Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 20 (16.5.1924)
- Date
- 1924-05-16
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 20 1 DIE WAHRHEIT Seite II Von Woche zu Woche Verein der Freunde des großen Leopoldstädter Tempels. Dieser Verein hielt Dienstag, den 6. d. M. im großen Sitzungssaale'der Kultusgemeinde unter Vorsitz seines überaus verdienstvollen Präsidenten Komm.-Rat Alfred Landesberg er seine 2. ordentliche Generalversammlung ab. Der Kultusvorstand war durch Herrn Kultusrat D. Dohan vertreten. Ferner erschienen die Kultusvorsteher Bezirksrat Julius B e r g e r und Isidor Schwarz, die Bethausvorsteher Planer, Spitzmann, Vogel und Medizinalrat Dr. Weiss; die ersten Sekretäre der Gemeinde Dr. A d l e r und Fuchsgelb und in Vertretung des österreichischen Kantorenvereines Präsident I. L ö w i t. Nach einer überaus herzlichen Begrüßungsansprache des Präsidenten hielt der Protektor des Vereines Seiner Ehrwürden Herr Robb. Dr. Max G r ü n w a l d einen Vortrag: „Aüs der Geschichte des großen Leopoldstädter Gemeindetempels". Nach dem mit großen Beifall aufgenommenen Vortrag, den wir an anderer Stelle unseres Blattes veröffentlichen, erstattete der 1. Vizepräsident, Red. Ludwig Hirschfeld einen sehr reichhaltigen Tätigkeitsbericht, aus dem wir in Kürze folgendes entnehmen: Zu Eingang seines Berichtes entledigte sich Redner der traurigen Pflicht eines Nachrufes für den hingeschiedenen Präsidenten Dr. Eduard T h a 1 e r und verwies auf die außerordentlichen Verdienste, die sich der Verblichene durch seine hingebungsvolle Tätigkeit um die Förderung des Wiederaufbauwerkes an dem großen Leopoldstädter Tempel erworben hat. Des weiteren erfolgt die Mitteilung, daß das Präsidium der israel. Kultusgemeinde zur dauernden Ehrung des hochverdienten Herrn Präsidenten Dr. Eduard Thaler die Abhaltung eines Requiems und die Anbringung einer Gedenktafel im großen Leopoldstädter Tempel bewilligt hat. Der Berichterstatter nahm Anlaß für diesen hochherzigen Akt des Entgegenkommens dem Präsidium der Kultnsgemeinde umsomehr zu danken, als diese Ehrung für den teueren Verblichenen auch eine Ehrung für den Verein beinhalte. Redner quittiert unter einem den Dank dem Präsidenten und Vizepräsidenten der Kultusgemeinde Herrn Professor Dr. A. Pick und Herrn Dr^Desider Friedrcf a n n, Herrn Kultusvorsteher Isidor Schwarz sowie dem Sekretariat der Gemeinde für dessen ständiges Wohlwollen. Zum Kapitel der Neuanschaffungen übergehend teilt der Berichterstatter mit, daß an Stelle der durch den Brand zerstörten Kandelaber zwei ungleich wertvollere gestiftet wurden, . um deren Herstellung sich Herr Kassier O. Oblatt sehr verdient gemacht hat. Auch Herr Ing. E i s n e r hat in dieser Beziehung Anerkennenswertes geleistet, wofür er bestens bedank* sei. Bei dem Festgottesdienste aus diesem Anlasse hielt Herr Rabb. Dr. Max G r u nw a 1 d eine tiefempfundene Ansprache mit hoffnungsvollen Ausblicken in die Zukunft dieses Gotteshauses.. Eine der bedeutendsten der Veranstaltungen war das am 15. November 1923stattgefundene große Konzert der Wiener Kantoren, die unter der verständnsvollen Leitung der Herren Oberkantor J. L ö w i t und Chor dir ektor J. Z e 11 n i k Vollendetstes zu Gehör brachten. Ein besonderes Kapitel widmete der Redner dem Vergnügungskomitee, bestehend aus den Herren Komm.-Rat Alfred Landesberge r, Oskar T o n e 11 o, Wilhelm H e r z k a, Karl Kaiman, Hermann Wassermann sowie dem Jugendkomitee unter Leitung der Herren Oskar Hirschfeld und Bela Weiss, Unter Aufzählung der verschiedenen Veranstaltungen, welche dieses Komitee eingeleitet und durchgeführt hat, wird der moralische und der materielle Erfolg dieser Festivitäten betont und aus diesem Grunde den Herren des Komitees ganz besonders gedankt Auch Direktor Artur Drucker hat sich durch die Aufstellung von vier neuen Ban^reihen und Reparierung sämtlicher übrigen Bänke und Pulten welche mit neuen Türen und Schlössern versehen wurden und einen großen Kostenaufwand erforderten, ein dauerndes Verdienst um den Tempel erwerben. Desgleichen hat die Numerierung der Sitzreihen und Einzelsitze, wofür Herr Bethausvorsteher Sigmund Ernst mit einer Millionenspende aufgekommen ist, diesem den allgemeinen Dank gesichert. Genannter hat auch die Renovierung der Bibelschule des kleinen Tempels auf eigene Kosten vornehmen lassen. Herr und Frau Michael S t e i s s e i spendeten eine äußerst geschmackvolle Schiwissitafel, auch hierfür sei ihnen der gebührende Dank gesagt. — Der Vorstand hat, um den im Tempel vorzunehmenden Trauungen einen recht weihevollen Charakter zu geben, sich veranlaßt gesehen, den Ankauf eines großen Harmoniums unter