Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1926-10-08 · Heft 42 (8.10.1926) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1926
Issue
Heft 42 (8.10.1926)
Date
1926-10-08
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3062972-3063973-3064011--14907-3082491
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nr. 42 DIE WAHBHBBP. Saite U Von Woche zu Woche Die Vermählung des Schriftleiters der „Wahrheit". Sonntag, den 3. Oktober, fand im großen Leopoldstädter Tempel die Vermählung des Schriftleiters der „W a h r h e i t", Oskar Hirschfeld, Sekretär der „Union deutschösterreichischer Jude n", Sohn des Chefredakteurs der „ Wahrheit", Ludwig Hirschfeld und seiner Gattin Sidonie geb. N e u m a n n mit Fräulein Anny Löwy, Tochter des Herrn Leopold Löwy und seiner Gattin Finni geb. Schacherl bei ungewöhnlich zahlreicher Beteiligung aus allen Kreisen der Wiener jüdischen Gesellschaft statt. Der bis auf das letzte Pläizchen gefüllte Tempel vereinigte die Spitzen der Wiener Judenschaft und bot ein gesellschaftliches Bild, wie man es nur bei den seltensten Gelegenheiten anzutreffen Gelegenheit hat. Unter den Erschienenen bemerkte man den Präsidenten der Wiener israelitischen Kultusgemeinde. Univ.-Prof. Dr. Alois Pick, den Vizepräsidenten der Kultusgemeinde und Präsidenten der „Union deutschösterreichischer Jude n'\ Dr. Jacob 0 r n s t e i n, die Mitglieder des Vertreterkollegiums der Kultusgemeinde Oberbaurat Wilhelm Kempler und Rechtsanwalt Dr. T icho, zahlreiche Kultus vorsteher sowie den Bethausvorstand' mit Rechtsanwalt Dr. Elias Münz an der Spitze. Ferner waren erschienen für die Bezirkskommission II der Kultusgemeinde Medizinalrat Dr. Heinrich Haase, der Gesamtvorstand der „Union deutschösterreiohischer/ Jude n", Vorstandsmitglieder und Delegierte der „Chewra Kadischa": für die „Chewra Kadischa, Ottakring, Herr Medizinalrat Kultusvorsteher Dr. J. Deutsch, Rabbiner Dr. Armand K a m i n k a als Vertreter der „Israelitischen A11 i a n z". Eine große Anzahl Beamte der K u 11 u s g em e i n d e mit den Amtsdirektoren Dr. Emil Adler und Guido Fuchsgelb an der Spitze, der Gesamtvorstand des Pazmanitentempels mit Obmann Oskar S c h r am e k, Vorstandsmitglieder der „A g u d a" und Schiffschul" für den Tempelverein Wieden-Margareten Obmann Adolf H o f m a n n, für den polnischen Tempel Vorstandsmitglied Friedrich Wechsler, der Vorstand des Vereines der „T e m p e 1 f r e u n d e" sowie Abordnungen der Tempelvorstände zahlreicher Wiener Synagogen. Sodann waren erschienen eine große Zahl Wiener Kantoren unter Führung des Präsidenten des Oes,terreichischen Kautorenverbandes Oberkantor I. L ö w i t, eine Abordnung des Verbandes jüdischer Gastwirte, für den Verein „E i n h e i t" Herr Max Hofbauer, für den Verein „Kurfürsorge" Medizinalrat Dr. I. Braun, der Gesamtvorstand des Leopoldstädter Frauenvereines mit Frau Dr. M. Grunwald an der Spitze, Vorstandsmitglieder des „Elisabeth-Heimes'\ der Vorstand des Vereines „W o h 1 f a h r t", eine Abordnung der Jugendgruppe der „Union deutschösterreichischer Jude n" mit Präsident Jacob Herz-Kuczer sowie eine Abordnung der „Deutsch-demokratischen Hochschülervereinigung" unter Führung ihres Präsidenten Heinz Braun, das Präsidium des Fachschriftstellerverbandes; Chefs und Personal der Buchdruckerei Ign. Spitz & Söhne. Unter der nicht zu übersehenden Zahl von Freunden und Bekannten der Familien des Brautpaares, welche im Tempel erschienen waren, erblickte man Präsidenten Leopold Bösel und Familie, den Vizepräsidenten der Hammerbrotwerke, Jenö Moln a r, Hofrat Dr. Josef K n e 11 vom Volksgesundheitsamt, Hof rat Gabriel Engelsmann vom Bundeskanzleramt, Hofrat A. Baczinsky und Hofrat Doktor H a b i s o n von der P o 1 i z e i d i r e k t i o n. die Gattin des Kultuspräsidenten Frau Prof. Pick, Regierungsrat Dr. G a n s, den Professor der israelitischtheologischen Lehranstalt Dr. Samuel Krausz, die Schriftsteller Albert Low und Chajim Bloch. Ad. G1 i n g e r, die Schauspieler Hans Moser, Alex. T r cbitsch, J. Fleischmann, den Verwaltungsrat der Heinrich Mattoni A.