Abend, der einem wohltätigen Zwecke gewidmet war und an dem auch der berühmte Physiker Albert Einstein, von Professor L e w a ndöwsky begleitet, Händeis Dur-Sonate in B-Dur und das Andante aus Bachs C-Moll-Konzert auf der Geige spielte, gestaltete sich zu einem großen künstlerischen' und gesellschaftlichen Ereignis. Die Berliner Gemeinde ist gegenwärtig bemüht, Jadlowker für ihre Neue Synagoge in der Prinzregentenstraße als Vorbeter zu gewinnen. wAr." i *- Ein schönes Jubiläum. Am Sonntag, den 26. Januar, feierte die von Max Szabolcsi begründete und gegenwärtig von seinem Sohne Dr. Ludwig Szabolcsi geleitete ungarischjüdische Wochenschrift „Egyenlösög" das 50jährige Jubiläum ihres Bestandes. Im Rahmen des Sabbath- Gottesdieustes würdigten die Rabbiner in allen Pester jüdischen Gotteshäusern in ihrer Predigt die Bedeutung des „Egyenlöseg" vom Gesichtspunkte des Judentums. Sonntag vormittag fand auf dem jüdischen Friedhof vor dem Grabe Max Szabolcsis unter überaus großer Beteiligung eine Gedenkfeier statt, der der Geschäftsführende Präsident der Israelitischen Zentrallandeskanzlei, Hofrat Dr. Salomon Eulenberg, der ehemalige Präsident der Pester Religionsgemeinde Hofrat Franz Szekely. Abg. Dr. Geza Desi, Stadtrepräsentant Doktor Marcel! Hajdu. die Vorsteher der Pester Gemeinde Doktor Wilhelm Groner und Dr. Emil Zahler, Generalsekretär Dr. Julius Gabor, eine Abordnung der Distriktspräsidenten unter Führung von Hermann Kovacs und Desider Kanicsai. Dr. Heinrich Endrei. Großrabbiner Dr. Simon Hevesi und zahlreiche Rabbiner aus der Hauptstadt und der Provinz beiwohnten. Die Gedenkrede hielt Großrabbiner Dr. Hevesi, der die wichtige Rolle würdigte, die „Egyenlöseg" während des 50jährigen Bestehens in der Geschichte des ungarischen Judentums gespielt hat. Dieses Blatt, sagte er. das von der Seele Max Szabolcsis gespeist und geführt wurde, war Fahne. Arsenal. Feste und Stärke der ungarischen Judenheit in ihren Kämpfen. Max Szabolcsi war Vorkämpfer, siegreicher Erfechter und Held der jüdischen Rechte, zugleich anch Märtyrer, da er seine Lebenskraft in dem heroischen Kampfe geopfert hat. Nach dem von allen Rabbinern gesprochenen Totengebet legte Frau Alexander Rosenberg den Kranz des Landesverbandes ungarischer Israelitischer Frauenvereinigungen am Sockel des Grabdenkmals nieder. Die Festteilnehmer begaben sich hierauf zum Grabe der Gattin Max Szabolcsis. wo Frau Rosenberg die segensreiche Tätigkeit der Verstorbenen, die Präsidentin des Israelitischen Frauenvereins war, würdigte. Am Sonntag abend fand ein Festbankett mit über 300 Gedecken statt, an dem die Führer des Budapester Judentums teilnahmen. Die Festredner würdigten die Verdienste des derzeitigen Chefredakteurs Dr. Ludwig Szabolcsi. Es sprachen Ministerialrat Dr. Edmund Blum, der Dr. Szabolcsi ein prächtiges Gedenkalbum überreichte. Dr. Geza Desi. Dr. Salomon Ehrenberg, der zugleich die Glückwünsche des Präsidenten der Landeskanzlei, Baron Adolf Kohner, übermittelte, der Präsident der Pester Israelitischen Religionsgemeinde Hofrat Samuel Stern. Rat Ignatz Arany. Frau Dr. Marcelle Baracs, Alexander Stern, Hermann Kovacs, Dr. Franz Hevesi. Dr. Zoltan Wallenstein. Paul Sandor. Dr. Eugen Gal, Thomas Kobor. Nach dem Mahle sprach der Oberrabbiner von Cegled Joseph Fcldmann das Tischgebet Ein Besuch in der Schmidlschen Mazzothfabrik. Die Schmidlschen Mazzoth, im Geschmack und Qualität .geradezu hervorragend, erfreuen sich seit Jahrzehnten größter Beliebtheit Das Geheimnis liegt in der Erzeugungsmet h o d e. Auch nur ein flüchtiger Besuch in der Schmidlschen Mazzothfabrik wird jeden in Staunen versetzen, was in den letzten Jahren auf dem Gebiete der Technik und Hygiene von Herrn Natan B r o d e t z k y, dem neuen Besitzer geschaffen wurde. Wie haben sich doch die Zeiten seit damals, als mit Handbetrieb, für einen kleineren Konsum vollkommen genügend, gearbeitet wurde, geändert Helle große Räume mit den modernsten maschinellen Neuerungen und Verbesserungen, die praktischesten Vorkehrungen in hygienischer Beziehung, wobei die unbedingte Verläßlichkeit bezüglich Kaschruth vollauf gegeben erscheint Nichts wird mit der Hand, alles wird durch Maschinen gemacht Unter ständiger Kontrolle wirklich frommer Maschgichim, die während der ganzen Arbeitszeit im Werke anwesend sind,- geht die Fabrikation vor sich. Erzeugt werden Mazzoth (rund und viereckig in jeder Stärke), Farvel und Grieß. Die Grießerzeugung erfährt heuer eine besondere Neuerung. Herr N. Brodetzky scheute keine Kosten, eine modernst konstruierte patentierte Maschine ermöglicht die Herstellung des feinsten Mazzothgrieß, wie er in ähnlicher Qualität bisher nur von amerikanischen Fabriken auf den Markt gebracht wurde. Die Ware ist im Preise trotz ihrer vorzüglichen Güte viel billiger als ausländische Erzeugnisse. Drei Stock hohe Lager und Verpackungsräume ermöglichen der Fabrik allen Anforderungen nachzukommen. Verein „Wohlfahrt". Der rührige Verein zur Erhaltung der Kinderbewahranstalt in der Schiffamtsgasse veranstaltete Sonntag, den 2. Februar 1930 eine äußerst gelungene Aufführung des Schwankes „Der müde Theodor" im Deutschen Volkstheater. Das vorzügliche Ensemble des Theaters war mit besonderem Eifer und Spielfreude bei der Sache. Die beste Wiener jüdische Gesellschaft war anwesend; unter anderen bemerkte man das Gesamtpräsidium der Kultusgemeinde und eine Anzahl Kultus- und Bethausvorsteher. Der Vorstand dankt allen, die erschienen sind, für ihre tätige Mithilfe zum Wohle der armen Kinder. Kunst und Prophetie. Ein ganz neuartiges Thema behandelte Herr Uriel Birnbaum in seinem Vortrage „K u n s t u n d P r o p h e t i e", welcher im Rahmen der Vortragsreihe des Vereines für jüdische Geschichte und Literatur am 7. v. M. stattfand. Die hochinteressanten Ausführungen des Vortragenden, der von ganz neuen Gesichtspunkten das Wesen von Kunst und Propheti'.- beleuchtete, ernteten dankbaren Beifall der Zuhörer. In der darauffolgenden Generalversammlung wurde dem abtretenden Vorstande für seine segensreiche Tätigkeit im vergangenen Jahre wärmster Dank ausgesprochen. Es gehören dem Vorstande nunmehr nach erfolgter Wiederwahl folgende Herren an: Präsident: Prof. Dr. Samuel Krauss. Vizepräsidenten: Raab. Dr. M. R o s e n m a n n und Inspektor Ludwig Bato. Ferner die Herren Rabbiner Dr. D. Feuchtwang. Dozent Dr. Isidor Fischer. Doktor Imahlis. Sandor Wolf. Alfred May. Med.