Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 2 (12.1.1922)
- Date
- 1922-01-12
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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in welcher er die bssonidersn Verdienste!des S Ln i t r it u g § f o mt i t e e §. mim das leibliche Woh l der Pfleglinge besonders hervorhob. Vorher fand dank der Unterstützung der israelitischen Kultusgemeinde, der Chewra-Kadischa, des SameruNgskomitees und anderer Wohltäter eine Beteilnng der Pfleglinge mit Geld, Strümpfen, Socken, Handschuhen, TabaT usw. statt. Auch für ein Feisttagessen war in reichlichem Maße vorHesorgt. Als Festgäste waren erschienen: Herr Obmann David D o >h la n, Kultusrat Isidor Schwarz, vom Sanierungskomitee die Herren Julius Berger, Simon Weiner, Philipp Haas, Herr Direktor Julius H aber, Bernhard Engel samt Farnilidn, der erste Sekretär Dr. Emil Aid l er u. v. a. Chanukafeler im Kinderheim des „Wiener Frauenvereines zum Schutze armer, verlassener Kinder" in Wien, 13. Bezirk, Hacking, Auhofstratze 222. Es war ein schöner, erhebender Abend >am 29. Dezember draußen an den Grenzen von Groß-Wien, in ländlicher Umgebung, angesichts der Berge und Wälder des amteren Wientales. Wir sahen ein mit Liebe und außerordentlichem Gesch!ick und Klugheit geleitetes Kinderheim, in dem 40 Mädchen im Alter von 5 bis 14 Jahren, arme, verlassene Kinder alles finden und besitzen, um einst als nützliche, brave und sittlich wie geistig gefestigte Mädchen in die Welt der Arbeit hinauszutreten. An der Spitze des Vereines steht feit Jahren Frau Laura Krenberger, die leider Krankheit an Selbstbetätigung hindert, die aber von ihrem Krankenstuhle mit Lidbe und Sorgfalt den Verein leitet nud fördert. Direktorin des Heims, die Mutter der Kinder, die wohlwollende Leiterin des Heims, die ein Musterinstitut geschaffen, ist Frau Gisela Fischer, in den Kriiegsjahren schon erprobt als Mitarbeiterin und Mithelferin von Dr. Rudolf Schwarz-Hiller. Am 9. Jänner 1921 war das Kinderheim vom Frauenverein eröffnst-worden und nun zeigte es den zahlreich erschienenen Gästen, was es in diesen zwölf Monaten gewirkt und geleistet. Es konnte darauf Hinweisen, daß die Leitung und die Lehrer der Schulen, in denen die Heimkinder Unterricht genießen, mündlich und schriftlich über sie das Rühmlichste und Schönste sagen, die Mädchen durchwegs mlS Muster hinstellen. Frau Direktor Fischer konnte 'aus die Wirtschaftliche, erfolgreiche Betätigung der älteren Mädchen Hirn weisen. Und nun bot der ChanukaabeNd auch Gelegenheit, die Mädchen in edlen Darbietungen zu sehen. Die erste Vizepräsidentm des Frauenvereines, Frau Hermine Bernfeld,^ die gebefreudige, liebevolle und energische BizepräsidenRln, begrüßte die Erschienenen herMchst und in ihrer gewinnenden Liebenswürdigkeit. Herr Direktor Dr. Krenberger, das Ehrenmitglied des Vereines, dankte für feine Frau allen Angestellten des Heimes, insbesondere der Frau Direktor und der Lehrerin, Fräulein Grete Stern, für ihre große Arbeit uni die Mädchen, er dankte den Damen des Vorstandes für die stetige, unermüdliche Saminel- und Sorgetätigkeit und begrüßte den Herrn Kultusvorftand Isidor Austerlitz, der als Obmann der Salo Cohn-Stiftung, der das Heim sein Entstehen mitverdankt, erschienen war. Gr ermahnte die Mädchen gleich der Jugend in den Makkabäertagen für Judentum und Religion einzustehen und freudig sich zum Judentum zu bekennen. Herr Kultusvorsteher Austerlitz dankte für die -Begrüßung, versprach volle Unterstützung der Salo Cohn-Stiftung und beto nte d en Wer t und Nie No vo endigkeit der jüdischen- Erziehung von frühester Jugend und Pflege der jüdischen Gesinnung in allen Taten und auf allen Wegen. Die Mädchen