Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1925
- Issue
- Heft 37-38 (18.9.1925)
- Date
- 1925-09-18
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37/38 DIC WAHRHEIT Seite 19 von Israel vertrieben die „Juden" aus Eleth. Bald darauf rückt Sandiesib gegen Jeruisalem und seine Abgesandten, die das Volk aufwiegen wollten, sprechen jüdisch zu denselben, obwohl sie ersucht wurdan, aramäisch zu Sprechern, damit das Volk nicht entmutigt werde. (II. Korn. 18, 26). Außerdem wurden sie noch einmal „Juden" genannt (25, 25), als bekanntlich der von Nebukadnezar eingesetzte Statthalter Gedalja in Mizpa von Ismael getötet wurde. Sonst aber werden sie auch in den letzten Teilen des zweiten Buches der Könige und der Chronik stets Söhne Israels genannt. Am wichtigsten diesbezüglich ist der Prophet J e r e m i a. Er, der die Leiden seines Volkes bis zu Ende, der den Fall Jerusalems erlebte und seinen Brüdern in das Exill folgte, Ist der Prophet, der seinen Reden auch geschichtlichen Stoff einverleibt hat. Bei ihm kommt auch der Name „Jude n" öfter vor. So tage Jeremia noch von den inneren Verhältnissen und dem Verfall spricht, nennt er sie auch Söhne Israels; in der Zeit Zidkias aber, da die fremden Völker Israel immer mehr überfluteten, wurden sie Juden genannt (32, 12); in den folgenden Gebeten aber heißen sie wieder Israeliten. Eigentümlich ist die Stelle (34, 9), wo er sie zuerst Hebräer und dianin gleich, um sie bestimmt zu bezeichnen, Juden nennt, sowie alle Israeliten in der Fremde diesen Namen führen. Mit dem Kap. 40 beginnt die Zeit des babylonischen Exils, wo sie von ihm durchwegs Juden genannt werden, solang« er geschichtlich bei ihnen verweilte, sobald er aber prophezeit, heißen» s?e wieder Israeliten z. B. 50, 17, dagegen in dem geschichtlichen Anhange Kap. 52 über die Wegführung heißen sie wieder Juden. Sehr wichtig für die Namensunterscheidung ist auch der Prophet Ezechiel, der — da er sich nur in r den Grenzen des Prophetischen hält — nie den Namen Juden, sondern stets Söhne Israels und Haus Israels anwendet. Esra nennt sd'e stets Israeliten, selbst da, wo er nur Juda und Benjamin meint. N e h e m i a ist im Auslande, und fragt nach idiem Befinden der Juden; sobald er aber betet, heißen sie S ö h n e I s r a e 1 s (I, 6), ebenso wenn sie fasten und Feste feiern (9, 1). Im Buche Esther, dessen Schauplatz die Fremde ist, findet sich nur der Name Juden. In den Apokryphen tritt die gleiche Erscheinung hervor. In den Büchern Judith, Baruch, Tobia, Weisheit Sirachs ist nur von Söhnen Israels die Rede. Anders verhält es sich in den Büchern der Makkabäer. Im I. B. heißen sie immer Israeliten; aber in allen öffentlichen Urkunden, Bündnissen und Briefen, die darin vorkommen werden sie durchgehends Juden gemannt. Auch das II. Buch der Makkabäer nennt sie stets so, jedoch in Gebeten und in Anreden Israeliten. Es ist auch zu bemerken, daß in diesem Buche zum erstenmal das Wort Judentum vorkommt, Ho Judaismos (8, 1). Was sich aus dem Gesagten ergibt, wäre etwa in aller Kürze folgendes: Aus der Trennung der Reioh Israel und J u d a ergab sich viel später erst für die Nachkommen des letzteren der Name J u d e n. Da nun, wo sie in ein Verhältnis zu anderen Völkern treten und neben ihnen sich als Volk zeigen, heißen sie Juden. UeberaJi aber, wo von inneren Angelegenheiten, wo vom religiösen Verhältnis die Rede ist, heißen sie Israeliten. Nie und nirgends ist daher von einem Gotte der Juden> von einer Lehre etc. der Juden die Rede, sondern stets heißt es G o 11 Israels." Als Nachkommen unseres Volkes werden wir daher nach der heiligen Schrift Juden heißen, in allen religiösen Verhältnissen aber, als religiöse Gemeinschaft — Israeliten. ff Verein „Wohlfahrt Hervorgegangen aus dem „Komitee zur Sanierung notleidender israelitischer Wohlfahrtsanstarten Wiens" 1., Seilensletten^asse 4 Die Gefahr des Winters, das ungeheizte Zimmer, der Todfeind der Armen, rückt näher! Wien, die Stadt der Tuberkulose, liefert mit seinen Staubwolken im Sommer, dieser Geißel der Menschheit, Opfer genug. Wenigstens im Winter ihre Zahl nicht noch durch Mangel an Heizmaterial zu vermehren, ist Pflicht jedes Menschenfreundes. Und wie manchen, der das Geld für die Kohlen nicht erschwingen kann, treibt die Unfreundlichkeit der kalten Wohnung aus dem Hause! Ist aber einmal die Häuslichkeit, die Freude am eigenen Heim zerstört, so schwindet oft auch der Friede der Ehe, das Familienglück, das Beste, was uns ans Leben fesselt. Die „Wohlfahrt'4 will deshalb im kommenden Winter an Bedürftige kostenfrei Kohlen verteilen und bittet um Beiträge zu diesem menschenfreundlichen Werke. Denket in der Besorgnis um eure alten Eltern, denket im Anblick eurer Kleinen an die verzweifelten Mütter, die ihrem Säugling, an die Kinder, die ihren kranken Eltern kein warmes Zimmer bieten können! Tut eure Menschenpflicht! Für den Vorstand: D. Goldmann Vizepräsident;I^=I^=I! Rabb. Dr. Max Grunwald Präsident Bezirksrat S. Weiner Vizepräsident