-G. Felix Ungar u. v. a. m. Unter den weihevollen Klängen von Cello und Harmonium hielten Braut und Bräutigam, gefolgt von ihren nächsten Verwandten, den Einzug in das festlich beleuchtete Gotteshaus. Nachdem der verstärkte Chor unter Leitung des Chordirigenten H e i m a n n einen Festgesang in erhebender Weise zum Vortrage gebracht hatte, sang Oberkantor Heinrich Fischer ein ergreifendes „Mah t a u w u". Nun nahmen das Brautpaar und die als Trauzeugen fungierenden Eltern derselben unter dem Trauhimmel Aufstellung, worauf Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald die Trauungszeremonie vornahm. Nach den Segenssprüchen, die Oberkantor H. Fischer, von einem ausgezeichneten Chore begleitet, in vorzüglicher Weise zum Vortrage gebracht hatte, hielt Herr Rabbiner Dr. Grunwald an das junge Paar eine von persönlicher Wärme durchdrungene Ansprache, in welcher er den Gefühlen der so zahlreich erschienenen Freunde, zu denen er selbst gehört, entsprechenden Ausdruck gab und auf die hohe Wertschätzung hinwies, die sowohl den Brauteltern, als auch dem Bräutigam von weiten Kreisen gezollt wird. Er wünschte dem Bräutigam recht viel Erfolg in seinem Kampfe für das Recht und die Ehre des Judentums, den er zu seinem Lebenszwecke erkoren habe, und sprach die sichere Erwartung aus, daß seine Gattin, die aus einem guten jüdischen Hause stamme, nicht nur eine gute jüdische Hausfrau, sondern eine treue Mitkämpferin sein werde. Er schloß seine ergreifende Rede, indem er den Neuvermählten den alten jüdischen Priestersegen mit auf den gemeinsamen Lebensweg gab. Unter weihevollen Klängen zogen nun Brautpaar und Brauteltern, überhäuft von hunderten von Glückwünschen, aus dem Tempel und konnte sich nur mühsam durch das dichtgedrängte Spalier der Gratulanten seinen Weg bahnen. Dr. W. Festgottesdienst. Der erste Succothtag wurde im Tempel des VIII. Wiener Gemeindebezirkes besondes festlich begangen: er war ein Freuden- und Festtag in wahrstem Sinne des Wortes. Zwei der hervorragendsten Mitglieder des dortigen Tempelvereines, der Präsident Direktor Anton Stein und der Vizepräsident Kommerzialrat Edmund Hacker, waren anläßlich der Vollendung ihres 70. Lebensjahres Gegenstand einer herzlichen und eindrucksvollen Feier, die am 23. v. M. im feierlich beleuchteten und bis auf das letzte Plätzchen gefüllten Tempel in der Neudeggergasse stattgefunden hat. Bei dieser Feier, bei welcher die Spitzen der Wiener jüdischen Gemeinschaft, zahlreiche Freunde und Verehrer der Jubilare, sowie viele Mitglieder des Tempelvereines anwesend waren, sah man unter anderen: In Vertretung der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde den Vizepräsidenten Dr. Jakob O r n s t e i n in Begleitung der Kultusvorstände Medizinalrat Dr. J. Deutsch und Kommerzialrat B. B u c h w a 1 d, für die „Union deutschösterreichischer Juden" die Vizepräsidenten Karl Fröhlich und Hofrat Dr. Josef L ö wn e r, für die B. B.-Logen Großpräsident Hofrat Prof. Dr. S. E h r rn a n n und viele Mitglieder der Logen. Ferner erblickte man Abordnungen der Wiener Tempelvereine mit Präsidenten Börserat J. G1 ü c k und Adolf H o f m a n n an der Spitzer Chefredakteur L. Hirschfeld, sowie den Gesamtvorstand des Tempelvereines Josefstadt. Die eigentliche Festlichkeit begann nach der Aushebung der Thorarollen. Beide Jubilare wurden feierlich zur Thora aufgerufen, worauf Vizepräsident Ludwig L. M e d a k seine jubilierenden Präsidialkollegen namens des Vorstandes und der Mitglieder des Tempelvereines auf das herzlichste beglückwünschte. In treffenden Worten schilderte er die Verdienste, welche sich beide Jubilare um den Tempefvcrein Josefstadt erworben haben, und dankte ihnen für ihr langjähriges ersprießliches Wirken für den Verein. Rabbiner Dr. Moritz Bauer leitete seine Ansprache mit dem schönen Satze des Hallelgebetes ein: „Diesen Tag gab uns Gott, laßt uns ihn feiern und frohlocken" und schilderte sodann das segensreiche Wirken der beiden Jubilare, ihren vornehmen und edlen Charakter, ihre Menschenfreundlichkeit und Herzensgüte. Vizepräsident Dr. J. 0 r n s t e i n überbrachte die Glückwünsche der Wiener israelitischen Kultusgemeinde und hob in seiner trefflichen Rede hervor, daß sich die Gefeierten nicht allein um den Tempelverein, in dessen Mitte sie schon so viele Jahre wirken, sondern um das gesamte Wiener Judentiyn große Verdienste erworben haben. Der Präsident der Vereinigung der Wiener Tempelvcreine Börserat J. Glück hob das Wirken beider Jubilare um die Gesamtheit der Wiener Tempelvereine hervor, dankte ihnen, besonders seinem Stellvertreter in der Vereinigung Direktor Anton Stein für die vorbildliche Art und Weise in welcher er sich seiner Aufgabe als Vizepräsident der Vereinigung unterzogen habe. Hierdurch habe er nicht nur dem Tempelverein selbst, sondern auch der Muttergemeinde, deren Kinder ja die Tempelvereine sind, große und unvergängliche Dienste erwiesen. Rührend war es, wie der Nestor der Wiener Tempelvereinspräsidenten Herr Adolf H o f m a n n seinen „jüngeren" Kollegen in tiefempfundenen Worten die Glückwünsche des Tempelvereins Wieden- Margareten sowie seine eigenen Wünsche überbrachte, den Schwesterverein zu solch trefflichen Führern beglückwünschte. Sämtliche Redner sprachen den innigsten Wunsch aus, es

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.