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Die Wahrheit · 1924-05-16 · Heft 20 (16.5.1924) · page 14

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 20 (16.5.1924)
Date
1924-05-16
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 12 DIE WAHRHEIT Nr. 20 Kultusgemeinde Herrn Medizinalrat Dr. Jakob Deutsch, den Obmann der Bezirkskommission Herrn Leopold Sitzmann und die Vertreter der Wohltätigkeitsvereine des Bezirkes, und hielt sodann den im abgelaufenen Jahre verstorbenen Vorstandsmitgliedern Moritz A u s p i t z und Adolf Beck warm empfundene Nachrufe- Der um den Verein sehr verdiente Kassier Herr Löwinger erstattete den Kassabericht, der nach den Ausführungen der Revisoren Dr. Paschk e s und M a n d e 1 b a u m einstimmig genehmigt und der Vereinsleitung das Absolutorium erteilt wurde. Hierauf erstattete der Obmann _der Ausspeisungs- Sektion Herr Emanuel Donat einen . sehr eingehenden Bericht über die Ausspeisung, dem die Mitglieder entnahmen, daß die Kosten der Ausspeisung — für ungefähr 100 Schulkinder und 15 erwerbsunfähige erwachsene Personen — im abgelaufenen Jahre 67 Millionen betragen haben, in welchem Betrag die in großer Zahl eingelaufenen Naturalspenden einzurechnen sind. Herr Ignaz Engel, als Obmann des Festkomitees gab bekannt, daß die aus Anlaß des 25jährigen Vereins-Jubiläums veranstalteten Sammlungen und Festlichkeiten ein Reinerträgnis von mehrals 100 Millionen Kronen ergeben haben, welcher Betrag als 'Jubiläumsfonds angelegt wird, um die Zukunft des Vereines zu sichern. Bei den hierauf stattgefundenen Wahlen wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder per Akklamation wiedergewählt und die Herren Robert Beck und Wilhelm Parnes in den Ausschuß neugewählt. Verein „Ohel Rachel" zur unentgeltlichen Ausspeisung jüdischer Notleidender, gegründet zum Andenken an das verewigte Ehepaar Selig und Berta Weininger. Montag, den 28. April fand im Vereinslokale eine Festsitzung statt, in welcher die Ueberreichung des Ehrendiploms an den hochverdienten Vizepräsidenten Herrn Saul Klausner erfolgte, den die diesjährige ordentliche Generalversammlung zum Ehrenmitglied ernannt hat. Bei diesem Anlasse hielt Herr Präsident Harry W-e i n i n g e r eine Ansprache, in welcher derselbe die ausgezeichneten Eigenschaften des Herrn Vizepräsidenten schilderte und hervorhob, wie er alles daransetzte, durch eine zielbewußte Führung und großzügige Sammeltätigkeit dieses humane Werk auszubauen und de~n heute von allen guten Menschen als wohltätige und überaus segensreich wirkende Einrichtung anerkannten Verein zu stattlicher Höhe emporzuführen. Zahlreiche der anwesenden Festgäste hielten hierauf Begrüßungsansprachen, in welchen, sich dieselben in begeisternden Worten den Ausführungen des Herrn Präsidenten Weininger anschlössen. Nachdem Herr Vizepräsident Saul Klausner für die ihm zuteil gewordene Ehrung tief gerührt gedankt hatte, wurde das Festmahl eingenommen, mit welchem diese erhebende Feier beendet wurde. Barmizwahfeiern. Samstag, den 3. Mai, fand im israelitischen Tempel zu Oberhollabrunii die Barm'izw.aMeier dies Bürgerscteleirs Karl A'beles, Sohn 'des Herrn Moriz Abeles, Kaufmann zu Rammersdorf, und 'seltner Gattin Katharina, geborene Wessely, unter zahlreicher Beteiligung der Verwandten, Freunde und Verehrer .der FarailHte, statt Herr ReliigäonsJehrer S. J e M i n e k richtete an den Konfirmanden eiine zu aller Herzen gehende Ansprache, im welcher er besonders däie religiösen und htraanitären Bestrebungen seilner Eltern und Großeltern hervorhob und dem Sohn die Pflibht auferiegte, diesem edlen Vorbilde jederzeit miaobzueiiera Es wunden namhafte Spenden verschiedenen Woh1fah.ritsvereinen zugewendet. Samstag, den 10. fand im großen. Leopoldstädter Tempel die Baranizwah-Feier des Studenten Josef. Hub er, Sohn dös Herrn Alfred' Hub er und seiner Gatta'n.' Rosa, geborene iHoffmanm. statt. Nachdem Herr