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Die Wahrheit · 1924-05-16 · Heft 20 (16.5.1924) · page 5

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1924
Issue
Heft 20 (16.5.1924)
Date
1924-05-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
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anderes als der Geist krassester Selbstsucht und schnödiesten Eigennutzes, dier Unduldsamkeit und Riüdösichtelosigikeit gegen alles 'Freunde, der Geist der Lüge, Bosheit und1 Niedertracht, der "Geist der der Zerstörung." Unter! seinem Beweismaterial fehlen allerdings sämtliche Gebote über jüdische Freindengesetzgefounig und -behandLung. Alis „Nächsten" im jüdischen Sinne läßt er den Nichtjuden nicht gelten, ebenso wie er idie Religiosität der Juden nicht gelten läßt, denn „in wahnwitziger Verblendung hat der Arier ihm (dem Juden) einen Glauben an einen gütiigen Gott im Himmel angedichtet, während er doch nur einen Götzen verehrt, der in seiner Vernichtungswut ganz zu ihm paßt." Man vergleiche dem gegenüber, was ein Franzose, PaulMarguerite, vom Deutschen sagt, dem „religiöse Vorstellungen so fern wie dem Höhilenfbären liegen." Schließlich bleibt es,_naeh Jung, „den Juden unfaßbar, wie man für einen Gerjfcnkeir sich ganz aufopfern, wie man das, was ihnen das Kostbarste dünkt, das Leben, hinwerfen kann, um einer guten Sache willen." Dies wagte' ein deutscher Mann nach etoreim Weltkriege zu* schreiben, in dem so viele deutsche Juden für die deutsche Sache vengeiblich ihr Löben geopfert, sicher vergeblich., wenn Leute vom Schlage Jungs das heutige Deutschtum repräsentieren sollen. Dies zur Charakterisierung des Autors des Artikels „Des Nationalsozialismus Ziel und Sendung". Was hat es nun mit diesem auf sich? Zunächst wird vom Nationalsozialismus als derjenigen Bewegung gesprochen, welche „bewußt völkisch ist im Sinne jener Richtung, die in Altösterreich von S c h önerer ins Leben gerufen wurde." Schönerer? Das ist doch' der Begründer der „Großdeutschen Partei Oesterreichs" und die existiert doch heute noch, wozu braucht man dann die Nationalsozialisten? Bewahre, wer so denkt, wird von Jung eines Besseren belehrt. Nur „wir Nationalsozialisten sind Träger und Künder der Richtung" und alle anderen „vermeintliche Gralshüter". Jetzt weiß man's! Der echte Gralshüter Jung aber ist der Ansicht: „Das Volksbewußtsein erwacht in großen Massen unserer Volksgenossen — insbesondere im Reiche — erst jetzt. Die Ursache liegt in unserer geschichtlichen Entwicklung. Wir haben bisher noch kein richtiges Dasein als Volk geführt. Denn von. dem Augenblicke an, da Karl der Große die Germanenstämme zum Frankenreich zusammenschweißte, gelangten sie unter den Einfluß fremder Anschauungen, denen sie nicht zu widerstehen vermochten." Mit Verlaub, Herr Jung, verstehen Sie unter dieser Zusammenschweißung die Abschlachtung von 4000 Sachsen, welche Tat nebst seinem sittenlosen Familienleben Karl dem Großen von deutschvölkischer Seite den Vorwurf der Verjudung einbrachte? Jung fährt nun in der geschichtlichen Entwicklung, die wir weiter nicht stören wollen, fort. Nur ein wichtiger und ausnahmsweise richtiger Satz sei noch registriert: „Wir sind, wenngleich ursprünglich nordischer Herkunft und in der Häuptsache nordisch, doch ebenso wenig wie irgend ein anderes Volk rassisch einheitlich". Hört! Hört! Also auch die Deutschen haben dasselbe Mißgeschick wie