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Die Wahrheit · 1921-09-29 · Heft 20 (29.9.1921) · page 21

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Journal
Die Wahrheit
Volume
1921
Issue
Heft 20 (29.9.1921)
Date
1921-09-29
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Nr. 20 Die Wahrheir Seite 21 MÄrHeit stellt, em langes und gesegnetes Leiben beschieden Wt^ W Freude seiner Angehörigen uüd zum Wöhledes llüdenturns, zu desserr treusten Söhnen er zählt. „Jeschivo-Attion." (Agudas Jisroch Jugendgruppe, Wien.) Jedermann weiß, daß der Fortbestand des Juden-, tums von der Religion abhängig ist. Die jüdische Religion ohne Kenntnis der Thora, ohne Vertrautheit mit deren Gesetzen, ist undenkbar. Darum hat es. sich die „Jeschivo- Sektion der Agudas Jisroel, Jugendgruppe Wien," zur Aufgabe gestM, Jünglinge, die einige Jahre ihres. Lebens dem Thorastudium widmen wollen, denen aber hiezu die materiellen Voraussetzungen fehlen, in die berühmten Thoralehranstalten der Tschecho-Slowakei und Ungarns zu schicken,.wo. dieselben unter sorgsamer Obhut und unter Anleijtuvg von Autoritäten ihre heilige Pflicht erfüllen. Durch, die. fortgesetzte Steigerung der tschechischen Valuta sind ungeheure Mitteln notwendig geworden, um diese hochwichtige Aktion. fortführeir zu können. ' Wir richten daher an alle, die noch Herz und Sinn für wahres Judentum, haben, die Bitten unsere Ärbeiten durch Spenden zu ermöglichen. Zusendungen wollen an den Verein „Tiseres- Bachupim" (D. Grünhnt, 2. Bezirk, Schreigasse 12) an die „Jeschivo-Sektion" der A. I. Jugendgruppe, 2. Bezirk, Obere Donaustraße 69 (Postsparkassenkonto 170.176) oder cm die Redaktion dieses Blattes mit' dem Vermerk „Jefchivo-Aktion" gerichtet werden und werden gewunschtönfalls im Blatt veröffentlicht. G. P. Bela Guttmann s. A. Ein Jahrzehnt ist seit' dem .H'irischeiden des unvergeßlicher: und' gottbegnadeten Kantors Bela Guttmann verflossen. Am 11.. d. M. würde, aus diesem Anläße dein Andenken des Verewigten von einem Kreiise treuer Verehrer eine Gedächtnisfeier am Zentralfriedhof bereitet. Sitz war geradezu erhebend und fand sich eim großer Kreis von Freunden am Grabe ein. Erster Kantor Jur der g er mit dem Chorporsvnal stimmte das Schiwisi an und Rabbiner Dr. Max Grunwald hielt eine formvollendete, Vergangenheit und Gegenwart umschließende- . Gedenkrede. Obörkantor Matyas sprach in tiefer Bewegtheit rührende Worte, ihm folgte Prof. N a s ch e mit Schwung und eigener-Bewegtheiit. In klassischem Hebräisch gedachte Oberkantor Mo r g -e n ste r n seines Vorgängers, worauf er mit den Sängern das El mole rachamiM ergreifend rezitierte. Mir dem-Kadisch schloß die von Herrn Max S ch wag e r veranstaltete Feier der Pität. Wenn eingangs dieser -Zeilen der herrliche Sänger des Gotteswortes als rmveivgeßlich bezeichnet wurde, so hätte dies auch in einer-, der Zahl nach bedeutenderen Teilnehmerschar Ausdruck finden sollen. Garviele, die seinerzeit an der erlesenen Kunst des Sängers Bela Guttmann Genuß und Erhebung gefunden, hätten ihm durch Anwesenheit beidivser Feier den Zoll des Dankes bringen sollen. Verband der Beamten der israelitischen Kultusgemeinden im Bundesstaate Oesterreich. Der Verband wurde bereits von den Behörden genehmigt. Am 25, August fand in Wien eine Versammlung unter Vorsitz des Obmannes, Herrn Oberrabbiners Wilhelm Reich aus Baden, statt, welche zahlreich von allen Kategorien der Kultusbeamten aus fast allen Gemeinden besucht war. Die Versammlung beschloß den Anschluß des Verbandes an den „B u n d der ö f f e n t l r ch e n A n g e st e l l t e n in O'este r r e i ch", sowie die Absendüng