Mannheim
Compact Memory

Die Wahrheit · 1925-04-03 · Heft 13 (3.4.1925) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 13 (3.4.1925)
Date
1925-04-03
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3062972-3064022-3064035--13573-3081085
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 12 DIE WAHRHEIT Nr. 13 Brautpaar in weitesten Kreisen erfreut. Dies betonte auch Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald in seiner gehaltvollen Rede, in der er insbesondere auf die Tätigkeit des Bräutigams hinwies. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor Heinrich Fischer mit verstärktem Chor. Nach dem Trauungsakt fanden sich die Festgäste zu einer Gratulation im Hause des Schwagers des Bräutigams, Herrn Fabrikanten Jub'us Feiwel, ein. — Dienstag, den 31. März d. J., fand im festlich beleuchteten großen Leopoldstädter Tempel die Trauung des Fräuleins Edith Krauss, Tochter des allgemein geschätzten Herrn Prof. Dr. S. Krauss und seiner Gattin Irene, geb. Tedesko, mit Herrn Ing. Dr. S. Morgenstern statt. Eine große Zahl von Gästen füllte das Gotteshaus bis auf das letzte Plätzchen und bemerkte man unter anderem die Rabbiner Dr. A. A b e 1 e s, Dr. M. Bauer, Dr. A. Frankfurter, Dr. S. Funk, Dr. M. Gelbhaus, Prof. Dr. Kaminka, Dr. A. L. Mandel, Dr. M. G. Mehr er, Dr. M. Rosenmann, Dr. I. Taglicht, ferner die Herren: Rektor Prof. Dr. Schwarz, Prof. Dr. J. Bronner, die Schriftsteller Chaim Bloch, Chefredakteur L. Hirschfeld, Albert Low, in Vertretung des Bethausvorstandes der Israelitischen Kultusgemeinde, die Vorsteher Dr. Ascher, Sigmund Ernst, Direktor Haber, Medizinair. Dr. Weiß; der Vorstand des Tempelvereines „Aeschel Awrohom", Pazmanitengasse, dem der Bräutigam seit Jahren angehört, erschien mit Herrn Präs. Oskar Schramek an der Spitze vollzählig, auch Oberkantor J. L. Müller und Kantor A. Stift, schließlich Vertretungen der B. B. Logen, des Vereines der Freunde des großen Leopoldstädter Tempels, des jüdischen Frauenvereines für den zweiten Bezirk, des Vereines für jüdische Geschichte und Literatur, der Beamten der Bundesbahnen u. a. m. Seine Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. M. Grünwald verlieh nur den Gefühlen dieser vielen Freunde, zu denen er selbst seit langer Zeit gehört, entsprechenden Ausdruck, als er in einer von persönlicher Wärme durchdrungenen Eede auf die hohe Wertschätzung hinwies, die den Brauteltern, insbesondere Herrn Prof. Dr. S. Krauss von. weiten Kreisen des In- und Auslandes, in denen er durch seine zahlreichen wissenschaftlichen Werke bekannt ist, gezollt wird. Man schätzt bei ihm, hob er hervor, abgesehen von diesem seinen langjährigen Wirken, auch menschlich die vornehme Gesinnung, die innige Familien- und selbstlose Menschenliebe, welche Tugenden auch der Braut zur Zierde gereichen. Aber auch vom Bräutigam sei lobenswert sein jüdisch-religiöses Empfinden hervorzuheben, das ihn zu seiner verdienstvollen Betätigung in jüdischen Vereinen veranlaßt hat. Sr. Ehrwürden forderte das junge Paar auf, dem leuchtenden Beispiele des Elternhauses nachzueifern und ebenfalls ein echt jüdisches Heim sich zu gründen. Die kantorale Funktion versah Herr Oberkantor H. Fischer mit großer Assistenz Den zahlreichen Gratulanten schließt sich die Redaktion dieses