Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 24 (15.12.1922)
- Date
- 1922-12-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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gtrutvf 4Ä-rLLv WMeMeEll REDAKTION ^ADMINISTRATION i> Mir» S..kKri»,straKr 18 Mit dem Beiblatt: Veröffentlichungen der „Anim -eutschsgerreichischrr Juden" XXXViU. Jahrgang Wie». 13. Dezember 1022 Nummer 24 1 illlh iiiiiiisi) inlilllli lilillilh illiliiih (üllillb lilllttln aiililm miHllli mim tillmlb Moaus Zur... Mitten imt Winter, wenn eistgöalte Stürme die letzten Blätter von Iden knorrigen Bäumen pflücken, zieht mit . demChanuHafeste Stolz uvfo Fretrde in unsere Häuser ein, Stollz- und Freude über die Erhaltung unseres Stammes,' der allen Stürmen trotzt. Welken Blättern gleich, sind idie Völker der Urzeit vom Baume 'der Menschheit gefallen, 'bis nuif Juba, dem kleinen, dem kleinsten unter den Völkern. ' Das Me Ägypten, -der erste und mächtigste Feind unseres Volkes, sank in die Diese des Meeres. Das Meer, der Vergessenheit flutet über seine mächtigen Herrscher, - über, die Vertreter der Gewalt. Der Wüstensand hat Berge über ihre Gräber getürmt und nur -von Zeit zu Zeit entreißt die Schauseil eines armen Salzgräbers den einen oder den anderen Namen eines Tyrannen der Vergessenheit. Nach einer kurzen Ruhepause entsteht uns in Babel ein furchtbarer Feind. Wie Sturmeswolken rasen Nebui - kadn-ezars Hecre über Juda und Jerusalem hin. Der jüdische Staat wird zerstört, doch schon nach Jahrzehnten wird das mächtige Reich, das auf tönernen Füßen steht, zertrümmert. Babel wird von Persien -abgelöst. Auch Persien stellt seinen Judenfeind. Hanmn, der Sohn HaMdathas, will 'unser Volk vernichten. Sein Plan wird vereitelt. Gefährlicher -als H-aman ist der Feind im eigenen Hand, ist Antiochus, der in der Maske des Panhellenismus gegen das Gottesvolk wütet. Gin -großer Teil des Volkes hat.'bereits dem Bäterglauiben den Rücken -gekehrt, da enthaltet Juda Mäkkabi feine Fahne und unser Volk entstcht zu neuem Leben. Durch Druck und Verfolgung hat es sich wiüdergeftrnden. Seine Religion war gerettet, sein DotteZdien-st aus dem Zivnsberg wieder eingerichtet und feine Sänger -stibimren die alten Sänge -an. Mit den Griechen schließt das alte Lied. Sollen wir es -fvvtsetzen, sollen wir weiter blättern in >der mit Blut geschriebenen Geschichte unseres DoAes? Wer könnte sie zahlen, die Pharaos und Nebukadn-ezars, Me Ham ans und die Antrochusse? Wer zählen die Judenfeinde, die in Ost und West, in Nord und SW, am der Donau und am Rhein, bald unter der Maske der Nationalität, -bald unter der des selig machenden Glaubens getobt und gewütet! „Biele" sind es -auch in unserer Zeit, die sich „gegen die wenigen" erheben. Sie möchten uns Luft und Licht entziehen, möchten unseren Söhnen den Weg zum ,^Saume des Lebens" wehren. Möchten -dem Volke, -das der Menschheit das 'Buch der Bücher gegeben urrd -den Völkern die Lehre gekündet: „Nicht durch Macht nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist", die Pflegestätt-en des Geistes verschließen. Möchten den Lehrern den Lehrstuhl, den Hörern den Zutritt zu den Lehrsälen versagen, weil sie den Befähigungsnachweis 'des Taufscheines — den sie erbringen könnten — nicht erbringen wollen. Möchten das kulturelle Erbe der Bätrer, die Weale der Gleichheit und der Freiheit der Wissenschaft mit Füßen treten. Es wird nicht geschehen! Noch sind 'die Staatsgrundgesetze in Kraft, die die. Gleichheit der Bürger garantieren. Die Minoritäten stehen auch nicht schutzlos da. Es schlaft und schlummert nicht der Wächter Israels. Wir vertrauen unserem Gotte, feiern das ChamÄafest -und singen unser altes Lied „Moaus Zur" ... Draußen toben kalte Stürme, fegen welke Blätter über die Erde. Längst werden die Völker der Erde vom Baume der Menschheit gefallen sein und Juda wird -dastehen, ungebeugt und ungebrochen und feine Söhne werden in die Nacht hinauSstngen -das alte Lied: Moaus Zur . . ." Br. F- KW1 ^;