Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 24 (15.12.1922)
- Date
- 1922-12-15
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 16 Die Wahrheit Nr. 24 . Prinzip der gegenseitigen Hilfsleiftunq, konnte sich keinen passenderen Namen wählen, als den Moses Montefioves, der dieses Prinzip, von altersher rm jüdischen Leben betätigt, durch sein Wirken sür die Judenhcit und darüber hinaus -vorbildlich zur Darstellung gebracht hat. Die gegenseitige Hilfeleistung bildet das Gegengewicht Men die schrarrkenlofe Konkurrenz, ein Gegensatz, der seine Typen findet in Jakob und Esou. Die gsgenscitige Hilfeleistung ist das Naturgemäße. Auch hier steht das Judentum inUebereinstimmung mit den Gesetzen der Schöpfung, insbesondere der Meuschenualur. Dom Tierreich angefangen bis-an die Schwelle der neuen Zeit zeigt alles Leben in Natur und Menschheit ein Gravitieren nach diesem Prinzip, wie zahlreiche Beispiele anschaulich lehren. Der unnatürliche Zustand zügelloser Konkurrerrz, in dem wir heute leben, ergab fich ans llebervölkerung, Mangel an Brot, industrieller Massenproduktion, d'.e zur Entwurzelung unzähliger Existenzetr führen muß, - weil auf der anderen Seite das Gegengewicht -der gegenseitigen Hilfeleistung immer schwacher wurde. Erfolg und Niederlage im Weltkrieg lassen sich leichter verstehen, wenn man nach dem Verhältnis zwh'chen Offizieren und Mannschaft, zwischen Christen und Juden in den einzelnen Armeen fragt. Der Verein Mvntefiore hat die gegenseitige Hilfeleistung, die vierzig Jahre seines Bestehens in ' einer Weise durcbgeführt, die nicht nur seinen Mitgliedern zum Wähle und dem Vorstand zur Ehre gereicht, sondern die volle Anerkennung der Wiener Judenschaft verdient." Nun begaben sich Ehrenpräsident M. B o n d y, die Obmänner Bezirksrat Edmund Hofmann und Fürsovgerat Julius Mühlrad, sowie Ehrenmitglied. Paul Schwarz st ein unter Vorantritt Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald zur Bundeslade, wo dieser Mr die verstorbenen Mitglieder ein pietätvolles Gebet verrichtete. Nach Schluß 'des Gottesdienstes folgte die Gratulation der zahlreich anwesenden Korporationen, für die Wiener Kultusgemeinde erschienen die Herren Kultusräte Julius Berger und Isidor Schwarz, welch letztere: -die herzlichsten Glückwünsche des KultuSvorstandes überbrachte. Nm die Tempelfeier hatte sich Herr Karl Kalman, Obmann der Bethaussektion sehr verdient gemacht. — Abends fand im Hotel B a r s ch a k eine gemütliche Zusammenkunft statt, an der Vorstandsmitglieder, Freunde und Förderer des. Vereines teilnahmen.. Unter anderen waren erschienen» Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. M. Grunwald mit Gemahlin, Ehrenpräsident M. Bondi, Obmann Bezirksrar Edmund H o f m a n n und Gemahlin, Obmann Julius Mühlrad, die die Interessen des Vereines stets fördernden Ehrenmitglieder Direktor Alfred Landesberger urid Paul Schwarz stein mit ihren Damen> Vorstandsmitglied Karl Kalman und Frau, Sekretär Fuchsgelb und Frau, -die Herren Barth, Groner, Glaser, Juris, Meister, Ohrenstein, Presse!, Roth, Wassermann mit ihren Damen, der auf dem Gebiete -der Vereinsverwaltung feit Jahrzehnten ersprießlich wirkende Herr Emil B e n i s ch, die Herren Redakteur L. H i r f ch f e l d, DempeliNspektor W. Schwager, L. Berger, Restaurateur S. Grüner, H. Mühlrad, N. Klepner, D. Wagner, Frau Bauer. Herr Glückselig mit Frl. Tochter. Oberkantor I. Morgenstern hat auf allgemeines Verlangen ein Dankgebet verrichtet, die Chorherren Stricks und Reich sangen Arien und Lieder; die darauf folgenden Mischebevachs haben dem Verein „Montefiore", sowie anderen humanitären Institutionen des Bezirkes sehr schone Spenden eingetragen. Leopoldstadter Tempelverein „Aeschel Awrohom". Die Bibelfchulsektion dieses Tempelvereines, bestehend aus den Herren Obmann S. Adler, M. Breindler, S. Ehrenreich, 2. H.irschf el.d, H. Körner, S. Leen mann, I. Rieß und I. Schön herz, veranstaltet Dienstag,- den 19. d. M., 5 Uhr nachmittags, eine Chanukka -Feier im Tempel, bei der Sr. .Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. S. Funk die Festrede halten und die ikantorak:- Funktion in den Händen des Herrn Oberkantor 1. Gibl ich mann,, unter Assistenz des.verstärkten Chores, liegen wrchi Anschließend an diese Feier , nehmen Ne Frauen der BorstchKsmitglieder im Giebelfaal des Tempelgebäudes eine Bewirtung -der Kinder der Bibelschule vor. ' Anmeldung von Trauungen. In Beairtwortuntig z«chlreicher' Anfragen diene znr Kermtnisnarne, <d!aß T r a nv n g e n durchaus, nicht wie Geburten urch Toidessällv in .der Sieiten.steitt.en«gaffe evfolgen müssen. Vieimchr hat j e H e r G e meiud «etemp el sowie jeder mR Traunngsbefugnis ausg^statteter Vereinstempel seine eige-nL K a n z l e i s ü r Traunn g s a n in e l d n u g e n. So können auch Hanstraunnigen wie Trauungen aller Klaffe^ angerneldet werden bei!der Kinltusgemeinde: 2. .Bez., Ferdinandstraße 23, 15. Be-z., Turnergaffe 22, 16. Bez., HuLevgcrsse 8, unld 18. Bez., Schopenh^anevstr. 