-R. Dr. Heinrich Ha a se und Josei Babad. „Talmud-Thora". Prater. Sonntag, den 26. Jänner hielt der Talmud-Thora-Verein. II.. Wohlmutstraße 21, bei ungemein zahlreicher Beteiligung der Prater-Judenschaft seine 8. ordentliche Generalversammlung ab. Die Kultusgemeinde war durch Herrn Prof. M. Rath vertreten. Nachdem der Vorsitzende Herr Rabbiner Mose Zunz die Versammlung begrüßt hatte, hielt er einen tiefdurchdachten rabbinischen Vortrag, in welchem er auf die große Wichtigkeit des Thora-Unterrichtes im Sinne des wahren orthodoxen Judentums hinwies. Er zollte allen Förderern der Talmud-Thora wärmste Anerkennung und ersuchte Herrn Prof. Rath, die tiefen Dankgefühle des Prater-Judentums an den Vorstand der Kultusgemeinde zu übermitteln. Herr Prof. Rath brachte seine große Freude zum Ausdruck, daß innerhalb des Wiener Judentums eine solch blühende Lehranstalt besteht. Zum Schluß entspann sich eine lebhafte Debatte wegen der Uebersiedlung der Anstalt in das von ihr neu erworbene Haus, an der sich die Herren Prof. Rath. Schulim Fischheimer, Abraham Geiger und Hersch Ladenheim beteiligten. — ch. „Die Wirtschaft". Das Jännerheft der vom Verbände der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden, Wien, herausgegebenen Zeitschrift ..Die Wirtschaft", die sich auch im Auslande bereits viele Freunde erworben hat. bringt u. a. folgende Beiträge: „Die wirtschaftliche Zukunft und der jüdische Kaufmann", von Dr. Ernst Feldsbcrg, „Arbeitslosigkeit und Steuersystem", von Benno Deutsch, „Die Juden im Handwerk", von Dr. Nahum Blauer. „Der branchenmäßige Bruttogewinn", von Oberfinanzrat i. P. Dr. Hugo Benedikt. Neben wichtigen Verbaiidsnachrichteu. wirtschaftlichen Notizen usw. ist auch die weite Kreise interessierende Rubrik ..Angebot und Nachfrage" enthalten. Der Bezugspreis dieser Zeitschrift, die den Verbandsmitgliedern kostenlos zugeschickt wird, beträgt im Inland S 6.— jährlich. Redaktion und Administration. VI.. Mariahilferstraße 113. Kohlenspende für die Bedürftigen Wiens. Das Gremium der jüdischen Kaufmannschaft, des Gewerbes und der Industrie in Wien erhielt von einem seiner Funktionäre eine Kohlenspende von 350 Sack, für Bedürftige und sind hiervon dem Herrn Bundeskanzler Schober 200 Sack mit dem Ersuchen zur Disposition gestellt worden, sie an Unbemittelte ohne Unterschied der Konfession verteilen lassen zu wollen, während 150 Sack das Gremium der jüdischen Kaufmannschaft zur Verteilung an bedürftige jüdische Handwerker und Kleingewerbetreibende bringt. Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer israelitischer Konfession. Der seit 35 Jahren in Wien bestehende Verein zur Bekleidung und Unterstützung armer alter Männer israelitischer Konfession. Wien IL. Ferdinandstraße 19. hat seit seinem Bestand immer getrachtet, seinen Schützlingen mit Geld oder mit Kieldungsstücken behilflich zu sein. Selbst in den schweren Zeiten des Krieges und nach demselben hat der Vorstand Gelder und Kleider gesammelt oder angekauft, um die armen Greise nach Möglichkeit vor GROSSFLEISCHHAUEREI HiGM. KORNMEHL WIEN IX., BERGGASSE NR. 19 FILIALE i XVIII., WAHRINGERSTRASSE 97 Telephon Nr. A 17-3-99und A 16-9-34 Lieferant fOr Hallanstalten AbteilungemürKoscherfleisch unter Aufsicht des ehrw. Rabbinates der Isr. Kultusgemeinde Wien. Sämtliche Fleischsorten von ausschließlieh Prima-Qualität zu den billigsten Marktpreisen Hunger und Kälte zu bewahren. Ueber 300 würdige Männer, von denen viele 80 und gar 90 Jahre alt sind, stehen im Schutze des Vereines und erhalten ie nach Bedarf die Spenden in Kleidern, in Kohle oder in Geld: etwa 100 Personen erhalten monatliche Zuwendungen als Zinsbeiträge. Der Vorstand pflegt selbst die Erhebungen, besucht die Leute und teilt selbst in diskreter Form, ohne auch nur einen zu beschämen, die Gaben aus. Allen