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Die Wahrheit · 1922-01-12 · Heft 2 (12.1.1922) · page 12

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1922
Issue
Heft 2 (12.1.1922)
Date
1922-01-12
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Kette 1L Die Wahrh.iß Sk. r iiiij Ehanukafeiern |Ura Chanukka-Akademie. Dienstag-, Len 27. v. M. fand in den Sophiensälen -unter dem Ehrenprotektorate Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiners Dr. Max Grunwald eine Chanuka-Akadvmie, veranstaltet von den Freunden des Levpoldstädker Tempels, statt. Es war ein nach jeder Richtung hin ebenso schönes wie gelungenes Fest, bei dem alles vertreten war, was Namen von Klang in der jüdischen Gesellschaft hat. Eine vollständige Präsenzliste der massenhaft Erschienenen zu geben, ist wegen Mangels an Raum unmöglich-. Den Vorstand der Kultusgemeinde vertraten die Herren: Präsident Prof. Dr. A. Pick, Vizepräsident I. Glück, die Knltusvorftände D. D o h a n, Baurat Kemp l er und Dr. Ticho. Für den Bethausvorstand erschienen Präsident A. Beck und Direktor Brichta. Die Beamtenschaft der Gemeinde w-ar durch die Herren I. Sekretär Dr. Adler, Sekretär G. F u ch s g e l b, Ing. L i n d n e r und Materialverwalter M. Popper vertreten. Der Verband der Wiener Kantoren, der >am Gelingen des Abends sehr großen Anteil hatte, entsendete zirka 40 Herren. Dr. E. T h a I e r erschien in Vertretung des Tempelbaukomitees. Das rührige Vecguügnngskomttee mit den Herren Carl Schnitzer und Dir. R o s n e r an der Spitze hat alles aufgeboten, das Gelingen des Abends zu sichern, ebenso die Herren Julius Berger, I. Beck, Berhard E n g e l, Dir. I. Haber, Krieshaber und Dr. Wagner, Ap te u. a. Auch das Damenkomitee: Frau Rat Seidler, Frau B e r g e r, Frau Dr. Grunwald, Frau Sophie G r ü n s e l d, Frau Dir. Haber, Frau B. Engel, Frau H i r s ch s e l d, Frau I. Schwarz und Frau Stefanie S ch n i tz e r verdient die vollste Anerkennung. Ebenso sei erwähnt, daß der im Interesse des Tempölwiederaufbaues bei jeder Gelegenheit überaus verdienstlich wirkende Herr Alfred Landesberger nicht nur jede Garantie fiir das pekuniäre Gelingen des Abends übernommen, sondern auch die Beistellnng der Kunstkräfte für das fabelhafte Programm bestritten hat. Nach d-en einleitenden Klängen des unter persönlicher Leitung des MusiNirektors Max Geiger stehenden- Orchester beleuchtete Dr.G.uuwald in einer groß angelegten Rede die Schwierigkeiten, mit denen die Wiederausbauaktion früher zu kämpfen hatte. Dieses düstere Bild diente als Folie der Anerkennung, die der Redner dem gegenwärtig amtierenden Vorstande zollte und seiuem energischen Willen, das Werk des Tempelbaues einen: gedeihlichen Errde zuzufühven. Nunmehr handle es sich nicht um die Ueberwindung persönlicher Widerstände, sondern vielmehr um Die Beseitigung der materiellen Hindernisse, die zum großen Teil durch Gewinnung des Interesses des Publikums behoben werden können. Dieser Ausgabe diene die Veranstaltung. Zugleich solle damit begonnen werden, durch wiederholte gesellige Zusammenkünfte den Zusammenhang unter den Feunden des Tempels zu festigen. Nach der mit stürmischem Jubel auWenommenen Festrede trugen die Wiener Kantoren den Psalm 100 (Misnror ldowiid) vor. Es wäre Pflicht, die Namen aller 40 Herren hier auszuzählen, so Ersprießliches haben sie geleistet, es sei aber dem Dirigenten Herrn Oberkantor I. L ö w i t in Anerkennung der Verdienste aller sin Pauschallob gewidmet, der den Psalm nicht nur für den Männerchor bearbeitet hatte, sondern auch dürch seine Dirigentenkunst in meisterhafter