Blattes herzlichst an. H. Silberne Hochzeit Am 8. d. M. feiert Herr Siegmund P r a g e r, Sproß einer um das Judentum sehr verdienten Familie und selbst für dessen Ideale in jeder Beziehung stets tätig, mit seiner Gattin Regine das schöne Fest der silbernen Hochzeit und wird aus diesem Anlasse, da er sich wegen seiner Rechtlichkeit und Seriosität der Sympathien und Wertschätzung weitester Kreise erfreut, gewiß Gegenstand zahlreicher Glückwünsche und Ovationen seiner vielen Bekannten und Freunde sein. Silberne Hochzeit Max Schwager. Welcher Beliebtheit sich der Jubilar Max Schwager erfreut, beweisen die beiden folgenden Adressen. Der Verein der Verwaltungsbeamten der israelitischen Kultusgemeinde schrieb: „Am 18. dieses Monates hat sich zum 25. Male der Tag gejährt, an dem Sie vor einem Vierteljahrhundert den Bund des Herzens für das ganze Leben geschlossen haben. Sie haben es sich nicht versagt, dieses herrliche Familienfest, so wie es der guten jüdischen Erziehung, die Sie in Ihrem Elternhaue genossen, entspricht, durch die Weihe der Religion zu verinnerlichen. Wenn Sie, lieber Herr Schwager, heute vor die Thora hintreten und Gott dem Allmächtigen danken, für die Gnade, die Ihnen zuteil ward durch die Wahl einer trefflichen Gattin, einer wahren Esches chajil und durch das Glück, das Sie mit Recht in Ihren braven Kindern erblicken dürfen, und wenn Sie hierbei im Herzen für Ihre und Ihrer Lieben fernere Zukunft beten, so können Sie hierbei das erhebende Bewußtsein haben, daß dieses Ihr Gebet in jenen nicht minder innigen Gebeten, die auch wir Ihnen heute widmen einen Resonanzboden findet, der von den aufrichtigen Gefühlen freundschaftlichster Zuneigung für Sie und Ihre liebenswürdige Gattin getragen wird. Und daß Sie diese mit Recht verdienen, beweist wohl die große Zahl der Freunde und Schätzer, von denen wir nur einen kleinen Ausschnitt büden, am besten. Wenn wir Sie, hochverehrtes Jubelpaar, bitten, unsere herzlichsten Glückwünsche zu Ihrer silbernen Hochzeit entgegenzunehmen, so erfüllen wir damit nicht nur ein eigenes Herzensbedürfnis, sondern auch eine gern übernommene Pflicht, der Dolmetsch der Gefühle aller Mitglieder unserer Vereinigung zu sein. Mögen Sie noch viele ungezählte Jahre in vollkommener Gesundheit und ungetrübtem Familienglücke miteinander verleben, zur Freude Ihrer selbst, Ihrer braven Kinder und aller Ihrer Angehörigen und Freunde. Das walte Gott. Der Vereinsvorstand: Max Popper, Obmann-Stellvertreter; Hans Silberstein, Schriftführer." Der zweite Glückwunsch ist vom „Oesterreichischen Kantoren- Verein", er lautet: „Das Fest der silbernen Hochzeit, das Sie heute mit Ihrer verehrten Gattin feiern, nimmt der gefertigte Vorstand freudigst zum Anlaß, Ihnen die herzlichsten Glückwünsche im eigenen und im Namen aller Wiener Kantoren zu übermitteln. Durch Ihre, schon als Knabe begonnene synagogale Tätigkeit, zu der sich in späterer Zeit Ihre administrative und journalistische bei der ehemaligen „Oesterr. Wochenschrift" gesellte, ebenso Ihre gegenwärtige als Verwalter des Leopoldstädter Tempels waren Sie stets mit den Kantoren in so enger Verbindung, daß wir Sie schon lange als zu uns gehörig betrachteten. Sie haben sich durch Ihre liebenswürdige, entgegenkommende Art, mit der Sie jedermann