fangen nach Entzündung der Chanukalichter durch den Hietzinger Oberkantor Herrn Adolf B r a u n s e l >d Chanukalisder, sie exekutierten liebliche Reigen und brachten ländliche Szenen mit Humor zum Vorträge. Begeisterter Beifall folgte diesen schönen Darbietungen. Erste Chanukaseier im Waisenhause Baden. Rach wochenlangen Vorbereitungen durch das Lokalkomitee, mit seinem verdienstvollen Obmanne Herrn David Daniel und den Herren S m e t a n a und A f s e n k r a u t an der Spitze, saüd die erste Chanukaseier im Waisenhause Baden statt. Direktor PH. F r i e d m a n n begrüßte Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner W. R e i ch. sämtliche Delegierte und Vereine wie die werten Gäste. Der mit großem Beifalle begleitenden Ansprache folgte das erste Chanuka-Lichtzünden eines stimmlich hochbegabten Zöglings. Einer von ihnen trug ein Chanukagedicht herrlich vor. Daraus sprach, zur Tat an spornend, der Obmann Herr D. Daniel. Anschließend hielt der Festredner Herr Oberrabbiner Wilhelm Reich eine tiesdnrchdachte, eindrucksvolle Rede, welche mit starrem ^Applaus endete. Chanukaseier im Allgemeinen österreichischen israelitischen Taubstummeninstitut in Wien, 111., Juchgasse 22. Im September 1921 trat das Wiener israelitische Taubstummeniustitut in sein 77. Schuljahr. Voll Sorgen und Befürchtungen für die Zukunft hat es doch heuer wieder 93 gehörlose Kinder aus Wien, Polen, der Slowakei, Rumänien, Jugoslawien und Jerusalem ausgenommen und für die schulentwachsenen Zöglinge einen ForMkdungskurs errichtet. Es wird in 'Bälde ein psychophnsio logisches Institut zur wissenschaftlichen Ersorschu-ng der Taubstummheit ins Leben rufen, erntie Anregung seines Vorstandsmitgliedes, des o.-ö. Universitätsvrofessors Dr. Gustav Alexander, der in einer großen Abhandlung in der „Eos" schon 1920 die Zöglinge des israelitischen Taubstummeninstituts vorbildlich und in bisher noch nicht erreichten Gründlichkeit geschildert hatte. Im nächsten Schuljahr soll auch ftir die vorschulpflichtige jüdische gehörlose Jugend im Institut ein Kindergarten entstehen. Der neue Vorstand, an dessen Spitze die Herren Rechtsanwalt Dr. Moritz Ludwig Weiß und Pinkas Schüller stehen, will aus dem Institut die erstrangige Bildungs- und Kulturstätte der Gehörlosen aus aller Welt machen. Im Verein mit den VorftaNdskollegen Direktor Julius Haber und Franz Denes vom wohltätigst wirkenden Sauierungskomitee, den Herren Kommerzialrat Siegmnnd Bondi, Max Hofbauer, Architekt Ludwig Kritzler und Heinrich Pappenheim als Vertretern der Thoratrenen, dann den bewährten Herren Richard Bettelheim und Dr. Leo Goldhammer, wie dem schon genannten großen Oto logen Professor Dr. Alexander und den Damen Bischosswerder. Grauer, Kempler und Rübner wird wohl diese edle Absicht gelingen. Die Juden Wiens aber mögen das jüdische Taubstummeninstitut als ein hervorragendes jüdisches Institut nnsehen und, fern von jeder Parteiung, es unterstützen, wahren und hegen. Es wird ein Ruhmesblatt in der Geschichte der Wiener jüdischen Kulturstaaten sein. Am 28. Dezembervereinte der Vorstand des Instituts bei sich ein zahlreiches Publikum zur Feier des Chanuka. Der Vorstand war fast vollzählig erschienen und jeder hatte Gaben und Geschenke gebracht. Die Angehörigen der Zöglinge waren gekommen, zahlreich auch im erfolgreichen Berufsleben stehende ältere Zöglinge, der gesamte Lehrkörper und viele, viele Freunde. Auf langen Tischen lagen die Geschenke für die freudig bewegten Kinder des Institutes. Herr Direktor Dr. Krenberger begrüßte alle Erschienenen und schildecke die jüdische Fürsorge ftir die Taubstummen in aller Welt, indem er den großen Anteil von Jsak Porsira, Joel Deutsch und dem Wiener Institute