Anforderungen möglichst nachzukommen, ist das Bestreben des Vorstandes und kann er diesen seinen Vorsätzen nur dann entsprechen, wenn edel denkende Menschenfreunde ihm bei der Ausübung behilflich sind. Der Vorstand appelliert daher an die Gutherzigkeit seiner Glaubensgenossen, um Barspenden zur Beteilung oder zum Ankaufe von Kleidungsstücken zu erhalten, er bittet aber auch um gütige Zuwendung alter Kleider, die der Verein nach Meldung durch eine Postkarte von den Spendern abholen lassen wird. Der Vorstand hofft, nicht umsonst die Oetient- Iichkeit um Beihilfe zur Ausübung seiner gewiß guten Wirksamkeit gebeten zu haben, und bittet um möglichste Bedachtnahme auf das traurige Geschick jüdischer armer Greise. Der Hietzinger Tempelverein veranstaltete Sonntag, den 2. d. M. zu Ehren seines verstorbenen , Vorstandsmitgliedes Abraham K r a n n e r eine würdige Trauerfeier. 70. Geburtstag. Dieser Tage feierte Herr Heinrich S c h 1 e i s s n e r, Stärke- und Kleberfabrikant, in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag. Wir gratulieren dem Jubilar, der auch in der Bezirkskommission II der Kultusgemeinde als Vertrauensmann der „U n i o n" seit langer Zeit verdienstvoll tätig ist, herzlichst zu seinem schönen Jubeltag. Todesfall. Am 3. d. M. verschied der bekannte Optiker S. F e "r y im 83. Lebensjahre. Bescheiden und liebenswürdig als Mensch, treu und hilfreich als Freund, hat er sich die Liebe, weiter Kreise, die Hochachtung und Verehrung aller, die ihm im Leben nahe gestanden sind, erworben. Diese Beliebtheit kam auch bei seinem Leichenbegängnis zum Ausdruck. Eine große Gemeinde von Freunden und Verehrern scharten sich um den schlichten Sarg und Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald schilderte-in beredten Worten die Verdienste des ältesten Besuchers des großen Leopoldstädter Tempels, der keinem Menschen je Unrecht oder nur die geringste- Kränkung zugefügt, deshalb auch keinen Feind, sondern nur Freunde zurückgelassen. Linz. Herr Richard Pick. Inhaber der Papiergroßhandlung J. Pick. Platz des 12. November 16, verlobte sich mit Fräulein Grete Plaschkes, Linz. Verband der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden Wiens. Am Mittwoch, den 29. Jänner 1. J. fand eine g'ir besuchte Versammlung des Verbandes der jüdischen Kaufleute und Gewerbetreibenden Wiens statt, in der Herr Reg.-Rat Dr. Max Lenk über die Kreditverhältnisse in Oesterreich und Herr Dr. Ernst Feldsb e rg über geltende Steuergf setze sprachen. Herr Reg.-Rat Dr. Max Lenk verstand es, in seiner glänzenden Darstellungsweise den Anwesenden darzulegen, warum die Kreditverhältnisse in Oesterreich so viel zu wünschen übrig lassen. Die allgemeine Wirtschaftskrise auf dem Weltmarkte wirkt sich um so mehr in einem Staate aus, dessen Handelsbilanz in den letzten Jahren infolge besonderer Verhältnisse immer schlechter wurde. Die Schuld daran liegt vor allem in der mangelnden Produktionstätigkeit in Oesterreich einerseits und in der durch die allgemeinen Steuerbelastungen gedrückten Konkurrenzfähigkeit der Industrie; anderseits. Dazu kommt noch, daß die Belastung der 5 Kleiderkredit "SSSSS?* : 5 Sämtliche Herren- und Damenkleider 5 ■ nach Maß sowie fertig lagernd. ■ 5 Nur Qualitätsware! Billigste Preise! 5, ■ KLEIOERHAUS WERTER, WIEN XVI. E ■ Ottakrlngerstrafie 17 ■ Telephon A 21-501 i

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