eines Memorandums an die Kultusgemeindon, beinhaltend «die Forderung um Gleichstellung der Kultusbeamten mit anderen öffentlichen Beamten. Leopoldstädter Tempelverein „Aeschel Awrohm»". Der erste Sekichochkag hat für obigen Tempelverein eine erhöhte BedGrtunig. Es ist dies der Weihetag des herrlichen Gotteshauses, der Heuer zum achtenmal wieiderkehrte. Zur ständigen Erinnerung wurde vom BovstaNde eine 'Äiftung geschaffen, ans welcher alljährlich cm diesem Gedenktage ein armes Brautpaar in würdigster Weife ur ent» geltlich getraut und außerdem mit einer Geldspende beoacht wird. So fand diesmal Sonntag, den 25. d. M. die Trauung, des Herrn Richard Hirsche mit Fräulein Melanie Schlesinger, Tochter des Ehepaares Simon und Anna Schlesinger, unter - Beckeiligung des gesamten Vorstandes, mit Obmann Rat Lld. Wenger an der Spitze, statt. Mit einer herzlichen, der- Bedeutung des feierlichen Tages Rechnung tragenden Ansprache leitete Sr. Ehvwürden Rabbiner Dr. S. Funk den feierlichen Akt ein, welcher sich die Training in erhebender Weife anschloß. .Die kantoralen Funktionen versah Oberkantor I. Giblichman n mit verstärktem Chor in meifterhaste rWeise. Die zahlreich anwesenden Gaste sprachen sich über die Schönheit des Gotteshauses, sowie über die be? sondere Feierlichkeit des zeremoniellen Mies überaus, lobend, aus. Eine Bibliothek hebräischer Klassiker wird jetzt vom I ü d i s ch e n B e r 'l a g, Berlin, vorbereitet. Zunächst sollen die wichtigsten Autoren der jüdischen Rvligibns-- Philosophie des Mittelalters im -hebräischen Original, .beziehungsweise in der klassischen hebräischen Nebersetzung aus dem arabischen Original in gekürzten Ausgaben durgeboten werden. Es ist bei der Bearbeitung darauf gesehen worden, daß nur unwesentliche Teile wegbleiben, während» alle wesentlichen Bestandteile der originalen Werke in ihrem ursprünglichen Zusammenhang und in ihrer blafft-' schon Form erhalten geiblisben sind. Der hebräische Stil ist nur ganz leicht in der Hinsicht überarbeitet worden, dgß mittelalterliche, fiir unsere Zeit nicht mehr verstänAliche Formen dem modernen Hebräisch angepaßt wurden. Indem jedem Werk eine Einleitung beigegeben wurde, die die bfftörischc Stellung des Werkes darlegt und seine Bedeutung für die Gegenwart kritisch beleuchtet, wird mit diesen Ausgaben zum erstenmal dem hebräisch lesendem Publikum das klassische Schrifttum des jüdischen PoKes in handlicher Form zugänglich gemacht werden. Man ist rvün nicht mehr daraus angewiesen, eine nur allgemeine Ahnung' von den großen Geistern der jüdischen Vergangenheit aus den Literaturgeschichten zu beziehen, sondern kann sich an den originalen Werken eine gediegene Kenntniis des jüdischen Geisteslebens aneignen. Es müß ganz 'besonders erwartet werden, daß die reifere Jugend diese AuscMen für den hebräischen Unterricht wie Kr das Selbststndiknm benutzen wird. Als erste Bändchen werden erscheinen: Bachja ibn Paknda, Chowoth Halewawoch und Jehuda Halevi. Knsarr, beide von S. I. Hurwitz 'bearbeitet und ernge» leitet. Ferner sind m Vorbereitung: Suadia Gaön, Emunv>th Wcdeoth und Mamnonides, More Rebnchim (2 Bde.). E wird von der Sammlung auch eirre Ausgabe in besonders, guter Ausstattung vorbereitet, die sich in hervorragendem Maße für Geschenkzwecke eignet. Trauung. Sonntag» den 25. d. M., fand die Trauung des Herrn Hermann Ehrenfeld mit Fräulein Anna Zeilinger - unter Teilnahme des Vorstandes des Leopoldstädver Tempelvereines „Aeschel Mvrohom", dessen langjähriges, verdienstvolles Mitglied Herr Ehre nf e l d ist, in überaus schöner Weise statt.

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