39. Das Gleiche gilt für die genannten Vereinstempel. In allen Trauungskanzleien werden auch den Parteien Dispense nsw. besorgt. Zn jeder Auskunft in diieser Richtung sind wir gern bereit, ebenso zur Entgegennahme von Beschwerden, wie sie uns bereits in stattlicher Anzahl vorliegen. . Ein Gedenkkalender im Leopoldstadter Tempel. Herr Inspektor Max Schwager hat dem Leopoldstädter Gemeindetempel, anläßlich ides ersten Jahrestages der Wiedereinweihung, einen sinnreichen Gedenkkalender gewidmet, der Tag, Monat, Sidra unld Haftora verzeichnet und mit folgender Inschrift auf einer besonders schönen Mesiingplatte, ausgefiihrt vom Graveur Viktor Schlesinger, geziert ist: „Zur Erinnerung an die Einweihung des am 17. August 1917 durch' eine Brand-Katastrophe zerstörten und am 1. Oktober 1921 wieder eröffneten Leopoldstädter Gemeindetemples, gewidmet von Max Schwager." Der kürzlich seiner Bestimmung übergebene Gedenkkalender ist eine kunstvolle Handschnitz arbeit des Kunsttischlers . E. K ö n i g. Mazzoth-Versorgung durch die Adas Jisroel. Der Vorstand der Adas Jisroel verfaßte inber vorigen Woche an allediesmigen, die Magzoth von «der Adas Jisroel. beziehen wollen, die Aufforderung,' eine Vorauszahlung für die Mazzoth (Per Kilogramm K 8000.—) zu leisten und legt es allen nachdrücklichst ans Herz, dieser Aufforderung mwerweiltzu entsprechen, weil dadurch die verläßliche Durchführung aller notwendigen Arbeiten, ermöglicht, wer- ‘b-ert kann. Vortragszyklus, Zur Verbreitung -gemeinnütziger Kenntnisse aus Geschichte und Schrifttum des Judentums hält Se. Ehrw. Herr Rabbiner Prof. Dr.. I. D r o b i n s k y im Winter 1922/23 innerhalb des Freitagabend-Gottesdienstes rm Tempel, 6. Bezirk, Schmalzhosgasse 3, einen auf mehrere Jahre berechneten und bis auf unsere Tage sich erstreckenden Vortragszyklus über „Jüdische Denker,-ihre Zeit und ihre Gedankenwelt". Der erste Teil dieser Vorträge -(Talmu-disches Zeitalter) hat Freitag, den 4, November 1922 begonnen und wird bis 17. März 1923 alle vierzehn Tage fortgesetzt. „Ohel Rachel", Verein zur unentgeltlichen Ausspeifung jüdischer .Notleidender, Wien, 2. Bezirk, Kleine Psarrgasse 8. Die jüngsten politischen Ereignisse an den Hochschulen haben die Vorsteher des obgenannten Verenres. veranlaßt, dm Studierenden einigermaßen auszuhelfen. Es wurde, daher zum Beschluß erhoben,, daß ihnen täglich ein Frühstück in «den Ausspeisungsränmen verabreicht wird. Wener Brockensammlung für jüdische Arme. Wie alljährlich will unser Verein den Armen, die sich Hilfe suchend, an uns wenden, eine Freude bereiten. Mit Geldspenden ist aber den Arnim wenig geholfen. Sie bitten um Kleider, Wäsche, Schuh e. Wir leiten diese Bitte weiter und hoffen, daß sie in den Herzen edler Menschen ein volltönendes Echo finde. Wo Neuanschaffungen in den Familien der Begüterten gemacht werden, da.gibt es Gegenstände, die in unserer Brockensammlung noch ein dankbares Publikum finden. Die Not der Armen spottet oft jeder Beschreibung. Es fehlt an Schuhzeng, an Wäsche, 'an warnen Kleidungsstücken. Wir bitten, was fr» gend entbehrlich, an nachstehende Adressen zu senden, damit 'den vom Glück Enterbten eine C h a n u l a - F r ende bereitet werden könne. Spenden nebmen an: .Fr. Dr. Bauer, Neubaugasse 49, Fr. Jda Barbex. Nedergmie 3, Fr. Dr. Brings, Währingergürtel 107, Fr. Dr. Altmann, Schottenfeldgasse 46.- - 25jähüges Dienstjubiläum. Am 7. d. M. vollendete der Sekretär der Wiener israelitischen Mltüsgemeinde, Herr Guido Fuchsgelb, sein 25. Dienstjahr als Beachter der Wiener Kultnsgemechde. Herr Firchsgelb war aus diesem Anlaß Gegenstand herzlicher Ovationen, die ihm von fetten'des Präsidiums,, des Vorstand esder Kultusgemeinde, des Äelhausvorftundes, sowie, aus seinem weiten Bekannten- und Freundeskreise, zuteil wurden. Im Namen des -Sekretariats 'hielt.!. 'Sekretär Dr. E. Adler eine eindrucksvolle Ansprache. ' - . . - - Personalnachricht. Frau Elarisse Rothschild, Gemahlin des Herrn Dr. Alfons^ R o t h 's ch i l d, ist eines gesunden'Knaben 'gen«esen. Das Ehepaar hat ans diesem Anlasse eine Reihe von Wohltätigkeitsinstitutionen Spen-