OberkantoT B. Linetzky vom Budapester Tabaktempel einen feierlichen ,.Mischeberach" rezitierte, richtete Herr Raibibtaer Dr. Max GriunwaJid; eine eindrucksvolle Ansprache am den Konfirmanden, iln welcher er hervorhob, daß der Sinn für dlais Judentum, die Begeisterung für jüdisches Leben! und Fühlen fcradSiti»- neH in der Familie sei, daß sein Vater und' sein© Mutter diese Begeisterung" von seinen Großeltern übernommen halben, und daß er die edlen Regungen, die er von seinen braven Eltern .empfing, ins Leben mitnehmen solle. Die Worte des Rabbiners haben großen und tiefen Eindruck gemacht. Der zur Thoira ..gerufene Vater gedachte vieler Wohltätfekeitsanstalteu.; Verlobung. Frl. Else Kuhner, Tochter des Herrn Kantor Heinrich Khuner, hat sich mit Herrn Med.-Univ. Dr. Hugo Schlesinger verlobt. Trauerfeier. Montag, den 12. d. M. fand im Pazmanitenttmpel eine vom Tempelverein „Aeschel Awrohom" veranstaltete Trauerfeier für das verstorbene verdienstvolle Vorstandsmitglied Herrn Julius - R i e s s statt. Im hellbeleuchteten schönen Gotteshause hatten sich nebst der tieftrauernden Familie der Gesamtvorstand und zahlreiche Freunde und Verehrer des Verblichenen eingefunden. Rabbiner Dr. S. Funk, hielt eine Gedenkrede, die auf alle Anwesenden tiefen Eindruck machte, in welchen er die großen Verdienste des Hingeschiedenen um das Judentum und dem Tempel hervorhob. Oberkantor J. Müller rezitierte Psalm 49, Schiwisi und El mole Rachamim in meisterhafter Weise. " . Beilis lebt. Vor kurzem ging durch die gesamte Weltpresse die auch von uns registrierte Nachricht, daß Mendel B e i 1 i s,, der Beschuldigte in dem bekannten Kiewer Ritualmordprozeß in Jaffa gestorben sei. Die Meldung litt a priori an Unwahrscheinlichkeit, da nach unseren Informationen Beilis sich in New-York aufhält. Die aus russischer Quelle stammende Todesnachricht wurde jedoch weiterverbreitet. In der Kiewer Synagoge wurde sogar eine Trauerfeier nach Beilis abgehalten. Nnn trifft die Nachricht ein, daß Beilis wohlbehalten in New-York lebt. Das wahre Gesicht des Ober-Hakenkreuzlers. Aus Versehen blieb die Signatur bei -dem unter diesen Titel erschien nenen Artikel in Nr. 18 unseres Blattes weg. Er stammt aus der Feder von R. S. Falsche Gerüchte. Bereits vor einigen Tagen ist „Die Stunde" den verschiedenen Gerüchten über'Zahlungsschwierigkeit e n der Modewarenfirma Brüder Schiffmann, II., Taborstraße 48, entgegengetreten. Diese . Gerüchte über die hochseriöse Firma, welche seit mehr als 20 Jahren am Platze besteht, wegen des integren Charakters der Geschäftsinhaber und der jederzeit tadellosen Geschäftsführung sich eines ausgezeichneten Rufes erfreut sowie in der Branche führend ist, sind gänzlich aus der Luft gegriffen. Die Firma Brüder Schiffmann ist vollkommen mobil und hat infolge der über sie kursierenden Gerüchte ihre Gläubiger auffordern lassen, auch vor dem Fälligkeitstermine die Begleichung ihrer Forderungen zu verlangen. Durch die jetzt üppig aus dem Boden schießenden Gerüchte werden zahlreiche Firmen in eine schwierige Situation gebracht; ist doch nicht jede Firma so aktiv wie die Firma., Brüder Schiffmann,- die, um solchen Gerüchten entgegenzutreten, mehr getan hat, als je eine andere Firma hätte tun können. PHOTO-KUNST-SALON WEiTZMANN, WIEN TEL« 46658 TEL. 46766 § XXL, Schloßhoferstr. 20 j== I II. TASQRSTRASSE 36 1 II. PRATERSTRASSE 9 H X., Keplerplatz 13 XIII. Hütteldorferstr. 109 | WERKSTÄTTE FÜR MODERNE PHOTO- M m GRAPHI E. M A L E R E I, V ER GR 8 S- W |SERUNGEN, KLISCHEES USW. 1 AUCH AM SONN- UND FEIERTACEN 1 DEN GANZEN TAG GEÖFFNET BÖNSTADT ■HlimMWIlllHIHIUlUMIinUHHIUlUlliaillllKUIHnM GrSStes Spezialhaus aller Qualitäten Wien I., Flelsctimorktf Nr. 26 Seidenstoffe für Kleider und Futter. Herr- : liehe Brokäte.CrepedeChlhe, Crepe Marog quin« etc., tu staunend billigen Preisen f -' Telephon Nr. 7&20! und 79.202 —-. I

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