die Juden, die nach1 C h am b e r 1 a i n keine eigentlichen Semiten, 'die typische. Misch- und demgemäß minderwertige, Rasse sünld, weil sie vor Beginn der Inzucht (500 v. Gh. Zeit Esras und Nehemias) starken Einschlag von unvermischten Negern und Polaren (Mongoloiden) Blut erhalten haben. Darin — in der Mischung wesensverschiedener Rassen — lag bis heute nach Ansicht Chamberlains das wesentlichste Unterscheidungsmerkmal der Juden den europäischen Völkerschaften gegenüber. Und nun kommt Jung umd weiß es besser als der Begründer der germanischen „Rassentheorie", der Engländer H. St. Ohamlberlain, dessen, fleißiger Nachjbeter er gewöhnlich ist; das verdient angemerkt zu werdlem Wie gewissenhaft Jung seinen Chamiberlain sonst gelesen hat, beweisen die Schkißfolgerungen seines Artikels. SchuHd daran, daß es bis jetzt noch nicht zur deutschen Volikswerdung kam und) erst jetzt dazu kommen dürfte, ist der Jud (Die goldene Internationale)., Das ist nichts Neues. Daneben alber tragen noch zwei Faktoren, respektive Internationalen!, die note und. die schwarze, die Sozialdemokratie und der Klerikalismus die Verantwortung für diese Freveltat. Dies zum ersten Male aiufeuzeigen, (bemüht sich Jung vergebens, denn es ist nur ganz im Sinne Chlainberlai'ns nachgesprochen!, der die Sozialdemokratie stets als „verjiuidet" bezeichnete, während sie nach einem anderen1 „Rassenforscher" Woltmann, die spezifisch germanische Schicht des Proletariats, das nach' Freiheit ringt, ist. Hinwiederum ist nach dem „Rassentheoretilker" O. H ä u s e r schon längst mischrassig, das. heißt minderwertig, der katholische Priester mit seinem runden Kopf, seinem schwarzen Haar, seinem blaugrünen, geschabten Backen, das Papsttum, darum dessen Freunldisehialft mit dem Judentum: „Bastard und1 Bastard wird sich leicht verstehen", während W o 11 mi a n n vom Papsttum als einer „Großtat germanischen Geistes" spricht. Man steht, Jung bringt auch in diesen foeüden Belangen gar keine Neuigkeiten:, hat er doch schon einmal behauptet, daß viele Jesuiten und selbst ein Papst, Alexander VI., verjuxtet sind. Es sind) die alten Schlagworte von der Verjudiungi, die auf Dante, Lessing, Kant und in der neuesten Zeit auf alle auswärtigen Kriegshetzer (D'Annuneio, Northclifife) undT inländischen Miesmacher, Verständigungspolitilker, vor allem alber auf die Verfechter xl'er Demokratie, des Liberalismus, Pazifismus und Parlamentarismus, daneben alber auch aul Wilhelm II. (Semi-Imperator) angewendet werden. Es ist bereits ein übelriechender Speck geworden, mit dem die Hafcenkreuzler ihre Mäuse fangen wollen; .das einzig Trostlose an der Sache ist nur, daß die Mäuse die Fäulnis noch nicht merken und Jung und Konsorten von ihrem Speck dasselbe sagen können wie der Lateiner vom Geld: „Non ölet!" Das Judentum bei Oswald Spengler. Von Dr. Max Grunwald (Fortsetzung.) Das „zersetzende" Judentum. Gerade Spenglers Urteil über Spinoza ist typfech für seine grundfalsche Einstellung allem Jüdischen gegenüber. Schon Goethe, von dem er ausgeht, hätte in seinem offenen und dithyrambischen Bekenntnis zu-Spinoza ihn dazu' führen sollen, selbständig einen Bück in die „Ethik" zu werfen. Er hätte dann seine eigene Geschichtsbetrachtung in der „intuitiven Erkenntnis" und seine antiteteelogische Weltauffassung in dem „more geometrico" Spinozas wiedererkannt

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