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Die Wahrheit · 1925-03-20 · Heft 11 (20.3.1925) · page 17

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1925
Issue
Heft 11 (20.3.1925)
Date
1925-03-20
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Hr. 11 PIC WAHRHEIT SeHe 13 | Theater, Kunst u. Literatur Pnrlmieler. Am IL d. veranstalteten die unter dem Protektorat Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald stehenden Vereinigungen: „Verein der Freunde des Kroßen Leopoldstädter Tempels". „Jüdischer Frauenverein für den II. Bezirk", ..Jüdischer Elternbund für den II. Bezirk" eine großangelegte Purimfeier, die als durchaus wohlgelungen, sowohl was das gesellschaftliche Bild und die Stimmung, als auch was die gebotenen künstlerischen Leistungen und vor allem das finanzielle Ergebnis betrifft, bezeichnet werden darf. Es war aber auch von allen Beteiligten viel Mühe und Arbeit aufgewendet worden und seien in dieser Hinsicht seitens der „Tempelfreunde" die Tätigkeit des Herrn Oskar Tonello erwähnt, der leider durch das plötzliche Ableben seiner innigst geliebten Mutter am Erscheinen beim Abend selbst verhindert war, weiters die anstrengende Mühewaltung des Kasslers des Festkomitees Herrn Wilhelm Herzka, seitens des ..Frauenvereirres" die Damen des Gesamtvorstandes mit Präsidentin Frau Margrrrte Orurwald an der Fpit^e, seitens des ..Elterubundes" Herr Dir. Gustav K o I m i n und seine rührige Gemahlin rühmend hervorgehoben. Die artistische Leitung lag in den bewährten Händen des Vizeobmames der „Tempelfreunde" Herrn Chefredakteur Ludwig Hirschfeld, der ein Progr"mm erster Güte, bestens konferiert von Herrn Erich Hirschfeld, zusammengestellt hatte. Nach den vorzüglichen Gesangsvorträgen des Frl. Grete Bock und den ausgezeichneten parodistischen Tänzen des Frl. Maiden erfreuten das dankbare Publikum Josef B a a r mit seinen originellen Blitzdichtungen, Hans Moser mit seiner bereits bekannten, aber immor wieder bfjubelten Originalfisür eines Bettlers. Dela L i p i n k a ] a nvt ihren entzückenden russischen Volksliedern, und schließlich boten Karl Parkas und der köstliche Fritz Grünbaum eine amüsante Szene .»Der Herr ohne N^mon". Nach diesem großartigen Programm, zu dem die ausübenden trefflichen Künstler anees'chts des guten Zweckes sich selbstlos zur Verfügung gestellt hatten, trat der Tanz in seine Rechte, dor durch einen hübsohpn Einzug des Fest- und Jugendkomitees, arrangiert von Prof. R. H e i m a n n, unter den Klängen der Kapelle I. Gelger eingeleitet wurde. Alles in allem war es ein schöner Ab^nd. der nebst seinem finanziellen Ergebnis auch den moralischen Zweck, echte Purimfreude auszulösen, vollauf rechtfertigte. „Die Pibel" im Film. Das Judentum ist modern geworden. Nachdem Harry Piel und Genossen nicht mehr genügend Zugkraft auf das Publikum ausüben, muß ein neues Sujet gefunden werden. Und süße Kindheitserinnerungen steigen im Filmautor auf, er erinert sich seiner Heimat, — es entsteht das große „Jüdische Drama". Und es gefällt dem Publikum, teils weil es dem Autor stammverwandt, teils weil sich das Judenelend im Film so gut ausnimmt. So machen „Fluch" und „G'Mes" volle Häuser und Taschen. Dann wurde der historische Film große Mode. Der ..Kampf um Troja" und die „Nibelungen" entfesselten Beifallsstürme. Das gab den Ansporn, auch die biblischen Stoffe zu „verwerten". In der ..Sklavenkönigin" wurde in jeder Beziehung Erstklassiges geboten, weniger gut — da amerikanisch — war der „H/rtenkönisr". Diesen Sonntag fand nun die Pressevorführung des Riesenfilmes , Die Bibel" sta*t. Von der Schöpfung bis zu Moses Tod sehen wir aHe Episoden des Fünfbuches in technisch und architektonisch meisterhafter Weise. Dramatisches so!! und kann man hier nicht verlangen. Leider wird es aber dennoch geboten. Denn nach Moses' Tod springt der Film auf Ruth über, der s'ch sogleich „Salomo" anschließt. Bis hierher, zwei Fünftel des Filmes, war alles Einleitung. Nun beginnt erst das JOrama. Salomo und Sulamith. Ein paar Verse aus dem Hohen Lied werden verfilmt und nun sind wir mitten drin in der unvermeidlichen Liebesaffäre (für die scheinbar d!e Welt erschaffen wurde). Daß sie dramatisch und künstlerisch wertlos ist. ist ihr geringster Fehler. Aber diese Zweckhaft'gkeit ist ein Verstoß gegen den guten Geschmack und raubt einem die Freude am vorher Gesehenen. Und dieses Streben nach Kitsch sei hier einmal an den Pranger gestellt. Dem Ifa-Kino aber, das diesen Film bringt, geben wir den Rat, die Bilder nur bis Moses Tod vorzuführen. Es ist dann ein einheitlicher, geschlossener und von selbst gegebener^Rahmen vorhanden und man wird die architektonisch und technisch hervorragenden und sehenswerten Bilder als eine neue Rekordleistung der Filmindustrie begrüßen dürfen. K. G. onöer:Rngebol I Warenhauses I Bruder Schiffmann T" " t7» II., TaborsUeße 48 T-K Unerreicht billige Kaufielegenheit! I Nachstehend einige Beispiele: Waschwaren .....per Meter K 9.900 12.500 12.^00 21.000 12.000 7.900 35.000 Blaudruck ....... C lion d* Lene..... Wasch^treton •..... „ Jackenfutter m Etamine, 11'» cm S»-eil a » Etamine, n allen Farben „ Seiden-CIOth.l 40cm br..alleFärb. . Damenwäsche Ga"nffu~***, Hemd und Hose......K S*.0O0 Garnituren, Hdnddjour ge*t.......„ 7S.0O0 Da» enhemdsn * . 2*.00ü, 23.000. 19.800 Oamenqarnitupen (Hemd, hose u. fNdthth.) . 98.000 MieiirHeibchan........••.•» 9.80-) Seidenjumper...... 125 000, 75.0(0 . 5» 000 Schatwioilj*cken •........., 9&.00j Leinen waren li.nno. ^.500. 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