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Die Wahrheit · 1922-12-15 · Heft 24 (15.12.1922) · page 4

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 24 (15.12.1922)
Date
1922-12-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Tritt 4 Die Wahrheit Nr. 24 Warnung! Es ist mchrfach zu unserer Kenntnis gelangt, daß jemand für eine von ihm unter dem Titel „Die Wahrheit" herausgegebene Zeitschrift Geldbeträge einhebt. Wir erklären, -atz der Betreffende unserem Blatte gänzlich ferne steht, datz mir zur Weiteren Hintanhaltung dieses Unfugs die erforderlichen Schritte bereits eingeleitet, und warnen hiemit vor dem Treiben des vorläufig noch nicht eruierten Wahrheitsherausgebers. Die Redaktion „Die Wahrheit". Die Mila. Acht find die Tage der Mila, acht Tage des Chanukka. Die Fveiheitskämpfe der MaWabäer galten in erster Reche der Erhaltung der MAa. Juden hatten durch Epispasmus Len Abvahamslbund zu ivevlouignen versucht. (1. MaLk. 1, 15, vgl. Daniel 11, 28 fg.) Als nun Antiochus Epiphanes die Mila verbot (a. a. O. 48), unterließen sie manche. Die Gesetzestreuien wurden auf Befehl des Königs getötet.(57). „Auch die Frauen, die ihre Kinder beschnitten, tötete man nach Vorschrift. Man hängte die Kinder an ihren (der Mütter) Hälsenlaus, plünderte ihre Häuser und tötete die, die sie beschnitten hatten." Trotzdem'zogen viele der Entweihung des Bundes den Tod vor (60—63). „Zwei Frauen wurden vorgeführt, die ihre Kinder beschnitten hatten. Diesen hängten sie die Kinder an die Brust, führten sie öffentlich in der Stadt umher und stürzten sie dann von der Mauer herab." (2. Matt. 6, 10). Mattathias ließ den Ruf ergehen: „Jeder, der für das Gesetz eifert und yill|lll||l<l!ll!ll|>ll|!l»!ill|, Mltfi.NiiinfflP'.iiUBh.l!l!iiHiH1>%mi«l|ldilH!ih( Jüdische Erlebnisse im Weltkriege?) Von Dr. Willy Cohn. (Fortsetzung.) - Einer Chanukafeier möchte ich gedenken, die mir beim ersten Chanukafest im Kriege unser Feldrabbiner, der ein Studiengenosse von mir war, bereitete. Es war eine Zeit großer seelischer Einsamkeit und ich dachte an vergangene Festabende in der Heimat, als der Feldrabbiner im Auto bei mir vorfuhr und in meiner kleinen schlichten Bauernstube— es war im Dorfe La Neuville en Tourne ü Fuy in der Champagne — auf einem mitgebrachten kleinen Feldleuchter die Lichter feierlich entzündete. Nie werde ich diese ergreifende einfache Feier vergessen, so weit von der Heinrat entfernt. Und wo -Ware einem die Makkabaergeschichte so lebendig geworden, als im Kriege. Kämpften wir ja auch nicht unmittelbar für Juda, so glaubten wir doch alle durch unser Verhalten als Soldaten beweisen zu können; daß wir der Makkabäer nicht unwürdig wären und daß auch in unserem Blut noch ihr Geist lebendig fei, und daß wir schließlich der Welt zeigten, daß der Jude auch als Soldat noch seinen Mann stellen könnte, ebenso wie die *) liefet die psychologischen Ursachen des Gesinnungswandels des Autors haben wir uns bereits früher geäußert: es soll bier nicht untersucht werden, ob dieser auch in -der Nachkriegszeit stichhältig ist. fest am Bunde halt, folge mir nach!" (1. Matt. 2, 27.) Während sie aus Notwchr im Kriege den Sabbat übertraten, hielten sie an der Mila fest. „Sie beschnitten die unbeschnittenen Kinder, so viel sie fanden in den Grenzen Israels, mit Gewalt." So liegt es denn nahe, am Chanuttafest Ursprung und Bedeutung der Mila nach dem jüdischen Schrifttum in Erinnerung zu bringen. Ausführlich behandelt ist der Geigenstand in einein Aussatz: „Die Mila als alleinvollwertiges national-jüdisches Merkmal" im Frankfurter „Israelit" vom 27. Juli und 3. August d. I. von Rablbiner Dr. Max Grunwald. : Wir heben daraus die folgenden Punkte hervor: . 