Die Wahrheit
- Journal
- Die Wahrheit
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 20 (29.9.1921)
- Date
- 1921-09-29
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Tüte LS Nr. 20 l Literatur 0 LWS» Vermischtes Karl Korodi-Wyler: Düs Zeitmaß der Bibel. Talis- Verlag, Leipzig-Gohlis, 1920. — Zwäk ^der vorliegenden Schrift ist, „denkende und nach Wahrheit forschende, das -Mische Wort und die Weissagung nicht verachtende MenfchsMnder auf den wunderbaren Plan Gottesbezüglich der Abwicklung der Zeit und der Geschichte der Menschheit aufmerksam zu machen und sie zu regem eigenem Studium des göttlichen Wortes anzufeuern, das ihnen bleibenden Sogen und eine gewisse UeberlegenhÄ mit Bezug auf das wahre Erkennen der Zeit und der Zeichen der Zeit gegenüber den gleichgültig dahin lobenden, vom materialistischen Zeitgeist umnebelten Menschenkindern verkochen wird." Dieser Zweck ist gewiß sehr löblich. Möge er auch erreicht werden. F. ' Bicki Baum: Schlotztheater. Novellen. Verlag von Egon Fleffchl L Co., Berlin W. — Preis Mk, 14.— Hat Bkcki Baum mit chrem Musikerroman „Der Eingang zur Bichne" den ersten Schritt in die Literatur getan, so macht sie mit diesem wundervollen Novellenband einen gewaltigen Sprung vorwärts. Als eine Künstlerin von feinem SKgefühl, von reicher Phantasie und von -Üefer Seolen- Vemttms bietet sie hier eine Fülle von Lebensschicksalen, die sie jeweils in einen mit großer Meisterschaft ziselierten Rahmen spannt, und jede dieser Novellen erscheint rms wie eine bildhafte Komvosition. Ein Gemälde aus der Rokokozeit die Titelrnovelle mit chver packenden Eindringlichkeit; eine ^Landschaft von Claude Lorrain mit schmerzlich süßer Staffage, die Geschichte vom Tod des treuen Hundes, der bis zum letzten Atemzug seinem Namen ,LAnÄier" Ehre macht. Musik Lurchströmt «eine ganze Rüihe anderer Novellen:' Schubertsche Walzerklange die eine Bachsche Ciacconne die andere, die sinnberauschenden Klange aus Carmen. Tosoa, Traviata diele, schwüle Opevettenweisen jene. Aber immr, wenn das Ohr den TZnen tauscht, wird das Auge angezogen von diesen scharfen oder weichen Konturen, diesen grellen oder gedämpften Farben. Daneben zeigen die Idyllen in verschwiegenen Parks, in lauschigen Boudoirs oder in öffentlichen - GebÄttren, wie in dem Postamt, in das der erste Schmetterling leises Fruhlingsahnen in verknöcherte Kerzen zaubert, die BiekseiKakeit, die dlese Könnerin besitzt, der auch übermütige und satirische Töne echt wienerischen Klanges zu Gebote stehen. Ein reiches - und reizvolles Buch. Der eft^lae' Weq (l^s vrsposi»). Roman von Paul R e.-b o n x. Deutsche Nebersetzung von Rlcholf ü r st fBerlinl. Geheftet 16 Mark sru<nalich des ortsüblichen Zuschkavs)'.' In 5)aMernen 24 Mark. Gretblem & Co., G. m. b. H., Lervziq-Mrrch. Der bedeutsamste aktuellste Roinax unserer Tage, der in Frankreich. trotz vielfachem Toffchwergen durch die nationalistische Presse, ungeheures Avftehen erreate. Züm ersten Male greift darin ein ernsthafter, weitbekannter französischer Schriftsteller die Krieg-- sührung FvanEreichs und den Schmachvertraa von Versailles in schärfster Form an —.legt, auf überwältigen des HatWsches Material gestützt. Ursachen und Schuld am Weltkriege in schonungsloser Meise dar -- und bezeichnet eine Bersöbnunq Mischen Frankreich und Deutschland als ..einriaen Weg" zur.Gesundung Europas. Das in seiner Kübnbeit bewundernswerte Buch gibt ein Sviegelbild des verblendeten vhraserchosten Frankreich und ist zugleich eine ernsse Mahnung an die europäischen Völker. .