günstigen Bedingungen vorzunehmen. Um die Liste der Dankeswiirdigen zu vervollständigen, seien die Herren Vorstandsmitglieder Blum, Dicker, G r ü n h u t, Bezirksrat Hofiraarin, KrieshaHer, R e i s ne r, S p i r a, Schaff e r, W a c h s in a n n und \Y e c h s 1 e r erwähnt, die sich durch Sammlung der erforderlichen Summen für diesen Zweck hervorragend betätigten. Nicht unerwähnt karm auch die verdienstvolle Tätigkeit der beiden Schriftführer R a b i n o w i t s c Ii und Dr. T h a 1 e r, des Schwiegersohnes, beziehungsweise Sohnes des verstorbenen Präsidenten für ihre zielbewußte Arbeit bleiben. Zum Schlüsse, aber nicht in letzter Linie spricht der Berichterstatter dem hochverehrten Protektor des Vereines Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald im Namen des Vorstandes den tiefempfundenen Dank für dessen unschätzbare Tätigkeit um den Wiederaufbau des großen Leopoldstädter Tempels aüs, woran die Bitte geknüpft wird, er möge in bisheriger Weise dem Vereine als Führer und Berater mit seinem bedeutenden Können und Wissen vorangehen. Der mit großen Beifall aufgenommene Bericht klang in einen Appell an alle Mitglieder aus. dieses hochherzige Streben durch werktätige Unterstützung nach Kräften zu fördern. Rabbiner Dr. Max Grunwald würdigte mit warmen Worten die Tätigkeit des Vorstandes, ganz besonders des ersten Vizepräsidenten Redakteur Ludwig Hirschfeld der persönlich und durch die Zeitschrift „Die Wahrheit" 'dem Verein überaus wertvolle Dienste geleistet hat. Nach dem beifällig aufgenommenen Kassabericht des Kassiers Oskar Oblatt, wurde auf Antrag des Herrn Bezirksrat Hof fmann dem Vorstand einstimmig das Absolutorium erteilt. In den Vorstand wurden folgende Herren gewählt: Robert Blum, >. Leopold Dicker Ing. Josef Eisner. Sigmund Ernst, Alired Griinhut, Dir. Julius Haber. Wilhelm H e r z k a, Redakteur Ludwig H i r s c h f e 1 d, Bezirksrat Edmund Hoffmann, Karl K a 1m a n, Louis Karpeles, Theodor K r i e s h a b e r. Kommer zialrat Alfred Landesberg er, Oskar Oblatt, Dr. Leo Rabin o w i c z, Nathan R e i s n e r, Jakob S c h a f f e r, Paul Schwarzstein, Carl Schnitzer, S. N. S p i r a, Michael S t e i s s e 1, Oskar. To n e 11 o, Dr. Heinrich T h a 1 e r, S. W a c h s m a n n, Hermann Wassermann, S. Wechs- 1 e r, Moritz Weis s, Dr. Max S c h ö n f e 1 d, Ernst Vogel. Als Beiräte in Schulangelegenheiten: Oberlehrer Max Herrnfeld und Religionslehrer Josef Pick. Der Verein „Kuriürsorge" zur Unterstützung armer jüdischer Kurbedürrtiger, 2. Bezirk, Große Stad'fcgufcgasse 7. hielt am Samstag, den 3, d. M. im Restaurant G r ü n e r, 2. Bezirk. Zirkusgasse, seime diesjährige Generalversammlung ab und bewies der zahlreiche Besuch, welcher Sympathie sich dieser Verein erfreut. Nach Eröffnung der Generalversammlung durch das Ehrenmitglied Obmann Dr. .1. L. Brau u, der einen Rückblick auf die Tätigkeit des Vereines seit seiner Gründung warf, erteilte er dem Schriftführer, Fürsorgerat Leo Heller, zur Erstattung des K&ssabericbtes das Wort. Inkurzen prägnante» Worten erläuterte derselbe die einzelnen Kassaposten, wobei er hervorhob, daß teilweise durch die tatkräftigste Unterstützung der Vorstandsmitglieder Herren Tempelvorsteher Max S c h w a g e r, Michael S t e i ß e 1 und Salomon W e r tharnnver es dem Vereine ermöglicht wurde, 106 Gesuchsteiler mit etoem Betrage von 16 Millionen Kronen zu unterstützen. Nachdem der Revisor, Herr Adolf Deutsch, dem Schriftführer für die tadellose Buchführung und exakte Kassigebarung die Anerkennung aussprach, wurde über seinen Antrag denn Vorstände das Absohttoriaiim erteilt. Bei der nun vorgenommenen Wahl wurden die vom Wablkamiitee vorgeschlagenen Kandidaten per Akklamation gewählt. Herr Doktor Bela (Horowitz, der nun das Wort ergriff, skizzierte in kurzen Worten die ersprießliche Tätigkeit des Gründers und Vorstandsmitgliedes, Herrn Prof. M. Salz.mann, beantragte, denselben mit Rücksicht auf seine langjährige uneigennützige Tätigkeit zum Ehrenmitglieds zu ernennen, welcher Antrag unter stürmischem Beifall einstimmig angenommen wunde. Mit -herzlichen Worten des Dankes schloß der Vorsitzende die würdevoll verlaufene Generalversammlung mit dem Wunsche, es mögen sich noch viele Spender finden, um die Tätigkeit des Vereines noch zu erweitern. Der Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den 16. und 17. Bezirk, der auf eine 25jährige segensreiche Tätigkeit zurückblickt, hielt am Sonntag, den 4. Mai im eigenen Vereinsheim in der Wurlitzergasse seine ordentliche Generalversammlung ab.. Der Präsident des Vereines, Herr Direktor K a h a n e, begrüßte zunächst die erschienenen Mitglieder und Gäste, insbesondere den Vertreter der