1. 1. Buch Moses 17 lesen wir (Vers 4): „Siche, mein Bund ist mit dir. daß du werdest ein Vater einer Menge von Völkern ... (7) und ich werde -ausstellen meinen Bund zwischen mir nnd dir und deinen Nachkommen nach dir für ihre Geschlechter zu einem -ewigen Bunde, dir zu sein ein Gott 'und deinen Nachkommen nach dir, (8) urtd gebe dir das ganze Land Kanaan zum ewigen Eigenttrm (9). Aber auch du sollst meinen Bund bewahren, du und deine Nachkommen nach dir für ihre Geschlechter." Das Zeichen dieses Bundes soll von Seiten Abrahams und seiner Nachkommen die Mila sein. Wer sie unterläßt, (14) „diese Seele werde ausgerottet aus ihrem Volke, meinen Bund hat er gebrochen." Auch der sich Abrahams Stamme anschließt, ohne zu seinen Nachkommen zu gehören, muß sich dieser Bundespflicht unterwerfen.(12). Die Mila ist somit, für das Volk, das in Abraham seinen Stifter sicht, das. Abzeichen einer Nattonalität, deren.politische -Tendenz auf Palästina eingestellt ist, während ihre sittliche Grundidee Uebuntz und Verbreitung von „Gerechtigkeit und Recht" ist. (1. Mose 18, 19.) 2. Die Mila gilt als jüdischer Naturalisationsakt. Der andern, und daß damit ein für allemal die ungerechtigten Beschuldigungen aus der Welt verschwänden. Wir wußten eben auch damals noch nicht, daß unsere Gegner unbelehrbar sind und daß kein Opfertod jüdischer Soldaten sie je von dem Gedanken abbring en könnte, daß der Jude als Soldat minderwertig sei. Viermal habe ich das Chanukasest im Felde verlebt, immer wieder haben mich dieselben Gedanken bewegt, aber immer schwächer ist in mir die Hoffnung geworden, daß unser Kampf in diesem Sinne ein siegreicher sein würde. Und wie jenes Chanukafest, so rufen auch die anderen im Felde verbrachten Feiertage mit ihren Feldgottesdiensten eine Fülle von Erinnerungen wach; über sie einzeln zu. berichten, hieße fast eine Geschichte der Feldgottesdinste schreiben. Oft war es auch nicht möglich, an den heiligen Tagen .die Sttte ausznsuchen, an der die Kameraden sich versammelten,, wenn es die .Kampflage nicht gestattete; besonders als. ich dann später Infanterist wurde,' war der Marsch zu den rückwärtig stättfindenden Gottesdiensten viel zu weit. Und wie hatte es der Feldrabbiner, der ja ein Armeerabbiner war, möglichmachen sollen, zu jeder einzelnen Division zu kommen,' besonders dann, als die Autos nur selten benutzt werden . konwten. Er. mußte ja das. ganze große Gebiet . einer- Armee seelsorgerisch, versehen, wahrend.-die christlichen Kollegen von jeder Konfession meistens schon zwei für eine Division waren. Immer wieder bedeuteten diese Gottesdienste erhebende Augenblicke, wo für Stunden der ganze Zwang des „nur Soldat" sein von uns «äbfiel und wir das Gefühl hatten, Mensch unter Menschen zu sein; man nahm von

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