^^Melfaches Familienfeste Herr VLoritz .KKrp.n er, Chef der bekannten Firma Brüder K e r p n e r, feierte? vdU einigen Tagen mit .seiner Gattin K ä t h e idie silberne. Hochzeit. Eine erhöhte Bedeutung erfuhr dieses schöne Familiensest durch die gleichzeitig erfolgte Vertobmrg der.Tochter des Jubelpaares E l s a mit Herrn Josef P i lp-e L Nachdem sich an dieses schöne Doppelfest -der 48t Geburtstag des Herrn Moritz Kerpner knüpfte, war es: um so rnehr Anlaß, den wohltätigen Sinn des Jubilars durch größere Speichen zu betätigen. - " Barmizwahfeiern. Samstag, den 3. September, fand im Tempel des 20. Bezirkes, Kluckygasse, die Barmizwähfeier des Vcktor R osenfel d, Sohn des allge?mein geschätzten Matrikelführers der israelitischen.Kultusgemeucha Hern: Julius Rosenselb und seiner Gattin, der hochverdienten Religionslchrerin Clara, geb^ B e r m a nn, statt. Der glänzend veranlagte Konfirmand trug die Hafte ra mit voller Empfindung vor. Die Ansprache hielt Rabbiner Dr. Abeles in eindrucksvoller, wirksamer Meise. Die kantoralen Funktionen vollzog in ausgezeichneter Weise Herrn Kantor Rot h. Den Eltern kamen von allen, Seiten Beweise herzlicher Sympathie und Wertschätzung zu. — Samstag, den 17. d. M., fand rm Pazmaniten^ t e m p e ldie Barmizwahfeier des Hans C zu^.zk a, Sohn des Vorstandsmitgliedes Wilhelm Czuezkä und s einer Gattin Gisela, statt. Der Konfirmand trug die Parascha, wie den Prophetenabschnitt,, nach altjüdischer. Sitte in der weihevollen Melodie vor, -die, von ftischen Kindeslippen gesprochen, einen tiefen Eindruck auf die andächtigen Zu-. Hörer machte. In seiner Ansprache mahnte Herr Rabbiner Dr. S. F u n k den Barmizwanten, das leuchtende Beispiel. seiner Eltern und Großeltern, die für das Judentum hervorragendes geleistet, nachzuahmon. Zu dieser schönen Feier fanden sich viele. Freunde und Verchrer der öllgemein beliebten- Familie ein, disden Konfirmanden,. - wie' dessen Ellern Herzlich beglückwünschten. Samstags? -' deck' 21..d. M., fand im Pazmanitentempel die BarmizwahsMe des Max Winter, Sohn des Herrn Salomon Beet W i n t-e x und feiner Gattin K a r o l i n e, geborene-, Trost, statt. Zur Feier erschien eine große Anzahl" -Freunde und Verehrer des Hauses. Der junge Winter las die- Haiftorah mit genauer Betonung, was bei -den Gästen sowie beim? Vorstand des Tempels besonderes Gefallen erregte. Sr. Ehrwüvden Herr Rabbiner Doktor S. Funk hielt eine zu aller Herzen gchende Mspwche an den Barmizwanten. Trammgen. Sonntag, den. 18. >d. M., fand unter ungewöhnlich großer Beteiligung im Pazmanitentempel die Trammg des Herrn Heinrich Grü nw a 1 d, Schwager? des?? verdienstvollen " .Votstandsmit-: gliedes und, SchrifHührer-lStellvertreters des genannte Tempels, Hvrrrr Sioamund E h l am ta t s ch statt. In einer warmempsimdenen Rede an das Brautpaar betonte Rabbiner Dr. S. Funk die schöne'Tradition, wonach sämtliche Mitglieder der Familie in'Treue und Einigkeit zu?- sammenhalten, aus -wÄcher Tugend bisher stets der Segen - des Erfolges blühte. Für das Brautpaar liegt hierin die ' Bedingung eines dauernden^ Glückes, wenn es diesem leuchtenden Beispiel folge. Bon.-der Firma. H.. R i eH. Söhne, bei welcher Herr . ,'Hemrich Grün w ald;; sert; Jahren öinle führende Stellung innehät, erschien. ein-e Arbeiterdeputation zur Beglückwünschung, was als sicherer