bereitwilligst mit Rat und Tat beizustehen bemüht waren, ebenso durch die Förderung der Interessen unseres Vereines die Wertschätzung und Dankbarkeit, die wir hiermit bekunden, erworben. Nicht zuletzt gilt dieser Dank Ihrer hochgeschätzten Gattin, deren musikalische und pianistische Virtuosität stets die Bewunderung und Anerkennung aller fachmännischen Kreise gefunden hat, für die Unterstützung, die sie allen Ihren Bestrebungen zuteil werden ließ. Möge der Allmächtige Sie, sehr verehrtes Jubelpaar, noch lange Jahre in jugendlicher Kraft und Gesundheit erhalten, auf daß Sie die „Goldene" im Kreise Ihrer braven Kinder und Familie erleben mögen. Als sichtbares Zeichen unserer Wertschätzung erlaubt sich der Vorstand des Oesterr. Kantoren-Vereines zur Erinnerung an dieses schöne Fest einen silbernen Becher zu widmen. Der Vorstand: Isidor Löwit, Präsident." Todesfälle. Mittwoch, den 25. v. M. verschied nach längerem schweren Leiden im 72. Lebensjahre Frau Berta Beck, die Gattin des verdienstvollen Präsidenten des Bethausvorstandes der Isr. Kultusgemeinde Herrn Anton Beck. Das Leichenbegängnis dieser durch ihre Wohltätigkeit allgemein geschätzten Frau fand unter großer Beteiligung Sonntag, den 29. v. M. am Zentralfriedhofe statt Da die Verblichene in ihrer großen Bescheidenheit sich jeglichen Nachruf verbeten hatte, sprach nur der schmerzgebeugte Gatte tieferschüttert Worte des Dankes für all die schönen und aufopfernden Werke, die die Verewigte in 52jähriger glücklicher Ehe geleistet. In Vertretung der Kultusgemeinde erschien Herr Präsident Univ.-Prof. Dr. Alois Pick in Begleitung des I. Sekretärs Herrn Guido Fuchsgelb und des Amtsleiters W. Freistadt. Der Bethausvorstand erschien unter Führungdes Vizepräsidenten Dr. E. Münz vollständig und ehrte die Verblichene auch dadurch, daß die Vorstände den Sarg zur letzten Ruhestätte trugen. Die kantorale Funktion versah Oberkantor M. B. Kaufmann. — Dienstag, den 31. März d. J„ ist nach schwerem Leiden eine gebildete, edle und aufopferungsvolle Dame, Frau Regine Schwarz, geb.Klebinder, im Alter von 63 Jahren nach vierzigjähriger glücklicher Ehe zu Grabe getragen worden. Mit ihr ist eine wahrhaft jüdische Frau aus dem Leben gegangen. Die große Wertschätzung, der sich die Verblichene wegen ihres vornehmen Wesens in weiten Kreisen erfreute, kam in der außerordentlich großen Beteiligung an; den Leichenbegängnisse zum Ausdruck. Der Verband jüdischer Gastwirte erschien unter Führung des Präsidenten 0. Tone 11 o vollzählig. Dem großen Verlust ihres Scheidens beklagt außer allen jenen, die jemals Gelegenheit hatten, die seltenen Herzenseigen,schaften, die Gemütstiefe und Hilfsbereitschaft dieser seelensguten bescheidenen Frau kennen zu lernen, der Gatte Herr Jacques S c hw a r z, der Senior der jüdischen Gastwirte, der Sohn Ing. Alfred S c h w a r z, die Tochter Hildegard Schiffres geb. Schwarz, Frau Vilma Schwarz, geb. N e u m a n n und Herr Robert Schiffres als Schwiegerkinder, Kurt Schwarz und Ernst Schiff res als Enkel. Der Nachruf, den,Herr Gemeinde-Rabbiner Dr. Grunwald hielt, war der großen Trauergemeinde aus dem Herzen gesprochen. Die Trauerzeremonie wurde von Oberkantor L. J. Müller unter großer Assistenz vollzogen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.