Weise zur Geltung brachte. Professor Alfred Grünfeld, bei feinem Erscheinen stürmisch akklamiert, brachte „Romanze Fis-dur" (Alfred Grünfeld), „Moment musioail F-moll" (Schubert) und „Faust-Phantasie" (Gounod-Gvünseld) in solch bezaubernder Weise zum Vortrag, daß der wohlverdiente Beifall ihn bewog, die „Forelle" von Schubert und seil Meisterstück, den „Frühlmgsstimmenwalzer" von Strauß, draufzugeben. Bei allen diesen Darbietungen merkte man es dem gefeierter: Künstler an, daß -er mit Herz und Seele bei der Sache war, mit einem Wort, er spielte 'für den Tempel. Nach einer kurzen Panse trug Frau Mira S ok o l s k a » a melodiöse jüdische Volkslieder virtuos vor. Professor Joses Su lz er, der 'Sohn des unvergeßlichen Großmeisters, spielte das ,,Kvl nidre", „Träumerei" von Schiemann und „Am Springbrunnen" von Davidvff, wovon besonders das erste Stück, eine seiner bedeutendsten Kompositionen, Merans lb-eifällig aufgenommen wurde, rrachdem die schwermütige Weife in dieser wunderbaren Wiedergabe besonders ergreifend wirkte. In der Opernsäugevin Felieie K ü n i - M i h a e s e k bewunderte man eine unserer in gesanglicher wie dramatischer Hinsicht besten Sängerinnen, und Opernsänger Ernst Fischer wurde ivieder einmal herzlich gefeiert, war doch auch sein „Bajazzo "-Prolo-g, der schon oft gewürdigt wurde, von unerreichter Schönheit. Am Flügel begleitete Herr Professor Frühling, ebenfalls ein Meister in seinem Fache, die Künstler. Das künstlerische Arrangement besorgte Herr Inspektor Max Schwager, das Tanzarrangenrent die Herren Professoren Julius Singer und Rudolf Hermann. Elisabethheim für Kriegswaisen, Lehrmädchen- und Arbeiterinnen. Am 25. Dezember fand im C^isabethheim für Kriegswaisen, Lehrmädchen und Arbeiterinnen eine äußerst solenne Chanuka-Feier statt, welcher nebst zahlreichen Gästen sämtliche Schützlinge des Heims beiwohnten. Unter den erschienenen Gästen befanden sich Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Dr. C h a j e s, Vertreter das Kultusvorstairdes, zahlreiche Industrielle und bekannte Philanthropen und die Delegierten vieler Wohltat:,gkeitsvereiNe. Nach Entzünden der Chanukalichter durch Herrn Oberkantor Morgenstern, welcher in der gewohnten herrlichen Weife die rituellen Gesänge zürn Vorträge brachte, hielt der Vereinspräsident Dr. Krüger eine Airsprache -an die Erschienenen, in welcher er die Tätigkeit des Vereines' auf dem Gebiete d-er Jugendfürsorge des Näherer: schilderte und auf den in Aussicht genommenen weiteren Ausbau des Heimes hinwies. Hieraus wurdeir unter großem Beifall der Zuhörerschaft von den Schützlingen des Heimes äußerst gelungene errrfte und heiter« Vorträge, Gesänge und Tänze aufgeführt. Nach Schluß dieser Darbistungen wurde sämtlichen 150 Schützlingen des Heimes ein äußerst reichliches Abendessen geboten. Die Gäste, welche bei diesem Anlaß das Heim und seine Einrlichturrgen besichtigten, waren von der stetigen Ausgestaltung des Heimes -und von der wahrhaft segensreichen Tätigkeit desselben ans den: Gebiete der.Jugendfürsorge geradezu überrascht. W. Chanukafeier in der israelitischen Versorgungs- und Siechenanstalt. Am Donnerstag, den 29. Dezember 1921, fand im Betsaale -der israelitischen Versorgungs- und Siechenanstalt, wie alljährlich, eine ChanNkaifeier 'statt. Die feierlichen Gesänge trug Herr Obevkantor Kaufm a n n, vom Chor der Stadtsynagoge trefflich unterstützt, in erhebender Weise vor. Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Schwarz hielt -eins zum Herzen gehende Ansprache, :?-■ r>. .

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